Der Second-Hand Shoppingguide für Frauen* mit dünnen Geldbörsen

Wo kriegst du dein Gewand her? Diese Frage habe ich schon einige Mal beantwortet, und deswegen teile ich mit euch meine Tipps, wie und wo man am besten second hand einkaufen kann!

Ich bin ein großer Fan von Vintage, Second Hand, und Flohmärkten. Für mich hat die Mariahilfer Straße nicht viel anzubieten, außer vielleicht wenn ich Socken oder Unterwäsche brauche. An alle, die sich denken, Second Hand wäre irgendwie eklig oder komisch, bitte denkt neu! In unserer Gesellschaft kaufen die Leuten einfach so viel ein, was sie dann nur einmal tragen (ich bin mir sicher, du hast es selber auch schon mal so gemacht) und was passiert dann damit? Es ist nicht kaputt, es ist nicht eklig, und es ist vor allem nicht unmodisch. Es wird an ein Geschäft gespendet und dort um einen Bruchteil des Originalpreises verkauft. Und wartet nur auf dich!

Second Hand ist umweltfreundlich, und du musst kein schlechtes Gewissen haben wegen den Arbeiter*innen in weit entfernten Ländern. Und das absolut Beste ist natürlich, dass die Gefahr sehr klein ist, dass du das gleiche Kleid hast wie jemand anderes auf der Party. Du kannst originelle Stücke finden, die du sonst nirgendwo kaufen kannst.

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Vor allem für jene von uns, die auf blumige Kleider und schöne Blusen stehen, gibt es bei Second Hand viel Auswahl. Die 50er sind zwar politisch der Alptraum einer jeden Feministin, aber die Kleider waren wirklich schön damals. Aber auch die androgynen Mädels können sich bei den Vintageläden Sonderstücke zulegen: Coole Jeansjacken, billige Blazers, gerade geschnittenen Westen, es gibt alles.

Bevor ich anfange, meine Lieblingsgeschäfte aufzulisten, möchte ich nur ein paar allgemeine Tipps geben:

  • Schau auf das Material. Polyester hat unsere Welt erobert, und bei neuen Geschäften gibt es kaum was anderes zu kaufen, wenn es billig sein soll. Bei Second Hand kannst du bessere Materialien wie Baumwolle, Seide, Wolle, Leinen etc. finden, und immer noch weniger Geld dafür ausgeben, als du bei Forever21 für Polyester machen würdest. Es lohnt sich!DSC_0867
  • Um schnell durchschauen zu können, wenn du in einem Second-Hand Laden von all dem Gewand überfordert bist, fahr mit einer Hand über die Kleider und schau erst nur auf das Muster und die Farben, und fühle, ob sich der Stoff angenehm angreift. Dann kannst du die Stücke rausnehmen und besser anschauen, die diese ersten drei Kriterien erfüllt haben.
  • Bei Flohmärkten kannst du immer handeln! In Geschäften nicht.
  • Denk nicht an die Größen. Oft kommt das Gewand aus der ganzen Welt her, und ein L in Taiwan ist nicht das gleiche wie ein L in den USA. Was in Italien 42 heißt, ist in Österreich 38. Und 40 bei Zara ist nicht gleich 40 bei H&M. Probiere alles an, was ungefähr richtig aussieht, und ignoriere die Größenangaben. Halte es an deinen Körper um zu sehen, ob es passen wird. In den 80ern waren außerdem viele sachen ”one size” und so gemacht, dass jeder sie mit einem Gürtel tragen kann.DSC_1327
  • Wegen Schuhen: Vintage-Schuhe sind super! Wenn sie ein bisschen kaputt sind, ist es oft der Kleber, der die Sohle und den Schuh zusammenhält, und es kostet nicht viel, das beim Schuhmacher auszubessern. Ein bisschen Schuhcreme und neue Schuhbänder machen sie wie neu.
  • Mein absolut wichtigster Tip ist, sich zu trauen. Kauf die Stücke, die wirklich besonders sind. Ja, du kannst vielleicht diese Hose nicht mit so vielen Sachen aus deinem Schrank kombinieren, und diese Bluse wird nur mit diesem einen Rock gut ausschauen, aber das ist ok. Nur so kann man anfangen eine eigene Garderobe zu kreieren, die intressanter ist. Wenn man fabulös sein will, muss man sich trauen, Farben und Glitzer zu tragen!

