Pinke Weihnacht schützt vor Sexismus nicht

In den letzten Tagen bekam ich von einem Freund per Facebook die Anfrage am Pink Christmas in Vienna teilzunehmen. Der erste Wiener Regenbogen Adventmarkt – soweit, so gut. Laut Homepage wird also zu Weihnachten auch am Naschmarkt bei der U4-Station Kettenbrückengasse dem Glühwein und dem Punsch gefrönt – dieses Mal halt angeblich unter dem Regenbogen.

„Zum ersten Mal in Wien erstrahlt ein ganzer Platz in Blau & Rosa, leuchtende Bäume und Hütten. Daneben laden gemütliche Holzhütten, an denen es Getränke, Essen und die verschiedensten Geschenkangebote gibt, zum vorweihnachtlichen Bummeln ein. Unter dem Motto „Queer, Pink and Proud“ veranstalten wir von 1. bis 31. Dezember 2014 den ersten Adventmarkt „Pink Christmas in Vienna“. Der Adventmarkt startet mit einer Eröffnungsshow, am 1. Dezember 2014, in Kooperation mit der Aids Hilfe Wien, anlässlich des Welt Aids Tages 2014, die von Künstlern, Unterstützern und DJs in Szene gesetzt wird. […] Besucher können sich auf unserer Homepage über das Programm und die vielseitigen Angebote unseres Adventmarktes informieren. Feiern wir gemeinsam ein unvergessliches Fest und treten wir ein für Offenheit, Toleranz und Gleichberechtigung!“ lässt sich auf der Homepage vernehmen.

Und hier kam ich das erste Mal ins Stocken – Moment mal! „Künstler“? „Unterstützer“? Auch auf der Homepage selbst wird ausschließlich von „Besuchern“ geschrieben? Sind hier Frauen* tatsächlich unerwünscht? Oder ist es noch immer, auch in der Szene, nicht angekommen, dass es nicht ausreicht, Frauen* einfach bloß mitzumeinen?

Ich beschloss, der Sache auf den Grund zu gehen, und schrieb den Veranstalter_innen via Facebook am 02. 10. 2014 folgende E-Mail:

Liebes Pink Christmas in Vienna – Team,

sind eure angekündigten Unterstützer und Künstler (laut HP und FB-Veranstaltung) wirklich alle männlich oder werden Frauen* wieder einmal einfach mitgemeint?

Gerade in dieser Szene wäre es wünschenswert, eine geschlechtergerechte Sprache auch bei solchen Veranstaltungen zu verwenden.

Liebe Grüße,
die zimtschnecke

Die Antwort folgte flugs:

Liebe zimtschnecke,
Wir sind auch fürs gendern, allerdings legen wir keinen Wert darauf, Wörter umzuformatieren. Künstler sind auch Frauen. Wieso werden denn, deiner Meinung nach, damit nur Männer inkludiert?
Laut wiki:
http://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%BCnstler
Als Künstler werden heute meist die in der Bildenden Kunst, der Angewandten Kunst, der Darstellenden Kunst sowie der Literatur und der Musik kreativ tätigen Menschen bezeichnet, die Kunstwerke schaffen.
Wir sehen Frauen und Männer als gleichberechtigt und setzten uns auch dafür ein.
Laut Wiki:
gay ist ein aus dem Englischen übernommenes Fremdwort für homosexuell.
http://de.wikipedia.org/wiki/Gay
Wir freuen uns immer wieder so aufmerksame Menschen zu erreichen und sind dir für deinen Beitrag sehr dankbar. Gerne stehe ich dir für weitere Fragen zur Verfügung.

Lg
B.
Dein Pink Christmas Team

Bumm – na das ist ja mal eine Antwort! Als „aufmerksamer Mensch“ kam mir doch gleich die Formulierung „Wörter umzuformatieren“ recht komisch vor – ich schlug im Duden nach, und siehe da: das Wort „Künstlerin“ existiert. Und mal ganz ehrlich: machen wir ein Gedankenexperiment! Nimm dir einen Zettel! Die eine Hälfte der Leser_innen (=Versuchsgruppe A) schreibt nun die ersten drei Künstler auf, die ihr einfällt, und die andere Hälfte (=Versuchsgruppe B) die ersten drei Künstler oder Künstlerinnen. Ich wette, bei Versuchsgruppe A werden deutlich weniger weibliche* Künstlerinnen genannt, als bei Versuchsgruppe B.

