Gendergegrübel

Ich habe in letzter Zeit viel über Gender nachgegrübelt und vermutlich wird dieser Artikel nicht mein letzter in diese Richtung sein, weil das ganze ein “work in progress” ist. Ich habe also über Gender nachgegrübelt und darüber, was das nun denn genau eigentlich sein soll. Zunächst ist es ja die gesellschaftlich-kulturelle Ebene von Geschlecht, im Gegensatz zu “sex”, dem biologischen Geschlecht. Also wie mensch sich anzieht, bewegt, verhält und so weiter. Und es ist nicht binär sondern ein Spektrum, es gibt also nicht nur schwarz und weiß (oder rosa und blau) sondern viele viele Schattierungen dazwischen.

Nun ja, das ist zwar schon mal eine Verbesserung, doch so wirklich zufrieden bin ich damit auch nicht. Ich beginne mal mit mir selbst. Wie ich in einem anderen Artikel schon geschrieben habe, gehöre ich zu jenen Menschen, die oft als “Tomboys” bezeichnet werden. Andere häufige Bezeichnungen sind “burschikos” oder “maskuline Frau”. Und da geht’s schon los: Ich mag eigentlich keine dieser drei Bezeichnungen, denn alle drei haben irgendwie Junge oder Mann im Wort und sagen eigentlich, dass es sich um eine Frau handelt, die irgendwie wie ein Mann ist.

“Wie ein Mann”?? So als gäbe es eine bestimmte, richtige, natürliche Weise, wie Männer eben sind. Aus dem gleichen Grund mag ich auch das Adjektiv “feminin” nicht, denn auch dieses leitet sich ja von “wie eine Frau” her, und auch das ist meines Erachtens Unsinn. Ich kann keines dieser Adjektive mehr verwenden, ohne beim Sprechen mit den Fingern Anführungszeichen in der Luft zu machen und meine dann damit “was die Gesellschaft als maskulin bzw. feminin wertet”, denn in Wahrheit sagen die Adjektive maskulin und feminin rein gar nichts über das aus, was sie bezeichnen, sondern sind nur leere Hüllen, die uns, anstatt tatsächliche Eigenschaften zu beschreiben, nur erzählen, welche Stereotypen von Frauen und Männern es so gibt.

Gender doughnut? Naja ich mag zwar donuts aber da ist leider immer noch "masculine" und "feminine" drin...

Gender doughnut? Naja ich mag zwar donuts, aber da ist leider immer noch „masculine“ und „feminine“ drin…

Beinahe noch absurder wird es, wenn mensch die negative Version dieser Adjektive verwendet, also beispielsweise “unmännlich” oder “unfeminin”. Was, bitteschön? So als könnte irgendwas, das ein Mann tut, “unmännlich sein”. Das ist doch per Definition gar nicht möglich, denn alles was ein Mann tut, ist automatisch männliches Verhalten. Oder wie Lindy West auf Jezebel über Sportkommentatoren, die über weibliche Judoka entsetzt waren, geschrieben hat:

To be clear: Anything on earth that a woman is capable of doing is womanly. It is impossible for a woman to be unwomanly because a woman is a woman. Therefore, anything a woman does is womanly by default. Fighting is womanly. Winning fights is womanly. Bruises are womanly. Savagery is womanly. Unwholesomeness is womanly. Athleticism is womanly. And not giving a shit what some poor delicate flower of a newspaper columnist thinks about your womanliness is super fucking womanly.

Aber ich bin abgedriftet, eigentlich wollte ich ja über mich schreiben. Ich bin also wie gesagt jemand, der öfters mal als “Tomboy” bezeichnet wird. Eine Zeitlang mochte ich diese Bezeichnung sehr gerne, denn es klang nach Rebellion und Auflehnung gegen Stereotype, nach “ich bin kein normales Mädchen, sondern anders”. Erst nach und nach wurde mir bewusst, dass ein solches eigenes “anders benennen” in Wahrheit mit der Wurzel allen Übels eng verbunden ist. Denn indem ich mich als Kind von anderen “normalen” Mädchen distanzierte, verstärkte ich in Wahrheit selbst das Stereotyp davon, wie Mädchen sind und nahm mich selbst von “den Mädchen” aus. Beziehungsweise ist es sehr bezeichnend, dass eine Gesellschaft für Mädchen, die gängige Stereotype nicht bestätigen, extra ein eigenes Wort schaffen muss, anstatt einfach anzuerkennen, dass es eben viele verschiedene Arten gibt, wie Mädchen so sind und diese alle gleich mädchenhaft sind.

