zuckerstreusel: The L Word

Mittlerweile ist es ja bekannt, dass in Österreich die Dinge immer etwas länger brauchen. Und so freut es uns, dass die US-amerikanische Serie The L Word (2004-2009) nun erstmals nach sage und schreibe 9 Jahren ihren Weg nach Österreich gefunden hat. Heute Abend findet die Österreich-PREMIERE von The L Word auf ATV 2 statt! Das schreit nach einem Zuckerstreusel, und darum teilt die sugarbox Crew heute ihre persönlichen Eindrücke und Erinnerungen an diese Serie mit euch.

erdbeereis:
Meine Güte, hab ich diese Serie verschlungen! Nicht nur einmal, nein, ganze zwei Mal von Anfang bis Ende und dann natürlich gewisse Folgen immer wieder mal zwischendurch, und das bis heute. Dabei nervt sie mich ja eigentlich ziemlich, die Serie: Die erste Staffel, die ist großartig. Die zweite auch noch okay. Aber dann geht’s immer weiter abwärts. Vor allem mit Jennys Charakterentwicklung bin ich ganz und gar nicht einverstanden. Sie wird als sympathisch und unerfahren eingeführt, ihre ersten lesbischen Erfahrungen fand ich toll… aber dann entwickelt sie sich zusehends zu einem unausstehlichen Charakter. Waaaah!
Warum hab ich trotzdem immer weitergeschaut? Weil ich generell suchtanfällig bin, wenn’s um Serien geht. Weil es kaum lesbische Serien gibt bzw. damals gab. Und wenn’s dann auch noch so dramatisch zugeht, dann ist aufhören schlicht unmöglich.
Lieblingscharaktere: Bette und Jodi.
Lieblingsszenen: Hab ich keine, aber wohl so ziemlich alle mit Bette und Jodi!

pirategum:
Zunächst muss ich mich mal als Serienjunkie outen und natürlich ziehe ich mir alles rein, wo auch nur annähernd Lesben vorkommen. Damit war L Word natürlich Ein MUSS!!!!! In allen Staffeln gab es Figuren, die ich aufregend fand oder langweilig oder die mich einfach nur in den Wahnsinn getrieben haben (ähm Psycho-Jenny). Meine absolute Favoritin war aber IMMER Bette Porter. Mich für eine Szene zu entscheiden fällt mir daher schwer, aber am liebsten mochte ich es, wenn sie wütend war, weinte oder ihre Freundinnen betrogen hat! Drama, baby, drama!!! Daher habe ich mich für diese Szene entschieden! Es kommt alles vor: Schmerz, Betrug, knutschen (immer gut!), weinen…

punschkrapfen:
Jetzt kenne ich bisher genau zwei Folgen The L Word, die ich mir gerade anlässlich des Artikels angesehen habe. Deshalb ist mein Kommentar auch nur als erster Eindruck zu verstehen.
Anfangs sind mir die Charaktere ja etwas zu wenig vielfältig vorgekommen, zu ähnlich und zu belanglos, aber jetzt bekomme ich doch langsam mit, dass da doch auch etwas Spannung in dieser Serie steckt. Trotzdem bin ich bisher nicht ganz den Eindruck losgeworden, dass die Serie doch stark darauf ausgerichtet ist, nicht nur lesbische Frauen, sondern den Mainstream anzusprechen – so als ob da immer der Hintergedanke mitschwingt, ob das alles auch noch tauglich für die Heterozuschauerschaft ist.
Lieblingscharaktere? Ich habe noch kaum einen Überblick und musste erstmal die Namen googeln, aber momentan würde ich sagen: Alice Pieszecki – sympathisch, süß und sexy. Spannend und anziehend ist natürlich auch Shane McCutcheon, allerdings scheint sie auch einen unerträglichen Knall zu haben.
Irgendwie interessiert mich jetzt doch, wie es mit The L Word weitergeht, vielleicht werde ich mir doch auch ab und zu ein paar Folgen anschauen.

sapphicshallowsugarshock:
Ich glaube, ich kann ruhig beim Namen nennen, wieso The L Word so „interessant“ war: und das sind die übermäßig porträtierten (nahezu) Sex-Szenen. Ein Pärchen streitet sich – sie haben Sex. Ein Pärchen kann sich nicht ausstehen – sie haben Sex. Ein Pärchen kann die Finger nicht von einander lassen – sie haben Sex. Ein Pärchen ist am Kochen – sie haben Sex. Die Liste lässt sich beliebig fortsetzen. Natürlich sind alle Schauspieler_innen dem Lookism verschrieben und so ist es aus einem oberflächlich ästhetischen Standpunkt auch meistens wunderschön zum Zusehen. Welche Szene mir hier am besten gefällt: gar nicht so einfach! Marina und Jenny finde ich hot, Tasha und Alice finde ich sexy, Alice und Vampir-Uta find ich super süß und lustig, Helena find ich sowieso immer total anziehend und bei Carmen de la Pica Morales bleibt mir sowieso nur das Seufzen!

