Elisabeth Ohlson: Provokative queere Fotokunst

Die Fotografin Elisabeth Ohlson ist eine kontroversielle politische Fotografin aus Schweden, die sehr kritische und dabei  wunderschöne, extrem starke Bilder mit queeren und politischen Themen macht. Berühmt geworden ist sie mit der Ausstellung Ecce Homo, einer religiös inspirierten Fotoserie, nach der sie aufgrund von Morddrohungen Polizeischutz erhielt. Diese Ausstellung, mit der die Künstlerin ihren Durchbruch hatte, ist nun zwar schon 15 Jahre alt, aber immer noch sehr aktuell, weswegen ich auf ihre Kunstwerke aufmerksam machen möchte, die alle eine queere Ader haben. Diese Jahr, beispielsweise, gastierte die Ausstellung in Belgrad und sorgte dort für große Aufregung.

Letztes Abend mal mit Drag Queens

Letztes Abend mal mit Drag Queens

Ich selbst sah ihre Bilder zum ersten Mal am Stockholm Pride und war sehr beeindruckt. Elisabeth Ohlson lässt sich von dem barocken Spiel mit Licht inspirieren, kombiniert dies mit zeitgenössischen Motiven und setzt die Menschen mit genauen Vorstellungen davon, wie sie stehen und sich verhalten sollen, in Szene. Durch diese Komposition gleichen ihre Bilder beinahe alten Gemälden.

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Viele von Elisabeth Ohlsons Bildern findet ihr auf ihrer Website (Im linken Menü könnt ihr navigieren).

Unter anderem könnt ihr auf der Homepage die Ausstellungen ”Könskrigare” (Geschlechtskrieger), eine Portraitserie maskuliner Frauen, und ”Fredens Hus” (Haus des Friedens) mit dem Untertitel „Heteronorm und Ethnonorm“, finden. ”Jerusalem” zeigt queere Menschen aus den drei Religionen, die Jerusalem als Zentrum haben. In ”Civil Rights Defenders” wird der doppelseitige Staat gezeigt, mit Bildern von abgeschobenen Flüchtingen und Foltermethoden neben freundlichen Soldaten und passiven Richtern. In ”Västeros Stift – Dolorosa” wiederholt sich das biblische Thema in den Bildern und behandelt die Themen Mobbing und Brutalität bei Kindern. ”In Hate We Trust” zeigt Opfer von Hassverbrechen. Wie diese Beschreibungen schon erahnen lassen, sind einige dieser Bilder sehr brutal, daher sei an dieser Stelle eine „trigger warning“ gegeben.

in hate we trust - HBT

In Hate we Trust

Weiters hat Elisabeth Ohlson auch das Buch ”H.O.M.O – en helgonkalender” (ein Heiligenkalender) mit ihren Bildern illustriert. Es ist ein gemeinsames Werk von ihr und dem Priester Gårdfeldt, der seit langem mit einer geänderten Ansicht von Homosexualität im Christentum arbeitet. In dem Buch/dem Kalender werden Geschichten von bekannten Heiligen mit Erlebnissen und Erfahrungen verschiedener queerer Personen verglichen. Die AutorInnen wollen damit zeigen, dass die Vorwürfe, gegen die Christen früher kämpfen mussten, jetzt der Wahrheit von LGBTQ-Personen entsprechen, und dass heute die Religionen jene sind, die diese Menschen unterdrücken. Neben der Heiligen Kristina, Patronin der Krankenschwestern, der Sterbenden und der Pestkranken, liegt Daniela, Patronin der HIV-Erkrankten. In Sarajevo posieren Istok und Petre, Kämpfer für Homosexuelle Rechte, als David und Jonathan, das ikonische schwule Liebespaar der Bibel. Und Alfredo Ormando, jener Mann, der sich aus Protest gegen die Dämonisierung Homosexueller in der katholischen Kirche an jenem Platz verbrannte, wo einst der Heilige Laurentius verbrannt wurde, ist als Heiliger in dem H.O.M.O. – Kalender verewigt.

David und Jonathan

Istok und Petre als David und Jonathan

Für diesen Post habe ich einige Bilder ausgewählt, die mich besonders berührt haben. (Klick auf die Fotos um sie zu vergrößen.) Ich empfehle euch aber sehr, selbst auf Elisabeth Ohlsons Website zu schauen, und euch einen weiteren Eindruck ihrer Werke zu machen!

3 thoughts on “Elisabeth Ohlson: Provokative queere Fotokunst

  1. Was sagt eigentlich der Islam zu Homosexualität? Beschäftigt sich die Künstlerin auch mit der ungleich schwierigeren Situation von Homosexuellen in muslimischen Ländern? Sind diese Homosexuellen nicht so wichtig? Will sie politisch korrekt sein? Oder hat sie nur Angst vor einem Bombenanschlag?

    • Es hängt ab von wen du fragst, wie Islam dass sieht.. :p Die muslimer die ich kenne sind alle sehr liberal und offen, aber dass hängt natürlich auf von wo man wohnt und so weiter. Ich glaube nicht dass es besonders toll ist in saudi-arabien homosexuell zu sein. Ohlsson-Wallin hat eine fotoserie in Jerusalem gemacht mit queeren leuten aus den drei verschiedenen religionen die es dort gibt fotografiert, und unter anderem war da ein paar bilder mit homosexuelle paare und zitate auf der Koran auf der wand projiziert. Hier habe ich ein paar für dich gefunden:




      (Auf der dritte bild von oben in mein post siehst du auch leute aus die drei abrahamitische religionen dargestellt.)

      Und hier kannst du mer drüber lesen:
      http://jesusinlove.blogspot.co.at/2010/11/religious-threats-to-lgbt-people.html

      Also ich glaube dass letzte was sie sein will ist politisch korrekt, haha.

  2. Pingback: Offener Brief an die Christen-Fundis | sugarbox

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