Mach Flirtschule! #aufschrei

Ich bin fertig, wirklich. Ich kann nicht mehr auf Twitter und den #aufschrei lesen, weil ich teilweise so wütend werde, dass ich Gefahr laufe mir das Haar auszurupfen! Wisst ihr: Ich hielt es früher mal für eine besondere Stärke von mir, die Gegenmeinung mit nüchternen Argumenten zu bekämpfen, anstatt durch polemische Zwischenrufe. Ich fürchte aber, ich schaffe dies schon wieder nicht. Wieso?

Weil es ganz offensichtlich tatsächlich Leute gibt, die sich (u.a.!!) nicht zu blöd sind, sexuelle Belästigung, Machtmissbrauch, Gewalt und Abwertung an und von Frauen in den Kontrast der „schrecklichen“ Verunsicherung ein paar (offenbar sehr speziellen) Männer zu setzen, deren größte Sorge es ist durch den #aufschrei angeblich in Angst und Panik versetzt zu werden, wie sie in Zukunft flirten sollen, ohne in Handschellen gelegt zu werden! Frauen berichten von Demütigungen am Arbeitsplatz, Gewalterfahrungen auf offener Straße und zahlreichen anderen, schweren sexistischen Erlebnissen und Übergriffen. Und trotz dieses Hintergrundes, finden sich tausende Männer, die sich ganz öffentlich nicht dafür genieren, die Debatte auf ihre “Leiden” zu lenken, wie zum Beispiel, dass sie sich in Zukunft nicht mehr frei fühlen könnten, so zu flirten, wie sie eben gern flirten! Abgesehen vom himmelschreienden Egozentrismus oder eigentlich Androzentrismus – in diesem Kontext stelle ich mir immer wieder folgende Frage:

Lieber Typ: wie, um Himmels Willen, hast du denn bisher geflirtet?! Woher kommt denn die Angst, dass du ab jetzt, wo es den #aufschrei gibt, verfolgt, angeschrien, mit einem Glas Wein angeschüttet oder sonst was werden könntest?

Ist dein Objekt des Begehrens jemals verstört und verschreckt von Dannen gezogen? Hast du jemals eine Ohrfeige kassiert? Sind der Frau jemals andere Menschen zur Hilfe geeilt, um sie von deiner Gegenwart zu befreien? Hast du die Frau ungefragt begrapscht, dich wertend über ihren Busen geäußert? Ja? Nein?

Oder lässt du Frauen in Ruhe, wenn du merkst, dass sie uninteressiert sind und erkennst auch, wenn sie uninteressiert sind?

Wenn ersteres auf dich zutrifft: Ja, ich glaube du bist jemand, wegen dem die #aufschrei-Debatte überhaupt existiert und dem sie außerdem recht gut tun könnte. Vielleicht vermeidet sie, dass dir wirklich irgendwann Handschellen angelegt werden und begünstigt vielleicht außerdem, dass du zu einem Bewusstsein gelangst, das Frauen als Menschen wie du selbst betrachten kann.

Trifft letzteres auf dich zu: Keine Panik, denn kein Gesetz und keine Frau dieser Welt wird dein Verhalten jemals sanktionieren! Und zwar ob mit oder ohne #aufschrei! Aber vermutlich sorgst du dich ohnehin nicht, weil du ganz genau weißt, dass du das richtige Gespür für den respektvollen Umgang hast und intuitiv erkennst wann Grenzen übertreten werden. Deswegen fühlst du dich von solchen Debatten auch nicht bedroht.

Der #aufschrei ist also kein Männerproblem, der #aufschrei ist das Problem jener Männer, die den #aufschrei verursachen. Anstatt aber Verantwortung zu übernehmen, entdecken eben diese recht schnell die kleinsten Schönheitsfehler der Debatte und stricken Fallen daraus.