schokomuffin:
Es gibt einiges auszusetzen an dieser Serie (so wie an allen Fernsehserien) aber ich liebe sie trotzdem. Die erste Serie über Lesben!!!!!! Ich war extrem süchtig und schau mir jetzt immer noch gerne beim Essen oder so nebenbei die eine oder andere Folge an, wobei mir irgendwie jetzt erst klar wird, wieviel Drama da jedesmal los war. Ich würde sogar sagen, dass keine einzige Gelegenheit für Drama ausgelassen wird. Aber: Es geht auch ganz viel um ehrliche und komplizierte, manchmal widersprüchliche Gefühle, wie sie Menschen in ihrem Leben und ihren Beziehungen nun mal so durchmachen. Dafür liebe ich die Serie vielleicht am meisten. Meine Favorites sind Alice, Dana (schluchz…) und Helena. Letztere ganz besonders, nachdem ihr ihre Mutter den Geldhahn abdreht und sie im Knast landet. Und auch Jenny hatte irgendwie was unterhaltsames (unvergesslich die Szene, wo ihre erste Assistentin ihrem Hündchen orange statt lila Schleifen machen läßt, und er sie deswegen laut Jenny nun hasst). So wirklich unerträglich fand ich sie erst, als sie mit ihrem Film anfängt… Psycho-Jenny mit ihrer komischen Psycho-Assistentin!! Am meisten verknallt war ich in Helena und Jodi. Und wenn ich mich für eine Lieblingsszene enttscheiden müßte, wäre es wahrscheinlich diese hier – Shane und Page’s Sex-Szene mit schräger 50er Jahre-Idylle-Parallelwelt-Vision:

zimtschnecke:
Ich bin eigentlich ein sehr friedliebender Mensch. Ein Mensch, der niemanden etwas Böses will – weder real noch fiktiv! Aber der Charakter der Jenny Schecter hat es geschafft etwas in mir auszulösen, was mir gar nicht gefällt. Am Anfang hatte ich kein Problem mit der Figur der Jenny. Ich konnte mich sogar irgendwo reinfühlen. Klar, denn wie The L Word rausgekommen ist, war ich noch mit einem Mann zusammen und selbst erst am herausfinden: was will ich eigentlich vom Leben und mit wem will ich es. Aber die Charakterentwicklung ist sooo unglaublich furchtbar und hat es sogar geschafft (sorry, Fanbase!) die meines Erachtens Schrecklichkeit der Figur der Bette zu übertreffen. Keine Frage also: eine der für mich bedeutendsten Szenen war der Tod der Jenny Schecter: endlich musste ich mich nicht mehr mit dieser furchtbaren Figurendarstellung auseinandersetzen und ich fand meinen Frieden.

zuckerwatte:
Meine Lieblingsszenen von The L Word sind alle, in denen sie einfach als Freundinnen rumhängen, gemeinsam Spaß haben und zusammen über irgendwas reden. Zum Beispiel 1.12, wenn sie zum Tenniscamp fahren und ihre Coming-Out Stories teilen, oder 2.10, wenn sie auf der lesbischen Kreuzfahrt sind, und all die kleinen Unterhaltungen in The Planet. Als 15-jährige mit einer Sehnsucht nach eigenen lesbischen Freundinnen war die L-Word-Crew für mich die nächstbeste Option. Außerdem liebe ich, wenn die Charaktere sich mit ihrer Oberschicht-Perspektive konfrontieren müssen, zum Beispiel wenn Helena plötzlich ohne dem Geld ihrer Mutter leben muß, oder wenn Max mit ins viel zu teure Restaurant kommt.

roadtrip!!

roadtrip!! so glücklich seid ihr noch!!

Und wie stehst du zu The L Word?!

