Coming-Out-Day

Heute ist internationaler „Coming-Out-Day“, ein Ereignis das bereits seit 1988 zelebriert wird. Zurückzuführen ist dieser Tag auf den 11.10.1987 an dem der zweite nationale „March on Washington for Lesbian and Gay Rights„, 500.000 Menschen dazu motivierte, auf den Straßen der Hauptstadt  für die Gleichberechtigung von Homosexuellen zu demonstrieren. Seit damals sind alle queer lebenden/denkenden Menschen dazu aufgefordert, sich an diesem Tag öffentlich zu outen und ihre Weltanschauung zu teilen.

Das „Coming-Out“ an sich, also das „Herausrücken“ mit seiner sexuellen Orientierung, ist meiner Meinung nach etwas überholt. Oder könnt ihr euch vorstellen, dass ein heteronormativ lebender/denkender Mensch ihren/seinen Eltern/Freund_innen/Kolleg_innen diese Neigung erst „gestehen“ muss?

Ich kann mich an mein eigenes „Herausrücken“ noch gut erinnern. All die Panikmache, der ich ausgesetzt war, hat dazu geführt, dass ich mich vor der Reaktion meiner Lieben gefürchtet habe. Und das obwohl ich wusste, dass niemand in irgendeiner Weise ein Problem damit haben wird! Die Einzige, die damals über meine neu entdeckten Gefühle überrascht war, war ich selbst! Gut, ich hatte das Glück in einer Welt aufwachsen zu dürfen, in der es schlicht und einfach keine Rolle spielt, ob mein_e Partner_in im Sitzen oder im Stehen pinkelt. (Ja ich weiß, jede_r kann prinzipiell im Sitzen UND im Stehen pinkeln)

Vielleicht ist es deswegen etwas anmaßend, zu behaupten, dass es ein Coming-Out nicht mehr notwendigerweise geben sollte. Ich persönlich oute mich eigentlich jeden Tag sobald ich das Haus verlasse, weil mein Äußeres nicht eindeutig einem Geschlecht zuzuordnen ist. Ich brauche dafür also keinen speziellen Tag im Jahr. Trotzdem finde ich es wichtig, denjenigen unter uns Mut zu machen ihre sexuelle Orientierung als selbstverständlich anzusehen, denen dies nicht in die Wiege gelegt wurde.

Somit empfehle ich euch, heute das Haus in Regenbogenfarben zu verlassen, um all jene zu unterstützen, die mit ihrem Coming-Out noch auf sich warten lassen! Lasst uns diesen Tag dafür nützen, all die Menschen zu feiern, die trotz leider immer noch aktueller Intoleranz, zu ihren Gefühlen stehen und somit eine neue, buntere Wirklichkeit in die bestehenden, gesellschaftlichen Normen zaubern!

Zelebriert eure Queer(e Ident)ität

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