Wenn der Moderater auf stern.tv zur Debatte die meiste Zeit nach Inhalten fragt, die die schwammigsten Situationen zwischen sexistischem und unsexistischem Verhalten thematisieren, die normal einen Club 2 über die Grenzen der Kategorisierbarkeit beschäftigen würden, ist es völlig klar, dass die 2 Vertreterinnen des #aufschrei stellenweise ins Schwanken geraten. Und ich fürchte, dass dies auch das Ziel des Moderators war, der immerhin ebenso die Macht gehabt hätte durch seine Fragen den Anliegen der Frauen Platz zu schenken. Leider wurde auch die stern.tv-Diskussion zu einer Diskussion über die Anliegen der Männer, weil der Moderater sie dorthin lenkte.

Diese peinlichen Versuche von der Substanz der Debatte abzulenken, bestätigt genau diese Substanz: Sexismus existiert u.a. deshalb weiterhin, weil dem Antifeminismus nichts zu billig ist, um Frauenthemen in Männerprobleme/themen zu verwandeln. Jede Frau, die Karriere macht, nimmt einem Mann die Karriere weg. Und jede Frau, die #aufschreit, stört einen Mann in seiner selbstverständlichen Bestimmung sexueller Hierarchien. Ob Dachdecker, Manager, Sozialarbeiter, Unternehmer, jeder hat jenseits der Klassen immer noch das männlich-geburtliche Vorrecht, sich im Terrain des Privaten als Typus mit Silberrücken zu positionieren und auf seine Art zu baggern.

Aber sorry, ich möchte ja nicht gefühlskalt sein: Ich stelle es mir wahnsinnig hart vor, das eigene Flirtverhalten temporär überdenken zu müssen! Jeder ist sich selbst am nächsten und vielleicht erwarte ich zuviel, wenn ich gedacht habe, dass dem Homo Sapiens eine Art reflektiertes Abwägen möglich ist, das fragen kann: Was ist das geringere Übel? Etwas überdachter zu agieren/zu flirten oder Mitträger der Zementierung von Geschlechterhierarchien, Ängsten, Verunsicherungen und Unfreiheiten meiner unmittelbaren Mitmenschen zu sein?

Es geht hier nicht um einen Geschlechterkampf der gewonnen werden muss, sondern um die Selbstständigkeit einer persönlichen und gesellschaftlichen Ablehnung jeglicher Handlungen, die andere Menschen herabwürdigen und einschränken!

Ob es um den Poklapser oder das N-Wort in Kinderbüchern geht: Es geht um das aufrichtige Verständnis und die Bereitschaft anzuerkennen, dass für eine beträchtliche Anzahl Menschen solche und so ähnliche Handlungen/Symboliken/Worte/whatever, eine drastische Einschränkung/Beleidigung/Missachtung ihrer Würde und Freiheit bedeuten.

Der #aufschrei muss bestehen bleiben!

Es grüßt, die göttinnenspeise.

16 thoughts on “Mach Flirtschule! #aufschrei

  1. Das kann natürlich nur passieren, weil es eine sehr gute Idee war, Regeln übers Flirten mit Gewaltverbrechen unter einem Thema (Seximus) abzuhandeln. Dann kann man natürlich beliebig relativieren. Ist aber eine sehr gute Strategien, wenn es um Sippenhaftung geht!

    Was du indirekt forderst, ist, dass alle Männer dazu die Fresse zu halten haben, egal was sie nun wirklich machen, egal ob sie überhaupt zu einer der beschriebenen Gruppe gehören. Wenn sie zustimmen, nehmen sie den Platz für wichtigere Bedenken oder die „echten Opfer“ (=Frauen) weg, wenn sie widersprechen sind sie sowieso Arschlöcher. Man könnte z.b. die „Flirtdiskussion“ auch als Bestätigung der Annahme sehen, dass die anderen Breiche von Seximus gar nicht so umstritten sind. Das wird aber natürlich nicht gemacht, es ist einfacher ein oberflächliches Privilegienargument zu bedienen und diese Leute somit schnurstracks zu Unterstützern von Vergewaltigern zu machen. Wenn ihr das so gut findet, dann bitte einfach weitermachen.