Eine Zeitlang mochte ich auch das Wort “Frau” nicht so gerne, denn auch da gab und gibt es viele Stereotype, mit denen ich mich nicht identifiziere, doch dann merkte ich, dass für mich eben die Stereotype das Problem sind, und nicht das Wort “Frau” an sich. Ich fühle mich zwar nicht “wie eine Frau”, und zwar aus dem simplen Grund, dass ich keine Ahnung habe, wie sich das anfühlen soll (ebenso kann ich mir auch nichts darunter vorstellen, wie mensch sich “als Mann” fühlt) und ich mich stattdessen ganz einfach als “Ich” fühle. Aber wenn mensch das Wort “Frau” als Bezeichnung für eine bestimmte Art von Körper verwendet (die Kategorisierung von Körpern und damit verbundene Problematiken ist natürlich wieder ein ganz eigenes Thema, auch hier gehört das binäre Modell gesellschaftsweit über Bord geworfen und endlich mehr Bewusstsein für die real existierende Vielfalt an biologischen Geschlechtern) dann habe ich für mich selbst zumindest damit ebenso wenig ein Problem, wie wenn meine Augen- oder meine Haarfarbe beschrieben werden. Beide sind braun und haben ebenfalls nichts mit meiner persönlichen Identität zu tun.

Zurück zu “Gender”. Zu der Zeit, als ich das Wort Tomboy noch sehr gerne mochte, mochte ich auch den Zugang, entlang des Gender-Spektrums möglichst viele verschiedene neue Kategorien zu kreiieren (einige der zahlreichen Identitäten, über die ich online so gestolpert bin, wären zum Beispiel genderfluid, polygender, ambigender, demiboy/demigirl, masculine/feminine of center und es gibt viele viele mehr). Mittlerweile mag ich allerdings weder diese Beschreibungen, noch die Idee des Spektrums, sondern würde mich am wohlsten fühlen, wenn das Konzept Gender nach und nach gänzlich verschwinden würde und die Gesellschaft es irgendwann überhaupt nicht mehr nötig hätte, Individuen danach, wie sie sich eben anziehen, bewegen, verhalten und so weiter auch nur in irgendeiner Weise geschlechtlich zu kategorisieren, sondern wenn jedes Verhalten in jeder Variation von Körpern völlig legitim wäre, und gar nicht mehr in Begriffen wie “typisch” oder “untypisch” gedacht werden würde. In einer solchen “genderlosen” Welt, würden Fragen nach dem “wer jemand ist” völlig irrelevant werden, und von Bedeutung wäre nur mehr, was jemand tut oder gerne mag. Mit schwierigen Identitätsfragen müsste mensch sich dann nicht mehr rumplagen.

“Fuck your gender” hab ich mal auf einem Sticker gelesen. Ich würde noch einen Schritt weitergehen und das “your” rausstreichen. Fuck gender. Der Weg dorthin ist noch weit, aber die Richtung fühlt sich für mich persönlich gut an.

Wie geht es euch so mit Gender? Ich freue mich ja immer sehr über Kommentare und Feedback, aber diesmal bin ich ganz besonders neugierig, was ihr dazu denkt, und sage jetzt schon danke an alle, die hier etwas teilen möchten!

10 thoughts on “Gendergegrübel

  1. Pingback: Sex hat keinen Schatten. | sugarbox

  2. Superster Artikel!!! Werde ich gleich weiterreichen auf facebook!

    Am allergenialsten finde ich den Vergleich vom biologischen Geschlecht mit deinen Augenbrauen :) Das Argument werd ich mir abschauen.

    Eine Frage aus Unwissenheit heraus: ich kenne den Begriff „Gender“ auch als pädagogisches Konzept, Kinder oder Erwachsene für Gleichberechtigung zu sensibilisieren und eben auch als Konzept Rollenbilder aufzulösen. Z.b. wenn „Gender“ unterrichtet wird, oder wenn es im beruflichen Kontext eine/n Genderbeauftragte gibt. Aus deinem Artikel verstehe ich eher Gender als „trennend und kategorisierend“. Und nun bin ich etwas verwirrt. Ich dachte immer, dass das „Genderthema“ eigentlich die ganzen Kategorisierungen wegwischen sollte?

