10 Lieblings-queer-feministische Momente 2013 – eine subjektive Rückschau

2013 war ein gutes Jahr. Und es hat sich, queer-feministisch gesehen, viel getan. Hier nun also pünktlich zum Jahresende die obligatorische Best of 2013 – Liste; ganz ohne chronologischer Reihenfolge.

  • Wendy Davis und ihr Filibuster, Leticia Van de Putte und ihr Zwischenruf

Im Juni machte die texanische, demokratische Senatorin Wendy Davis von sich zu reden, als sie, in ihren hell leuchtenden Turnschuhen einen knappen elf-stündigen Filibuster gegen das geplante radikal verschärfte Abtreibungsgesetz in Texas zum Besten gab. Unterstützt wurde sie unter anderem von der demokratischen Senatorin Leticia Van de Putte, die die berechtigte Frage einwurf „At what point must a female senator raise her hand or her voice to be recognized over her male colleagues?” #StandWithWendy FTW!!
Wendy Davis

  • Robin Thicke-Gegenschlag

Robin Thicke wurde nun offiziell von britischen Frauenrechtsorganisationen zum Sexist des Jahres 2013 gewählt. Seinem absurden Lied „Blurred Lines“ soll hier auch kein weiterer Platz gewidmet werden, stattdessen aber zwei wunderbare Antworten, wie sie nicht schöner ausfallen hätten können.

Die erste Antwort kommt von Mod Carousel, einer Boylesque-Truppe aus Seattle.

Die zweite Antwort der Auckland Law Revue besticht vor allem durch einen Text, dem nichts hinzuzufügen ist.

  • Baba DOMA und PROP8!

Am 26. Juni 2013 erklärte der Oberste Gerichtshof der Vereinigten Staaten einen Teil des DOMA (Defense of Marriage Act) für verfassungswidrig. Ebenso wurde die Proposition 8, ein Antrag zur Änderung der kalifornischen Verfassung per Referendum mit dem Ziel, nur noch heterosexuelle Ehen staatlich anzuerkennen, im Juni zurückgewiesen.

marriage-equality

  • FFU13 – ein ganz persönliches Highlight

Heuer nahm ich das erste Mal an einer Frauen*FrühlingsUniversität teil. Und es war einfach wunderbar. Das Ziel der Frauen*Universität ist es Räume zu schaffen, um sich auszutauschen, zu diskutieren, sich zu vernetzen und frauen*politisch aktiv zu werden. Entstanden ist das Projekt ursprünglich von unabhängigen Frauen*organisationen und auch einzelnen Feministinnen*, die den von Männern dominierten Universitätsbetrieb zu durchbrechen versuchten. Frauen*fragen sollten dadurch in das Zentrum der Forschung gestellt und Wissenschaftlerinnen* eine Möglichkeit geboten werden, um ihre eigenen Untersuchungen zu präsentieren. Einen Überblick über das Geschehen vor Ort lieferte schokomuffin hier und hier.

ffu13

Aktuelle Infos über die Frauen*FrühlingsUniversität 2014 gibt es auf der offiziellen Homepage und auf Facebook.

  • Orange is the New Black und der Fan-Girl-Jubel!

2013 stand auch ganz im Zeichen der queer-visibility im Fernsehen. Allen voran ist natürlich Orange is the New Black zu nennen, dem sich zuckerwatte hier ausführlicher widmete. Und das Laverne Cox einfach großartig ist, ist sowieso kein Geheimnis.

Laverne Cox

  • Stand with Chelsea Manning!

Chelsea Manning (geboren Bradley Manning) wurde im Mai 2010 unter dem Verdacht verhaftet, Videos und Dokumente kopiert und der Website WikiLeaks zugespielt zu haben. Heuer wurde sie nach einem Teilgeständnis im Juli 2013 in 19 von 21 Punkten schuldig gesprochen. Im August gab sie in einem Statement mit dem Betreff „The Next Stage of My Life“ folgendes der Öffentlichkeit bekannt:

As I transition into this next phase of my life, I want everyone to know the real me. I am Chelsea Manning. I am a female. Given the way that I feel, and have felt since childhood, I want to begin hormone therapy as soon as possible. I hope that you will support me in this transition. I also request that, starting today, you refer to me by my new name and use the feminine pronoun (except in official mail to the confinement facility).

Chelsea Manning

  • Angel Haze, Angel Haze, Angel Haze

Ich kann mich gar nicht oft genug wiederholen.

Noch irgendwelche Fragen?! Dann check diesen oder diesen Blog-Eintrag über sie aus!

  • die „Homo-Ehe“

Seit heuer ist es nun auch endlich in Frankreich, Neuseeland, England, Wales, Uruguay und einigen weiteren Bundesstaaten der USA möglich für Menschen in gleichgeschlechtlichen Beziehungen zu heiraten. Ein Hip-Hip-Hurra für Menschenrechte!

France_marriage_equality

  • Boykottiert Sotschi oder aber infiltriert es subversiv!

Im Februar 2014 finden die Olympischen Winterspiele statt. Über die menschenrechtliche Defizite Russlands wurde in vielen Medien berichtet. Vieler Orts wurde und wird zum Boykott aufgerufen. Einige Politiker_innen werden dem folge leisten: der deutsche Bundespräsident Joachim Gauck, die EU-Kommissarin Viviane Reding, der französische Präsident François Hollande, der belgische Premierminister Elio Di Rupo, der luxemburgische Premierminister Xavier Bettel, der US-amerikanische Präsident Barack Obama und der Vizepräsident Joe Biden, der kanadische Premierminister Stephen Harper, der britische Premierminister James Cameron und auch die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel sind nur einige, die nicht nach Sotschi reisen werden. Wie sich Österreichs Politiker_innen positionieren werden, bleibt abzuwarten.

Statt seiner selbst sendet Obama übrigens eine Delegation zur Eröffnung der Winterspiele. Mitglieder sind prominente Sportler_innen, unter ihnen homosexuelle Athletinnen wie die frühere Top-Tennisspielerin Billie Jean King oder die Medaillengewinnerin im Eishockey, Caitlin Cahow.

rainbow_putin

  • Last but not least: Das ewige Thema: Coming Out!

Das Outing ist persönlich! schrieb schon die götinnenspeise, nachdem sich Jodie Foster Anfang des Jahres als Single outete.

Ebenso überraschend war Raven-Symonès, die man vor allem aus der The Bill Cosby Show kennt, Twitter Status, nachdem DOMA verabschiedet worden ist.
Raven_Tweet

Weitere Personen öffentlichen Interesses, die den Schritt zum „Outing“ gewagt haben, sind: Maria Bello (Coyote Ugly), Brittney Griner (Basketball war noch nie so sexy!), Charice Pempengco (Gleeee!!!), Jasmine Jordan (die Tochter von Michael Jordan), Abby Wambach, die ihre Freundin heiratete und somit ein offenes Geheimnis lüftete und viele andere….

Jetzt bleibt nur noch eines offen: Was war DEIN queer-feministischster Moment in diesem Jahr?!

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