    Jemand, der es toll findet die Grenzen von anderen Menschen zu überschreiten, wird dies auch weiterhin machen und lacht über diese Diskussion sowieso nur. Und dem ganzen Rest, der jetzt übrig bleibt denen schlagt ihr jetzt halt verbal ins Gesicht.

    Ich kann mich auch nicht mit dem Verhalten einiger Menschen bezüglich Sexualität abfinden und finde auch vieles davon wiederlich, eure ist Seite, die unter dem Deckmantel öffentlicher Empörung versucht alles männliche mit einer Vergewaltigerfarbe anzumalen ist aber mindestens genauso wiederlich und abstossend. Wie wenn der Grossteil der Männer auf dieser Welt nichts besseres zu tun hätte, als Frauen in den Ausschnitt zu gaffen und diese auf der Strasse zu belästigen.

    Und darum sage ich als Mann einfach nur „Nein“.

    • Bist du dir sicher, dass du den Artikel gelesen und verstanden hast? Die Situation des „ganzen Rest“ steht doch in dem Absatz, der mit „Keine Panik, denn kein Gesetz…“ beginnt, klar und deutlich beschrieben. Da wird weder verbal in’s Gesicht geschlagen, noch ist es wahrscheinlich, dass dieser „ganze Rest“ ueberhaupt diesen Eindruck bekaeme.

      Abgesehen davon wuerde mich interessieren, wo du siehst, dass unsere Seite „unter dem Deckmantel öffentlicher Empörung versucht alles männliche mit einer Vergewaltigerfarbe anzumalen“? Das ist doch weder in diesem Artikel, noch in irgendeinem anderen Artikel in diesem Blog der Fall.

  2. vielen dank für den text! /

    eine kleine fußnote dazu:

    besteht die spezielle perfidität des androzentrismus als theorie-regime, wie er sich in der jetzigen debatte zT erneut zeigt, nicht genau darin, dass: zunächst das thema sexualisierter belästigung gegen frauen als eine feministische agenda auftaucht (1.), die dann im 2. Schritt, wie auch dein text sehr deutlich macht, umgelenkt wird auf eine debatte über männer und deren verunsicherte rollenbilder, um dann 3. – und liegt nicht hier der gifpfel der perfidität!? – noch mal umgelenkt zu werden auf ein ALLZUMENSCHLICHES (weil „männliches“=“menschliches“) problem; in ca. der tonart: „wie sollen wir denn in zukunft unsere kuturellen/gender-/race-/klasse-identitäten und all die sozialen bindemittel, die das alles zusammenhalten, performen, wenn ‚wir‘ nicht mehr wissen, wie ‚wir‘ uns verhalten können/sollen/dürfen?“ — ist nicht genau das DER historisch wirkmächtigste androzentristische klassiker, der uns so hartnäckig einbläuen möchte, dieser diskurs über sexualisierte belästigung als eine form struktureller gewalt von männern an frauen sei ein „menschliches“, ein „moralisches“, ja ein universalisierbares problem?

    eine frage der würde: ja.
    eine frage des respektvollen umgangs miteinander: ja.
    eine frage v.a. des umgangs mit den schwächeren, marginalisierten usw. gruppen unserer gesellschaften: jederzeit!

    Und dennoch muss ich mich selbst ermahnen, darüber nicht zu vergessen, was uns der androzentr. diskurs glauben machen will: nämlich dass gewalt an frauen u. die art u. weise, wie dieses problem gesellschaftlich ausgehandelt werden kann/muss, etwas ist, das (v.a.) frauen betrifft, dass hingegen eine debatte über die „verunsicherung“ männlicher hegemonien so automatisch wie scheinbar von geisterhand: ein (allzu)MENSCHLICHES problem ist!