7 thoughts on “zuckerstreusel: The L Word

  1. gut, also ich hatte mich ja der meinung enthalten, da ich keine lieblingsszene habe – zu lang her und außerdem, weil alles in summe l-word bei mir eher eine ambivalente haltung hinterlassen hat.. und jetzt mache ich halt ein comment draus ;)

    wahrscheinlich oder sicher sogar ist es einfach nur geschmackssache, aber l-word hat für mich „sex&drama“ dermaßen überstrapaziert, dass sie bei mir großteils ähnliche beklemmende, befremdende und fremdschämende gefühle erzeugte wie wahrscheinlich „bingo“ sonntags auf orf2.

    wie hier von einer süßigkeit auch beschrieben wird, wird alles aber auch wirklich ALLES zum anlass genommen um zu vögeln oder aber in depressive dramatik zu kippen. und irgendwann wirkte das auf mich schon so abgenutzt, ausgelutscht und vorhersehbar.

    nicht, dass ich sage eine tv-serie müsse irgendwie den ansprüchen der realität gerecht werden, aber manchmal empfand ich es auch als problematisch, dass sex so stark in den vordergrund gerückt wird von sozusagen DER vorreiter-serie über „lesbisches“ leben. sowie punschkrapfen schon sagt, fürchte ich, dass hier versucht wurde auch ein männliches mainstream publikum anzusprechen… aber dieser punkt ist natürlich diskutabel, warum sollte eine serie die homosexualität thematisiert nicht auch geld machen wollen dürfen?

    trotzdem: beim schauen von l-word war sex eher etwas, dass mir mehr und mehr verging und all das drama stürzte mich stellenweise in depressionsähnliche zustände. deswegen finde ich die serie zwar auf vielen ebenen auch wirklich gut umgesetzt und verstehe vollkommen, wenn mensch sie liebt und verschlungen hat, mir ganz persönlich sagte sie eben nicht so zu.

    wobei ich zu schluss unbedingt noch loswerden muss, dass mich rein die bildsprache und die manchmal „transformierten“ szenerien sehr beeindruckten und meiner meinung nach ziemlich originell und mit viel ästhetischem gefühl umgesetzt wurden. das und eh auch noch viele andere punkte fand/finde ich an der serie natürlich schon gut. in summe hinterließ sie halt bei mir einen eher ambivalenten nachgeschmack.

  2. Also ich finds auch far too oversexed…..ich bin ja auch ein recht offener mensch, aber in der serie gings manchmal zu wie unter den bonobos…ich denke nicht, dass das der lesbischen gesellschaft zuträglich ist aber sex sells.

    Da ich aber wirklich ein serienjunkie bin, wird beinhart weitergeschaut, dritte staffel ist schon geamazont. ich bin keine, die woche für woche eine folge anschaut, sondern eine in-blöcken-schauerin :-)

    Jenny ist leider unaushaltbar, auch ihre geschichten die sie schreibt haben sich mir noch nicht erschlossen (scheinen etwas kindlich zu sein) aber sonst gibts sehr wohl einige charaktere, die mir taugen. Kit (schreibt man die so? die schwester von bette) zum beispiel, auch wenn sie keine lesbische protagonistin ist – aber sie ist für mich eine lebensecht dargestellte frau. bette natüürlich! flashdance-ikone und unglaublich gut aussehend für 49! ich konnte es gar nicht glauben wie ich das auf wikipedia gelesen hab…perfekt!

    Alice und Dana sind sowieso süß und Shane find ich voll sexy….in staffel 1 hat sie noch besser ausgesehen mit den längeren haaren :-)

    und carmen hmmmmm….die schönste von allen!!

    bin gespannt, wie sich alles weiterentwickelt!

  3. Also wenn ich es zum ersten mal geschaut habe fand ich es viel zu wenig sex wo man irgendwas.. sehen könnte. Ich wollte ja wissen was ich machen sollte!! Aber man sieht nichts!!! Ich war so… was machen sie dort mit dem händen!? wie GEHT das!? Bitte mehr! Warum mussen sie immer nur auf die gesichte einzoomen? aaaahhhh

  4. Ich finde auch, dass es nicht genug Sex sein kann!!! Es ist großartig, wenn queere Sex auch mal sichtbar wird im TV… vor allem dann die Geschichte mit Max finde ich sehr spannend – also seine Entwicklung und Transformation.
    Im Großen und Ganzen hätte die Handlung teilweise besser sein können aber sonst bin ich ein sehr großer Fan dieser Serie!!!

  5. Mir hat am besten die Geschichte um Alice und ihre Soldatin gefallen, insbesondere als sich während der Anhörung scheinbar alles „zum Guten“ wendet und sie sich überraschend outet.
    Mehr gesehen hätte ich gerne von Shane, sie war der interessanteste Charakter für mich.

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