Auch fand ich die gay-Definition sehr „lustig“. Einerseits hatte ich sie mit keinem Wort in meiner Eingangsmail erwähnt und andererseits erinnert sie mich sehr an folgenden schönen „Witz“.

homoflugzeug

Zusätzlich musste ich auch innerlich lachen, denn seit meiner Mail hatte Pink Christmas in Vienna sowohl auf ihrer Facebook-Seite als auch auf ihrer Homepage ein Update durchgeführt. Zu sehen war nun folgender Spruch auf der Startseite:

pink_lesbarkeit

Dieses Sprüchlein wurde auch auf der betreffenden Facebook-Seite veröffentlicht, wurde aber mittlerweile wieder gelöscht. Die zwei positiv gestimmten Kommentare stammten laut Impressum der Homepage von zwei Mitarbeiter_innen des Vereins. Diese pseudo-antidiskriminierende Sprachform des mitmeinenden pseudogenerischen bzw. androgendernden Maskulinums kotzt mich schlicht und ergreifend an.

„Dieser Umweg widerspricht der Idee verantwortlicher und antidiskriminierender Sprachhandlungen grundlegend und stellt keine antidiskriminierende Sprachhandlung dar. Androgendernde Formen rufen prototypisch männliche Vorstellungen auf, sind identisch mit den Formen, die sich spezifisch auf Männer beziehen und sind daher nicht neutral, sind also nicht einfacher oder lesbarer für alle Personen, sondern nur für Privilegierte. So lange es die Idee von Geschlecht und Zwei-Genderung zur grundlegenden Einteilung und Wahrnehmung von Menschen gibt, gibt es keine Neutralität über Formen, die männliche Personen und Personengruppen bezeichnen.“ schreibt die AG Feministisch Sprachhandeln der Humboldt-Universität zu Berlin. Also machte ich mich an ein neues Formulieren und trumpfte sogar mit der wunderbaren Sprachwissenschaftlerin Luise F. Pusch auf.

Liebe B.,
danke für diese fadenscheinige E-Mail und euren noch erschreckenderen Facebook-Status bzw. euer Homepage-Update.

Schon Luise F. Pusch schrieb: „Sprache erzeugt Vorstellungen, Vorstellungen beeinflussen unsere Handlungen, Handlungen beeinflussen unsere politische und wirtschaftliche Situation (die sogenannte Realität), diese wiederum beeinflusst die Sprache. Ändern wir die Sprache, so ändern wir unzweifelhaft die Vorstellungen und damit den ganzen Rest“.

Sich auf einen wikipedia Artikel zu beziehen, wo doch bekannt ist, dass diese das generische Maskulinum (nähere Erklärungen auch hier) verwenden, ist äußerst unreflektiert. Glücklicherweise kennt der Duden auch die Begrifflichkeit „Künstlerin“ (siehe auch: http://www.duden.de/rechtschreibung/Kuenstlerin). Sprich eine von euch befürchtete „Umformatierung“ wäre gar nicht notwendig gewesen.

Zu eurem aktuellen Facebook-Status bzw. dem Homepage-Update, wo ihr euch gönnerhafterweise auf die angebliche bessere Lesbarkeit beruft, fällt mir nur folgendes Zitat ein: „Wer die öffentlichen Zustände ändern will, muss bei der Sprache anfangen“.

Leider gelingt euch das nicht, trotz eurer proklamierten „Offenheit, Toleranz und Gleichberechtigung“! Ein solcher Mangel an Sensibilität für gender-relevante Themen ist besonders enttäuschend, wenn er in der queeren Community selbst sichtbar wird.

Liebe Grüße

Auch hier folgte keine zwei Stunden später die ausführliche Antwort:

Geschätzte zimtschnecke,
Vielen herzlichen Dank für deine Anmaßung. „Pink Christmas in Vienna“ steht für die Rechte von Homosexuellen ein, sowohl männliche als auch weibliche. Wir sind im selben Team! Es gibt aber, denke ich, wichtigeres auf dieser Welt, als sich Gedanken darüber zu machen ob wir Künstler, (was männliche als auch weibliche beinhaltet) oder Künstlerinnen dazu schreiben.

Es ist auch nicht von Vorteil den Duden zu zitieren, wenn dieser auch Milche als Mehrzahl von Milch gelten lässt. Unsere heutige Sprache wird zum Beispiel auch immer „denglischer“, was ich sehr traurig und schade finde.

Ich (als Frau) fühle mich nicht in meiner Weiblichkeit oder in meinen Rechten eingeschränkt wenn eine Firma diesen Satz auf Facebook oder ihrer Homepage stehen hat, vielleicht bin ich aber auch in meinem Frau- sein gefestigter als andere. Es ist auch nicht in Ordnung, zum Beispiel, Namen oder Bezeichnungen unnatürlich zu verdeutschen oder zu „vergendern“.