    JA!: „#aufschrei muss bestehen bleiben!“ — als archiv einer geschichte von unten, als ein archiv tausender geschichten, die von konkreter unterdrückung, konkreter gewalt, konkretem machtmissbrauch, konkreten hegemonialen verhältnissen usw. handeln, kurz von jener strukturellen gewalt, die sich frauen ALLTÄGLICH gefallen lassen müssen!!

    lg,
    kerstin

  3. „eure ist Seite, die unter dem Deckmantel öffentlicher Empörung versucht alles männliche mit einer Vergewaltigerfarbe anzumalen ist aber mindestens genauso wiederlich und abstossend.“ : „Der #aufschrei ist also kein Männerproblem, der #aufschrei ist das Problem jener Männer, die den #aufschrei verursachen.“

    „Was du indirekt forderst, ist, dass alle Männer dazu die Fresse zu halten haben…..Jemand, der es toll findet die Grenzen von anderen Menschen zu überschreiten, wird dies auch weiterhin machen und lacht über diese Diskussion sowieso nur.“ Deswegen sollten Frauen die Fresse halten gell?

    „Das kann natürlich nur passieren, weil es eine sehr gute Idee war, Regeln übers Flirten mit Gewaltverbrechen unter einem Thema (Seximus) abzuhandeln.“ Unter welchem Thema würdest du unangebrachtes, unangenehmes und an ein „oberflächliches Privilegienargument“ gekoppeltes Flirtverhalten abhandeln?

  4. „Aber vermutlich sorgst du dich ohnehin nicht, weil du ganz genau weißt, dass du das richtige Gespür für den respektvollen Umgang hast und intuitiv erkennst wann Grenzen übertreten werden.“

    Das stimmt nicht. Aber irgendwie kannst Du Dir nicht vorstellen das es trotzdem unangenehm wird, wenn man versehntlich Themen anspricht die der andere, als welchen Gründe auch immer, für sich zum Tabu erklärt hat.
    Das sind ’seelische Fettnäpfchen‘ in die man manchmal tritt, ähnlich wie in einem Minenfeld wo man auch nie genau weiß ob der nächste Schritt der letzte ist.

    Das man also trotz ‚des guten Gespürs‘ Angst hat eine negative Reaktion auf sich zu ziehen.
    Hätte ich diese Angst nicht, wäre es mir nämlich vollkommen egal ob sich die Beziehung zu der anderen Person respektvoll & angenehm gestaltet oder nicht. Dem ist aber nicht.

    • Naja klar, man kann nie ganz wissen, wie die andere Person tickt und welche Erfahrungen sie gemacht hat, und natürlich kann es passieren, dass man ganz unbeabsichtigt etwas tut oder sagt, was verletztend wird. Aber, die gute Nachricht lautet: Auch hier gibt es eine einfache Lösung: Ein Gespür dafür behalten, ob sich die andere Person wohlfühlt und sobald man merkt, etwas stimmt nicht: Nachfragen und aufrichtig entschuldigen. Das ist einfach und hilft sehr viel.

      • Ich möchte aber nicht andauernd aufpassen was ich sage.

        Ich bin in einer Familie aufgewachsen in der ständig eine Spannung zu spüren war. Ich musste mir genau überlegen was ich zu meinem Vater sage, um ihn nicht ‚emotionalen Stress‘ auszuliefern.
        So etwas prägt, man überlegt sich dann 3 mal ob man andere überhaupt ansprechen darf.

        So eine Athmosphäre wünsche ich niemanden und ich habe auch deswegen teilweise Verständnis für R. Brüderle der nicht bei jeden 2 Satz nachdenken möchte ob das was er jetzt sage irgendwie verletzend sein könnte.

      • @ BasementBoi: Solche angespannte Atmosphäre kenne ich aus eigener Erfahrung. Das Gefühl, durch ein Minenfeld zu staksen, wo einem bei der geringsten Andeutung eines Fehltritts irgendwas um die Ohren fliegt, ist sehr unangenehm und belastend.

        Aber deswegen kann man doch trotzdem nicht einfach munter drauflosholzen, sobald man sich außerhalb des heimischen Minenfeldes bewegt. Das eigene Verhalten hat reale Auswirkungen auf die, mit denen man kommuniziert oder zu kommunizieren versucht, und wenn man niemanden verletzen will, muss man darauf eben achten.

