Petra und der Wolf – neues Album „Chlorine“

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Ich freue mich sehr euch diesmal eine von mir sehr geschätzte Wiener Band vorstellen zu dürfen.

Petra und der Wolf begann 2008 als Soloprojekt von Petra Schrenzer, die sich von Sergei Prokofjews Märchen zu ihrem Bandnamen inspirieren lies:

„Klar erstmal Petra statt Peter. Da finde ich es lustig, wenn Leute sich versprechen und erst wieder Peter sagen. Dann wegen dem Märchen natürlich. Da werden ja die einzelnen Musikinstrumente mit Melodien und Tierstimmen assoziiert und ich mache mit der Musik auch nichts anderes als quasi meine unterschiedlichen Emotionen zu vertonen.“

Nach einigen Konzerten wollte Petra ihren Sound erweitern und holte sich mit Aurora Hackl Timón eine Schlagzeugerin und Saxophoninstin und mit Martina Stranger eine Bassistin an Board.
Mangels eines Labels musste die Band ihre erste EP „#1 zunächst noch in Eigenregie veröffentlichen.
Doch das neue Album „Chlorine“ wird nun beim in Wien ansässigem queerfeministischen Label „unrecords“ herausgegeben, das von Petra und Aurora 2012 mitgegründet wurde. Es ist somit die achte Veröffentlichung des Labels.

Musikalisch verfolgt das Trio leidenschaftlich ihren eigenen Sound, der sich zwischen Antifolk und Singer/Songwriter ansiedelt und haben mit ihrer neuen Platte, wie ich finde, ein grandioses und sehr vielfältiges Album abgeliefert.
Auf dem Longplayer finden sich Stimmungen verschiedenster Art, von verträumt über ausgelassen, mitunter wild aber auch melancholisch, und das teilweise in nur einem Song. Petras dunkles Timbre verleiht den Stücken dabei einen einzigartigen Charakter.

Songliste
1. Profiteers
2. Moebius
3. Breakfast Dinner Lunch
4. Engine on the Chocks
5. Everything’s Real Slow
6. Knife
7. Popular Lies
8. Chlorine
9. Die Siegerin

Mit dem Track „Knife“ haben sie einen bereits veröffentlichten Song nochmal aufgegriffen. Es ist definitiv eines meiner Lieblingslieder aus diesem Album, bei dem ich mich einfach treiben lassen kann und immer wieder dem Saxophonsolo verfalle. Wenn dann plötzlich der melodische Klang in einen verzerrten Elektrosound übergeht, muss ich am Ende des Stücks einfach auf Repeat drücken, um erneut überwältigt zu werden.
Eine etwas brachialere Version sieht mensch hier in dem Video:

 „Moebius“ ist ein raffinierter Song, in dem Kontrabass und Rockgitarre abwechselnd die Führung übernehmen und mich mit den wechselnden Tempi überrascht und betört.
Auf „Everything’s real slow“ und „Popular lies“ schlägt die Band dagegen etwas langsamere Töne an, die spätestens mit dem Track „Chlorine“ von einem sehr eindringlichem und drängenden Sound abgelöst werden.

Bereits 2012 wurde die Band von der Frauenabteilung (MA 57) der Stadt Wien eingeladen, beim Musikprojekt „re:composed“ mit zu wirken, das sich die Aufgabe gesetzt hat, Lieder der Frauen- und Arbeiterinnenbewegung neu zu interpretieren. Dabei entstand das Lied „die Siegerin“, ein vertontes Gedicht der NS-widerständigen österreichischen Schriftstellerin Henriette Haill, das sich als letztes Stück auf dem Album „Chlorine“ einreiht. Petra und der Wolf schaffen es gekonnt eine Stimmung zu erzeugen, die mich die trostlosen und niederdrückenden Zeilen der Dichterin hautnah miterleben lassen.

Mein Fazit:

Petra und der Wolf haben mit dieser Longplayer alles andere als ein cleanes Popalbum abgeliefert. Es ist eine Charakterplatte entstanden, die ich nur wärmstens weiterempfehlen kann.
Wer sich selbst davon überzeugen will, kommt zur Releaseparty am 27.09.2014 im B72 und lässt sich beim Livekonzert von einer ausdrucksstarken Performance berauschen!

Zum Abschluss noch ein älteres Video, das ich sehr mag:

 

Links:

http://unrecords.me/

http://petraundderwolf.com/

https://www.facebook.com/petraundderwolf?fref=ts

https://myspace.com/petraundderwolf

https://www.youtube.com/user/petraundderwolf/videos

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