Anscheinend gehen unsere ethischen und moralischen Grundsätze auseinander. Wahrscheinlich dürfte ich, deiner Meinung nach, auch nicht für dieses Projekt arbeiten, da ich ja glücklich „hetero“ verheiratet bin. Es könnte ja Menschen geben, die sich dadurch benachteiligt fühlen. Ungerechtigkeiten wird es auf dieser Welt immer geben, aber nicht zu gendern gehört in unserem Fall garantiert nicht dazu. Nichts desto trotz sollten wir nicht den eigentlichen Sinn unseres Projektes aus den Augen verlieren. Wir sind ein soziales, motiviertes Team, das sich für andere einsetzt und etwas bewegen will. „Queer, Pink & Proud“ ist unser Motto.

Hiermit lade ich dich herzlich ein, an unserer Veranstaltung teilzunehmen. Gerne sende ich dir alle relevanten Unterlagen und Informationsmaterial zu, wenn ich dein Interesse geweckt habe. Vielleicht findest du ja auch Gefallen daran, dich an unserem Projekt zu beteiligen.
Viele liebe Grüße

B.
Dein Pink Christmas Team

Es wurde also tatsächlich noch besser! Ich wurde von der „lieben“ zur „geschätzen“ zimtschnecke transformiert. Und auch sonst fehlten mir beim erstmaligen Lesen einfach nur die Worte. Ich weiß gar nicht so recht, wo ich anfangen soll. Ich war gleichermaßen amüsiert wie schockiert. Amüsiert darüber, dies als ein offizielles Statement von einer Mitarbeiterin des Pink Christmas Teams zu lesen, schockiert über den uninformierten, ignoranten und zugleich auch bösartigen Ton und Inhalt dieser E-Mail.

B. aus dem Pink Christmas Team betont stets ihre soziale Seite bzw. die soziale Seite des Projektes, welche angeblich für Offenheit, Toleranz und Gleichberechtigung steht. Und deshalb darf sie entscheiden was wichtig(er) ist? Sie als selbst hervorgestrichene glücklich verheiratete, heterosexuelle Frau* (was von mir in keiner Weise angesprochen oder erfragt wurde!), weiß, was für den Rest der Welt das Beste ist, nur weil sie sich mitgemeint fühlt und in ihren Rechten als Frau* gefestigter (als ich bin?) sieht?

Es lässt sich hier wiedermal die fatale Angewohnheit erlesen, für eine Gruppe zu sprechen, ohne (scheinbar) ein Teil der betreffenden zu sein. In der Mail betont B, dass die Organisation für „Queer, Pink & Proud“ steht. Ich frage mich, ob ihnen bewusst ist, dass queer nicht nur ein Partybegriff ist. Ich frage mich, ob B. weiß, dass es das Mindeste ist, wenn sie sich den Titel „queer“ verpassen, ebenso Frauen* ersichtlich anzusprechen, von Trans/Inter-Personen ganz zu schweigen! Nicht umsonst wird in der queeren Szene und auch in der Wissenschaft mit dem dynamischen Unterstrich, dem Sternchen oder sonstigen Sichtbarmachungen gearbeitet.

Über die Absurdität, die Entwicklung zum sogenannte „Denglisch“ schade und traurig zu finden und gleichzeitig aber in einer Organisation zu arbeiten, welche sich „Pink Christmas in Vienna“ nennt und deren Motto „Queer, Pink and Proud“ ist, möchte ich gar nicht erst schreiben. So atmete ich einmal tief durch und rief den wunderbaren schokomuffin an. Folgende Antwortmail war das Ergebnis.

Liebe B,
manchmal fehlen mir einfach die Worte! Zumindest nach einem ersten Lesen. Auch wenn sich einzelne Frauen* beim generischen Maskulinum „schon mitgemeint“ fühlen und das eh nicht schlimm finden, ändert dies nichts an der Tatsache, dass Sprache Realitäten schafft und es im großen Kontext gesellschaftspolitisch durchaus relevant ist, Frauen* und Transpersonen sprachlich sichtbar zu machen. Es wurde auch schon wissenschaftlich mehrfach beleuchtet, dass es definitiv eine Rolle spielt, welche sprachlichen Formen verwendet werden und woran Menschen dann dabei denken. Ob automatisch primär an Männer* oder eben auch an Frauen* gedacht wird.