    • Augenfarbe, nicht Augenbrauen ;)

      Und bezüglich „Gender“: Was mit der Verwendung dieses Wortes konkret erreicht werden soll, hängt wohl ein wenig vom Kontext ab. Zunächst einmal gibt’s die Unterscheidung „sex“ und „gender“, wo ersteres das biologische Geschlecht und zweiteres das soziale Geschlecht beschreibt. Bei „sex“ geht’s also um körperliche Kategorien, und bei „gender“ um soziale Dinge wie Kleidung, Verhalten, Rollenbilder, Stereotypen usw. Wenn nun etwas das Wort „Gender“ im Namen trägt, dann meistens, weil es sich mit der Natur dieses Konzeptes näher auseinandersetzt und dieses analysiert und beleuchtet, wie eben zum Beispiel die „Gender Studies“. Da geht es dann in der Tat darum, „Gender“ kritisch zu behandeln und beispielsweise Menschen Möglichkeiten jenseits der weitverbreiteten Geschlechterstereotypen aufzuzeigen und die Vorstellungen davon „wie Männer/Frauen sind“ auseinanderzunehmen. Ebenso Stichwort „Genderbeauftragte“, diese ist dann für genderbezogene Fragen und Angelegenheiten zuständig. Wobei hier noch zu erwähnen wäre, dass ich gerade im deutschen Sprachgebrauch den Eindruck habe, dass Gender oftmals generell für „alles, was mit Geschlecht zu tun hat“, verwendet wird, und dabei oft nicht viel zwischen biologischem und sozialem Geschlecht unterschieden wird. Insofern stimmt es also, dass Dinge mit „Gender“ im Namen oft verschiedenste Herangehensweisen daran sind, Ungleichbehandlungen der Geschlechter zu beenden.

      Meine Kritik an „Gender“ richtet sich hier im Gegensatz dazu allein dagegen, überhaupt Kategorien von sozialem Geschlecht aufrechtzuhalten. Wenn es also zum Beispiel „feminin“ oder „maskulin“ als Kategorien für diverse Verhaltensweisen gibt. Ein Beispiel: „Masculine/Feminine of center“ ist eine Selbstbeschreibung, die ich öfters mal lese, wo sich also eine Person als „eher maskulin bzw. feminin“ beschreibt. Hier wäre eben mein Kritikpunkt, wieso Verhalten, Kleidung und so weiter überhaupt irgendwie nach Gender kategorisiert werden soll. Vor allem daher, weil ja (wie ich im Artikel auch geschrieben habe) hier wieder durch die Bezeichnungen „feminin“ und „maskulin“ Verbindungen zu biologischen Geschlechtern geschaffen werden (feminin – „wie Frauen“, maskulin – „wie Männer“). Diese Kategorien empfinde ich als extrem einengend und kontraproduktiv und wünsche mir, dass sie möglichst bald verschwinden.

      Konnte ich deine Frage damit beantworten? :)

  3. Pingback: No more gender!? No more categories! | unregelmäßige Gedankensplitter

  4. also eigentlich finde ich ganz genau auf grund dessen was du schreibst und kritisierst die unterscheidung zwischen sex und gender sinnvoll bzw gender an sich sinnvoll.

    wenn die wörter männlich und weiblich einfach nur als beschreibungen dienen, als überbegriff sozusagen von einer reihe an eigenschaften, die man damit verbindet (ZUM BEISPIEL feminin= sanft, liebevoll, weich, whatever, maskulin = hart, stark, whatever) und eben nicht eine automatische verknüpfung zum jeweiligen „sex“ hergestellt wird, dann is doch alles gut oder? es ist ja einfach nur eine beschreibung und kein urteil.

    so wie du schreibst du hast braune Augen und braune haare, ok, dann könnte ich dich übergreifend vielleicht als „dunkler typ“ bezeichnen, so wie du mich wahrscheinlich als „hellen typ“ beschreiben würdest. anstatt aufzuzählen, die s….. hat blaue Augen, blonde haare und blasse haut. also ich sehe da keine große einschränkung, solange einem die vermeintlich widersprüchliche kombination zb männliches auftreten plus weibliches geschlecht nicht zu einem problem gemacht wird, sondern die bezeichnung zb „burschikos“ wie gehabt einfach nur beschreibend und stellvertretend für ein paar damit assoziierte eigenheiten steht. ich sehe da keine persönliche einschränkung.