        Ganz bestimmt gelten „draußen“ nicht dieselben überzogenen Maßstäbe wie im Umgang mit Deinem Vater. Aber ein bisschen Aufmerksamkeit dafür, wie das Gegenüber das eigene Verhalten aufnimmt, sollte schon drin sein, sonst sollte man sich von Menschen möglichst fernhalten.

  5. Danke für diesen Beitrag, auch ich habe nichts hinzuzufügen, außer vielleicht noch:

    1. NIEMAND stellt beim #aufschrei alle Männer als sexistisch, gewalttätig, übergriffig dar.
    Aber: Viele Frauen haben negative Erfahrungen gemacht und nehmen daher Männer oft schon mal mit Vorsicht war, besonders in riskanten Situationen.

    2. Dass Männer auch sexistische Erfahrungen machen streitet niemand ab, allerdings entwertet dies auch nicht die sexistischen Erfahrungen der Frauen. Dieses den Frauen jetzt übers Maul fahren, weil die brauchen sich nicht so aufregen, immerhin sind die Männer auch arm dran, bringt niemandem was. Besser: Gegenseitig zuhören, Raum für diese Stimmen und Erfahrungen lassen, gemeinsam die Gesellschaft besser machen.

    3. Das Geheule von wegen als nächstes wird auch das Flirten verboten… ja was soll ich dazu sagen. Wie in dem Artikel ja schon steht: Wie flirtest du? Kannst du respektvoll mit deinem Gegenüber umgehen? Na dann – jegliche Panik unbegründet.

  6. Ich kann euch eine Geschichte von mir teilen. Sie ist mir ganz intim aber in diesem Fall finde ich wichtig zu erzählen.
    Also, ich war einmal in einem Park ein Buch zu lesen. Irgendwo in der nähe von der Hauptstrasse. Nicht so viele Menschen um herum, nur in der Ferne. Zwei „Burschen“, viel. 25 J. alt sind gekommen, setzten sich in meiner nähe und versuchen mit mir zu sprechen. Ich habe versucht keine Aufmerksamkeit zu geben und sie sind aggresiver geworden und haben beabsichtigt mich sexuell zu belästigen. Glücklicherweise, mit einer Serie von Ereignisse, nichts ist passiert und sie sind weg gegangen. Es war aber so furchtbar und habe mich so schlecht gefühlt dass diese Leute sich trotz einem öffentlichen Platz so etwas zu tun getrauen, ohne Scham und ohne Angst, dass ich mich entschieden habe die Polizei anzurufen. Und ich bin zu die Polizei Station gegangen (ich habe geglaubt dass ich mutig sein werde). Da waren 3 Polizei Männer und habe ich angefangen zu einem von den 3 meine schreckliche Mittagsgeschichte auszusagen. Irgendwie, von allen diesen Emotionen überwältigt, began ich zu weinen. Es ist mir aber gelungen das Ganze zu erzählen und ich habe deutig gesagt dass es nichts besonders passiert ist, aber der Man war beharrlich und hat eine Polizistin angerufen so dass viel. es mir leichter ist mit ihr zu sprechen. Es hat mehr als 20 min. und 3 mehr Anrufen gedauert, während 3 mehr Polizei „Burschen“ vorbei gegangen sind und und fragten „was ist mit diesem Frauchen hier“ (nicht vergessen ich andauernd 15min geweint habe). Aber ok, mindestens habe ich Wasser bekommen und ständige Fragen von dem ersten Polizist ob alles in Ordnung ist. (Er hat selbst geschämt ausgeschaut wegen das Verhalten von den anderen..“ Frauchen“….). Endlich sind die Polizistin und andere 3 Burschen, bisschen gereizt weil sie gestört wurden, angekommen. Man erwartet irgendwie dass die Polizistinen wärmer sind aber neee nicht sie.. Ich habe ihr in einem privaten Zimmer die ganze Geschichte noch einmal erzählt, während alle Polizei Burschen sich angesammelt haben (mehr als 6) und ungeduldig draußen warteten. Als ich fertig war, sie hat gar nichts gesagt, ist sie nur draußen gegangen, ließ mich allein im Zimmer und sagte etwas zu den Burschen was für 2min. ein großes Lachen von allen verursachte – meine Idee, was so komisch für alle war, ist das mir nicht etwas körperlich passiert ist und trotzdem bin ich zur Polizei gekommen ihre Zeit zu verschwinden. .. Ich war sooo enttäuscht. Ich habe so schnell wie möglich meine Aussage unterzeichnet und dann bin ich im wahrsten Sinne des Wortes raus gelaufen…