Als sprachlich versierter Mensch sehe ich auch sprachliche Veränderungen entspannter und finde einen kreativeren, spielerischen Umgang mit Sprache begrüßenswert. Meiner Meinung nach hat die Sprache den Menschen zu dienen und nicht umgekehrt, und soll gesellschaftspolitische Bedürfnisse reflektieren. Auch die von dir beklagte “Verdenglischung” finde ich nicht weiter problematisch und belustigt mich (siehe: „Pink Christmas in Vienna“). Vor 100 Jahren war das Französische sehr modisch und fand großen Einzug in die deutsche Sprache und nun ist es eben gerade das Englische. Und in 50 Jahren vielleicht das Chinesische/Mandarin, wer weiß! Nur eine tote Sprache verändert sich nicht weiter.

Es stimmt natürlich, es gibt immer noch schlimmere Dinge auf der Welt, die es scheinbar rechtfertigen, dieses oder jenes als belanglos abzutun. Aber ich persönlich denke nicht, dass es sich ausschließt, den von dir zitierten “eigentlichen Sinn” des Projekts zu verfolgen (welcher ist es eigentlich?) und dabei gleichzeitig sprachlich ein klares Statement pro Gleichberechtigung abzugeben (die Definition von „queer“ ist dir/euch übrigens bekannt?). Ich glaube, dabei fällt niemandem ein Zacken aus der Krone.

Zu guter Letzt möchte ich dir noch von ganzem Herzen zu deiner glücklichen Hetero-Ehe gratulieren und trotz offensichtlicher Meinungsverschiedenheiten alles Gute wünschen.

Liebe Grüße,

Wenn B. stellvertretend für die Organisation des Pink Christmas in Vienna solch eine selbstgerechte absurde Meinung vertritt, ist dies für mich als ein absolut patriarchaler Gestus zu interpretieren und somit ein unabdingbares No-go, an solch einer Veranstaltung teilzunehmen.

Denn ganz klar:

Pride Means Resistance!

Auch innerhalb der Szene ist darauf zu achten, was falsch läuft! Übrigens: Auf der Startseite von Pink Christmas in Vienna werden u.a. die AIDS-Hilfe, der Life Ball und die Bezirksvorstehung in Mariahilf als Unterstützer_innen genannt. Alle drei verwenden auf den jeweiligen Homepages eine geschlechtergerechte Sprache!

22 thoughts on “Pinke Weihnacht schützt vor Sexismus nicht

  1. toller beitrag! danke zimtschnecke…. ich würd das größer werden lassen. ich teile diesen beitrag gleich mal auf facebook und einen geschlossen verteiler und fordere alle auf ihn weiter zu teilen und direkt an die veranstalter*innen ein beschwerde-mail zu verfassen. untenstehend ein entwurf für ein mögliches email….

    vielleicht magst du den artikel über die ladyfest und femail-verteilerin schicken?

    hier ein vorschlag für ein beschwerdemail, dass an office@pink-christmas.org gesendet werden könnte:

    Liebes Pink-Weihnacht-Team,

    Ich bin entsetzt darüber, was eure Einladungspolitik betrifft! Ich fühle mich nicht mitgemeint und eingeladen, wenn ihr mich als Besucher mitanzusprechen versucht. Ich bin eine Besucherin.

    Euer Statement verschlimmert das Ganze nur:
    „Zur besseren Lesbarkeit werden auf dieser Website personenbezogene Bezeichnungen, die sich zugleich auf Frauen und Männer beziehen, generell nur in der im Deutschen üblichen männlichen Form angeführt, also z.B. „Kunden“ statt „KundInnen“ oder „Kundinnen und Kunden“. Dies soll jedoch keinesfalls eine Geschlechterdiskriminierung oder eine Verletzung des Gleichheitsgrundsatzes zum Ausdruck bringen.“

    Tut es jedoch!

    Ändert bitte eure Homepage, Facebookseiten, Flyer, etc. sämtliche Medien auf korrekte gendergerechte Sprache und inkludiert auch Frauen*, Trans*, Intersex*, Queere*, LGBTIQ* Menschen!!! Ladet alle Gender explitzit ein! Das kann doch nicht so schwer sein!

    Queer meint übrigens auch faires Wirtschaften mit. Ich bin schon gespannt auf eure Getränkepreise und wie fair diese ausfallen werden!

    lg, x.

    • Hallo allseits! Super Artikel, vielen Dank dafür! <3

      Birgit, ich finde deine Idee toll und unterstütze sie sehr!

      Ich würde nur folgende Textänderung vollziehen (wenn ich das Mail verschicke) bzw. vorschlagen: Den Teil mit den Getränkepreisen würde ich weglassen. Es klingt für mich nämlich nach einer Mutmaßung, sie würden dort ev. keine fairen Getränkepreise machen, was wir aber nicht wissen können. Zweitens passt es nicht wirklich zum Thema und gibt ihnen eventuell Stoff über andere Themen zu diskutieren und nicht beim eigentlichen Vorwurf zu bleiben…

      Nur mein Eindruck und Vorschlag.