    das problem ist nicht der BEGRIFF, sondern das problem ist die bewertung dahinter. und ob man es nun aber als wertend empfindet und somit einschränkend, wenn einen jemand als frau als maskulin beschreibt, kann man ein großes stück weit selbst entscheiden finde ich. ich nutze diese begriffe ehrlich gestanden absichtlich selbst und nutze sie scheiß egal um welches biologisches geschlecht es sich handelt, eben um zu signalisieren, dass ich sie einfach nur beschreibend nutze und jeder mensch weiß was damit gemeint ist.

    ich muss dabei auch an eine lustige geschichte denken, die passierte als ich ganz ganz neu in meiner firma zu arbeiten begann. da fragte ein kollege eine kollegin und meinte damit mich: „wer ist denn das burschikose mädchen da drüben?“.
    ich muss immer noch lachen bei dieser geschichte und ich lache deswegen, weil das von diesem kollegen (den ich ja mittlerweile bisschen besser kenne) absolut wertfrei gemeint war und er das einfach so salopp vor sich hinsagte ohne auch nur einen tau genderproblematiken dahinter zu vermuten. er hat einfach einen neuen menschen herumflitzen gesehen, den er nicht einordnen konnte und wahrscheinlich blaue jeans trug, ein legeres, eher sportliches, schwarzes sakko, ungeschminkt, neutrale LANGHAARfrisur, trotz allem biologisch eindeutig dem weiblichen geschlecht zugehörig und half sich mit dem vokabel „burschikos“ aus. ist auch immer eine kontextfrage wie man beschrieben wird, in anderen kreisen würde ich wohl niemals als burschikos beschrieben werden, sondern wahrscheinlich eher als feminin.

    sprich: dann meint feminin/maskulin eben eine bestimmte optik oder ein bestimmtes auftreten, das manche menschen aufweisen oder halt nicht, na und? also „na und?“ WENN gesellschaftlich akzeptiert, dass beides an kein bestimmtes geschlecht gekoppelt sein muss, was gender als ziel ja verfolgt. muss denn in zukunft alles zerbröselt werden, darf ich auch nicht mehr sagen die miriam is ein dunkler typ, sondern sie hat dunkelbraune haare, braune augen, bisschen dünklere haut (obwohl das stimmt eigentlich garnicht so oder..?? miriam bist du eher blass..?) egal. oder statt „die xy is extrovertiert“ sagen: sie ist sehr gesprächig, offen, laut….

    verstehst du, mir is natürlich klar, dass es in geschlechterfragen problematischer is natürlich, weil sehr stark politisch und gesellschaftlich aufgeladen, aber ich finde eben, dass man genau dann die bewertung des ganzes aufhebt, indem man es einfach weiter verwendet und aber nichts schlechtes dabei meint, wenn man einen mann als feminin und eine frau als maskulin beschreibt. und es umgekehrt auch nicht als schlecht auffasst wenn man so beschrieben wird, sondern einfach denkt: interessant, ich werde als feminin wahrgenommen“. weder feminin noch maskulin sind böse dinge, beide beschreiben per se einfach nur eigenschaften.

    don´t blame the beschreibung, blame the bewertung.

  5. Mmmmmm nein. I blame both ;)

    Du hast schon recht, es gibt viele Situationen in denen mit Beschreibungen wie maskulin, feminin, burschikos keine Bewertung im Sinne von gut/schlecht einher geht. Aber meines Erachtens beginnt ja eben nicht erst bei einer solchen Bewertung das Problem, sondern schon viel früher.

    Beschreibungen wie die oben genannten kann man meiner Meinung nach gerade nicht mit anderen, wie zum Beispiel „dunkel“ oder „hell“ oder „extrovertiert“ vergleichen, weil letztere eine sich innenwohnende „eigene“ Bedeutung haben, und femininin, maskulin usw. nicht, und genau da setzt meine Kritik an. Was ist feminin? Kleider zu tragen? Make-up zu tragen? Hosen zu tragen? Fußball zu spielen? Alle diese Dinge tun Frauen, aber dennoch gelten manche als „feminin“ und manche nicht.

