Peinlichkeiten beim Bloggen.

Nachdem wir jetzt schon eine Weile Blogeinträge gemacht haben, werde ich meine peinlichste Bloggeschichte mit euch teilen. Vielleicht gibt es in unserem Publikum auch ein paar Blogger, für die diese Geschichte als abschreckendes Beispiel nützlich sein kann.

Seit ich das tolle Internet entdeckt habe, hatte ich immer Blogs in verschiedenen Formen gehabt. Bildertagebuch. Sockerdricka. Livejournal. Helgon. Blogspot. Lesben.se. Fotoblog. Tumblr. Ich mache viele Fotos, habe viel Inspiration, und Bloggen war für mich immer ein guter Weg, um meine Kreativität auszudrücken. Vor allem habe ich durch das Bloggen auch die Sachen loswerden können, die mehr oder weniger oder ganz extrem viel in meinem Kopf rumgeschrien haben, wie sie es eben so tun, wenn man ein Teenager ist.

Oft habe ich aber nicht über die intimsten Sachen geschrieben, weil ich Angst hatte, dass jemand es lesen würde, von denen ich wirklich nicht will, dass sie es lesen. Aber es ist ja auch total langweilig einen Blog zu lesen, der so zensuriert ist, dass auch deine Mutter ihn lesen könnte! Dann habe ich private Blogs gehabt, wo man ein Passwort brauchte, um lesen zu können. Aber das ist auch nicht so spannend, weil der Unterschied zwischen einem Tagebuch und einem Blog ist ja, dass man Kommentare und Feedback auf den Blog bekommt, und auch die kleine Freude über jeden neuen Leser*in.

Eine kurze Zeit lang hatte ich also auch einen sehr persönlichen Blog, der nicht zensuriert war, den ich einfach aus meinem Herz geschrieben habe, und wo es mir scheiss egal war, wer das jetzt liest. Ich habe zwar für die Leute über die ich manchmal geschrieben habe neue Namen erfunden, und habe natürlich auch nichts Schlimmes geschrieben, über jemanden, den ich kenne. Meistens waren es einfach kleine Philosophien oder persönliche Geschichten. Alltagszeug.

from im-an-imperfectly-perfect-person.tumblr
Ich war 19, und mein Herz war zum ersten Mal richtig gebrochen worden. Es war aber trotzdem keine schlechte Zeit in meinem Leben. Ich war viel fort, hatte viele neue Freunde kennengelernt, und hatte auch sehr großes Interesse, neue Mädels zu finden. Während ich immer noch traurig war, interessierte ich mich für ein neues Mädchen. Eigentlich war überhaupt nichts zwischen uns, aber sie war eine Freundin von einer Freundin und manchmal bei Parties dabei, und ich war nicht wirklich verliebt, aber vielleicht ein bisschen. Aber wie gesagt war ich auch sehr traurig, so wie man ist nach dem ersten gebrochenen Herz. Also habe ich einen kurzen, aber sehr emotionalen Blogeintrag darüber geschrieben, wie schwer mein Leben ist. Ungefähr so: „Ich mag sie so gerne bla bla aber die einzige die ich will ist die andere bla bla Trauer. ich bin so unglücklich aber alle diese Frauen wollen mich aber ich will nur meine Exfreundin bla bla weinen.“ Alles mit einem pseudo-poetischen Ton.

Und dann hat sie meinen Blog gefunden!!!! Natürlich, gerade nachdem ich mein Herz ausgeschüttet hatte findet sie meinen Blog, obwohl es total unwahrscheinlich war!! Und ich hatte keine Ahnung wie! Ich hätte es nie erwartet, weil keine meiner Freunde kannten meinen Blog. Es war furchtbar! Sie hat mir gleich darauf ein sms geschrieben und gefragt, was ich denn für eine Scheisse schreibe. Und mit meinem Glück kann sie sicher auch Deutsch und liest gerade unsere liebe sugarbox und dann will ich ihr nur sagen: Ich schäme mich immer noch so!!! Natürlich habe ich danach alles gleich gelöscht mit einem furchtbaren Gefühl im Bauch, habe mich entschuldigt, und dann war nichts mehr mit ihr.

Was ich euch damit sagen will: Ihr wisst nie wer euren Blog liest, also schreibt bitte nicht über eure Exfreund*innen im gleichen Satz mit euren neuen Liebesinterresen, und auf keinen Fall mit komischen Spitznamen, um die Identitäten dieser Leuten zu verbergen, so wie „Gute“ „Süße“ „Liebe“ usw. Und dieses poetische Zeug ist super wenn du um 4 Uhr in der Früh schreibst, aber nicht mehr am Tag danach.

Meine Liste peinlicher Bloggeschichten ist noch länger. Meine Französischlehrerin hat zum Beispiel auch einen meiner Blogs gefunden, damals war ich 15 und habe unter anderem darüber geschrieben, wie unglaublich homosexuell ich bin. Oder als ich 13 war und ein alter ego für mich gemacht habe, um über die Sachen zu schreiben die wirklich schwer für mich waren, aber auch eine ganz schräge Geschichte für diese Figur erfunden habe. Und dann unabsichtlich mit diesem Alias irgendwo kommentiert habe, wo ich es dann nicht ändern oder löschen konnte, und es total offensichtlich war, wer hinter diesem Namen steht! Da wollte ich wirklich nur mehr in einem Loch verschwinden.

So, jetzt will ich eure peinliche Bloggeschichten hören. Und wenn ihr keine habt, dann einfach her mit euren Blogs, damit wir an diesen langen Wintertagen was zum Lesen haben!

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