    • liebesknochen: danke, dass du deine geschichte geteilt hast. ich finde es sehr mutig und richtig von dir, dass du zur polizei gegangen bist!! und es ist ein skandal, keine bessere unterstützung von menschen zu bekommen, an die man sich vertrauensvoll wendet, in der hoffnung ernst genommen und unterstützt zu werden! alles liebe dir!

  7. @gnaddrig

    Keinesfalls werde ich einfach so Unverschämtheiten in der Öffentlichkeit äußern.
    Andererseits lass ich mich auch nicht mehr emotional erpressen von Leuten die ein Problem damit haben wenn ich gewisse Dinge äußere.

    Das Recht auf freie Meinungsäußerung ist höher einzuschätzen als die Befindlichkeiten irgendeiner Gruppe die sich evtl. beleidigt fühlen könnte.
    Ich weiß das viele Menschen das anders sehen und gute Gründe für Ihre Meinung haben. Trotzdem haben wir in diesem Punkt eben unterschiedlich gewichtete Normen und Werte und das gilt es zu akzeptieren.

  8. Ob das jetzt noch jemand liest?
    Habe mich letzt (aus peinlichen Gründen) wieder mit der aufschrei debatte beschäftigt und endlich mal laura himmelreichs (sehr guten) artikel gelesen.

    Ich glaube jetzt den grund zu kennen, warum sich von ihr viele männer (inklusive mir) verunsichert fühlten:
    Es war die Strategie der FDP die debatte ins lächerliche zu ziehen und bei den menschen, welche nur die talkshows gesehen hatten, den eindruck zu erwecken, der vorwurf beziehe sich allein auf den dirndlspruch. Dass es in dem artikel um eine partei ging, die ein sexistisches macho arschloch, das denkt es könnte mit seiner (begrenzten) macht wirklich jede frau haben, zum hoffnungsträger erklärt, wurde erfolgreich verschwiegen.
    Frau Wyzorek ist nunmal rethorisch weniger bewandert, als herr kubicki.

    die debatte ist ein weiteres paradebeispiel dafür, wie interressengruppen öffentliche diskussionen steuern und wie beschissen deutsch polit-talkshows sind.

    der größte herrenwitz ist, dass die fdp selbst mit diesen miesen tricks nicht den wiedereinzug ins parlament geschafft hat, die debatte aber erfolgreich ruiniert hat!

  9. ein guter verlauf der debatte wäre meiner ansicht nach gewesen, wenn sich frauen und männer darüber ausgetauscht hätten, wie man sich respektvoll näher kommen kann. jeder mensch ist (zumindest ein bisschen) unsicher dabei und die wenigsten wollen ihr gegenüber respektlos behandeln.
    ich denke, feministen sollten auch den dialog mit der pick up szene suchen. klar gibt es da einige idioten, aber auch leute, die regeln aufstellen wie „hinterlasse die frau besser, als du sie vorgefunden hast“.
    Und schließlich sollten frauen auch öfter den mut haben einen mann anzusprechen. ja ich weiß in unserer sexistischen gesellschaft ist das für frauen noch schwerer als für männer, aber daran wird sich auch nichts ändern, wenn es nicht ein paar mutige gibt, die anfangen!

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