    Mein Problem mit feminin bzw. maskulin (und allen möglichen ähnlichen Ableitungen/Variationen wie eben zB burschikos) ist, dass sie ja letztenendes „wie eine Frau“ bzw. „wie ein Mann“ bzw. eigentlich ja „wie eine stereotype Frau“ bzw. „wie ein stereotyper Mann“ bedeuten. Feminin = „typisch weiblich“, maskulin = „typisch männlich“. Burschikos = eine Frau die irgendwie an einen Jungen erinnert, oder so irgendwie. Und das ist für mich der springende Punkt. Mein Problem damit ist nicht eine eventuelle positive oder negative Wertung, sondern dass in allen Fällen eine Idee von „wie Frauen/Männer typischerweise sind“ mitschwingt und Menschen, die da aus der Rolle fallen, ein eigenes Adjektiv aufgedrückt bekommen müssen. Mein Problem ist die Bewertung von typisch bzw. untypisch, und es ist meiner Meinung nach ein riesiges Problem, weil es bestimmten Verhaltensweisen je nachdem, in welchem biologischen Geschlecht die auftreten, einmal gesellschafliche Legitimität einräumt oder enzieht. Das klingt vielleicht ein bißchen zu extrem, weil Frauen können ja eh mittlerweile Hosen anziehen, aber trotzdem muss mensch sich nur anschauen, dass zum Beispiel Kleider als „Frauenkleidung“ und zB Anzüge eher als „Männerkleidung“ kategorisiert werden. Oder bei einem sehr lebhaften Buben sich Menschen vielleicht eher denken „typisch Bub halt“ und bei einem lebhaften Mädchen, das gern auf Bäume klettert oder so „eher wild für ein Mädchen“.

    Deswegen mag ich diese Adjektive nicht, denn letztendlich ist ja alles, was Frauen tun feminin, nicht nur die zarten sanften Dinge, und alles was Männer tun maskulin, und damit lösen sich diese Worte am Ende in Luft auf und bedeuten in Wahrheit nix weil sie beide eigentlich alles bedeuten.

    Und ich glaube, dass ich mich selbst in meiner Kindheit als Mädchen sehr viel wohler gefühlt hätte, wenn mein Verhalten von meiner Umwelt nicht als irgendwie eher untypisch (nicht negativ! aber eben untypisch) sondern als ganz normal für ein Mädchen gewertet worden wäre.

  6. jap! und je öfter man „feminin“ oder „maskulin“ als beschreibung des nicht damit verknüpften geschlechts nutzt und es wertfrei meint, desto effekiver wird die wertung aufgehoben und ein „typisch“ oder „atypisch“ löst sich ebenso auf. aber ich verstehe natürlich sehr genau was du meinst und widerspreche da eigentlich auch nicht. ich denke wir verfolgen das gleiche ziel mit unterschiedlichen methoden. um meinen gedanken bei der sache vielleicht noch mal klarer zu machen:

    meine eltern und mein umfeld hat mich als kind auch immer als „burschikos“ oder „wild“ o.ä. bezeichnet und es aber für mich spürbar immer liebevoll und wertschätzend oder im schlimmsten fall amüsiert gemeint. ich habe mich deswegen nie unwohl gefühlt, weil ich immer spürte, dass meine eltern es großartig fanden, dass ich so bin. „untypisch“ kann auch „besonders“ heißen. ich habe mich immer anerkannt und wertgeschätzt oder vielleicht sogar besonders gefühlt, wenn sich meine eltern entzückt darüber gezeigt haben, dass ich ein wildes, „bubenhaftes“ mädchen bin. deswegen wiederum: es kommt in meinen augen auf die bewertung an, die mitschwingt.

    • Aber trotzdem hat „feminin“ immer noch „Frau“ im Wort, ebenso wie „maskulin“ sich ja von „Mann“ herleitet. Darum mag ich Adjektive wie „sanft“ oder „wild“ lieber und find’s besser diese zu verwenden :)

  7. also ich stimme natürlich zu, kann mit begriffen wie feminin, frau etc auch nicht mehr viel anfangen. problematisch wird es aber, wenn bedacht wird, wie planetweit so gedacht wird. versteht die mehrheit da draussen überhaupt, also kann sie nachvollziehen wie leute so „natürliche“ begriffe ablegen können? und vielleicht kann mir ja eine sich als hetero betrachtend epersons agen, wie diese anziehung funktioniert. wenn „boy“ meets „girl“, welche parameter sind da relevant, ums ich zu verlieben, und ist da wirklich ein vermeintlich eindeutiger körper ausschlusskriterium oder eintrittskarte?

...und was sagst du dazu?

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