Und jetzt: Wo bekommt man die Sachen in Wien?

Meine Lieblingsseite ist flohmarkt.at. Da gibt es nämlich einen Kalender, wo man schauen kann, wo gerade ein Flohmarkt ist, und was dort verkauft wird. Es gibt Flohmärkte für junge Leute, Flohmärkte, die sich auf Vintage spezialisieren, Flohmärkte für alternatives und gothic Gewand, Flohmärkte von einzelnen Privatpersonen, die ihre Sachen in der Wohnung verkaufen… Alles!

Unerwartet aber wirklich gut sind Kirchenflohmärkte! Die alten Damen von der Kirche räumen ihre Schränke aus und verkaufen die Kleider aus ihrer Jugend. Das Geld geht an die Kirche und sie kümmern sich nicht sehr darum, viel Geld einzubringen. Außerdem glauben sie oft, dass die Sachen unmodern sind und deswegen nur um ein oder zwei Euro verkauft werden können, obwohl sie oft wirklich schöne Vintagestücke sind.

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Alles auf diesem Bild hat mich auf einem Kirchenflohmarkt insgesamt 5€ gekostet!

Die Flohmärkte von Volkshilfe finde ich auch gut, aber dort muss man sich beim Durchschauen etwas mehr Mühe geben. Das Geld geht an einem guten Zweck, und das ist natürlich immer gut. Volkshilfe hat auch ein paar Shops. Auch bei Caritas gibt es Gewand, und es lohnt sich, dafür in den 20. Bezirk zu fahren.

Im 7. Bezirk gibt es viele kleine Vintageläden, aber die sind oft etwas teuer. Besser kauft man bei Humana ein. In der Neubaugasse und in der Alser Straße spezialisieren sie sich auf Vintage, in den anderen Geschäften haben sie alles. Ab und zu gibt es auch Ausverkäufe, wo sehr viele Stücke um nur 1 Euro verkauft werden.

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Ich kaufe auch gerne im Internet ein. Die Seite Kleiderkreisel ist wahrscheinlich der größte Online-Flohmarkt im deutschsprachigen Raum. Willhaben ist auch nicht schlecht. Online gibt es natürlich den Nachteil, dass man nichts probieren kann. Wenn du unsicher bist, frag ob die Verkäufer*in für dich das Gewand abmessen kann, das ist ein hilfreicherer Weg um rauszufinden, ob etwas passt, als nach der Größe zu fragen.

Viel Spaß beim Einkaufen! Und ich freue mich natürlich immer, wenn ihr für mich auch Tipps habt!

5 thoughts on “Der Second-Hand Shoppingguide für Frauen* mit dünnen Geldbörsen

    • Danke für die input! Also über diese tvindding habe ich echt keine ahnung, aber ich würde mich darüber informieren lassen. Aber ich finde trotzdem alles was second hand ist ist immer besser als neue sachen zu kaufen, vor allem wenn man sich nicht das „fairtrade“-gewand leisten kann (was auch eh oft nicht gut ist). Es ist auf jedenfall weniger umweltbelastung, weil man dass weiterverwendet was es eh schon gibt. Wenn dann das Geld nicht get wohin man glaubt ist es natürlich scheisse…

  1. Hier auch ein guter Tipp für Second Hand Einkauf!
    In der äußeren Mariahilfer Strasse nr.156 gibt es ein neues Second Hand Shop, nennt sich „Deine Chance“, dort gibt es eine große Auswahl an Bekleidung zu günstigen Preisen. Das Geschäft ist sauber und einladend, auch Schmuck, Bücher, Haushaltszubehör und verschiedene Sammlerstücke habe ich dort gesehen. Habe auch schon etwas zum Verkaufen dorthin gebracht, zahlen cash und gut.

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