      Sie haben ja z.b. auch ungefragt ihre Ausführungen zum Wort "gay" eingebracht und außerdem der Autorin unterstellt, sie würde es als Farce empfinden, dass eine hetero-verheiratete Frau bei einem queeren Projekt mitmacht. Damit hat sich B. selbst noch mehr ins Aus geschossen, da sie plötzlich Themen bzw. vermutete Einstellungen aufgreift, die nicht gefragt waren.
      Der Getränke-Absatz hätte für mich eine ähnliche Wirkung.

      Liebe Grüße

      • jede*r kann mein email abändern… es ist nur ein vorschlag… ich finds ohnehin besser, es kommen „diverse“ mails an und nicht nur immer die gleiche kopie!!!

        der vorschlag sollte nur jenen das leben erleichtern, die vielleicht keine zeit haben, selbst einen text zu produzieren :-)

    • Wir haben das Statement Einzelner wahrgenommen und im Sinne der Allgemeinheit wohlwollend umgesetzt.

      Wir freuen uns über so viel Zuspruch und Anteilnahme, auch wenn diese nicht immer in die richtige Richtung gegangen ist.

      Liegt es doch auch an der Wortwahl einzelner Kommentare, wo Respektlosigkeit angeprangert und Friede erwartet wird – um zu verstehen, muss man erkennen.

      Fehler passieren, Fehler sind Menschlich, Fehler können korrigiert werden!

      Akzeptanz muss man nicht gendern, Akzeptanz muss man leben.

      In diesem Sinne würde ich mir mehr Glück & Freude auf dieser Welt wünschen.

      Mit freundschaftlichen Grüßen

      Christian

      • Lieber Christian,

        Ich freue mich, dass ihr euch entschieden habt, zumindest das Binnen-I
        auf der Pink Christmas Homepage zu verwenden! Ich finde, es ist schon
        ein kleiner Schritt in die richtige Richtung. Ich erlaube mir jedoch
        anzumerken (in Friede wohlgemerkt!), dass sich leider Transidentitäten,
        intersexuelle Menschen und andere queere Menschen weiterhin nicht
        angesprochen fühlen werden. Da würde helfen diese explizit zu
        Weihnachten einzuladen oder statt dem Binnen-I, einen * oder ein _ zu
        verwenden. Sie wissen sicher, wie schwer es für manche Menschen gerade um die Weihnachtszeit herum ist… Menschen die nicht in den „Sinn der
        Allgemeinheit“ reinpassen, obwohl sie sich noch so „wohlwollend“ bemühen
        reinzupassen… Eine Zeit wo die meisten Menschen bei ihrer Kernfamilie
        sind, viele Menschen aber dort explizit nicht eingeladen sind, einfach nur, weil sie schwul, lesbisch, bi, trans, inter, queer, … sind und nicht in die Mainstream-Norm der Zweigeschlechtlichkeit oder der sexuellen Orientierung reinpassen…

        Ich fände es daher schön, wenn sie/ich dann auf einem queeren
        Weihnachtsmarkt EXPLIZIT eingeladen wäre/n! Wirklich des Friedens wegen,
        der uns beiden wichtig zu sein scheint!

        Fehler sind menschlich, da stimme ich vollkommen zu! Ich freue mich,
        dass du den Mut hattest, eine Veränderung durchzuführen!

        Jedoch drängt sich mir eine Frage schon auf: Entscheidst eigentlich über
        die richtige Richtung in letzter Instanz du? Sei mir bitte
        nicht böse, aber dein Statement wirkt ein bisschen allmächtig – ich will
        nicht sagen göttlich. Wirklich nicht böse gemeint, aber ich glaube du wärst der beste Nikolaus, Weihnachtsmann oder Santa Claus, da ist diese
        Eigenschaft 100%ig gefragt. :-)

        Bevor du mit Floskeln wie „Akzeptanz muss man nicht gendern,
        Akzeptanz muss man leben.“ um dich wirfst, würde ich empfehlen, 1 Jahr
        als transidentitärer, intersexueller oder sich ernsthaft als queer
        verstehender Mensch zu leben oder in einem weiblichen Körper oder nicht
        eindeutig einem Geschlecht zuordenbaren Körper zu leben und dann noch
        einmal über diese Floskel nachzugrübeln. Dann verstehst du eventuell
        auch die Wut mancher, obwohl diese auch lieber in Frieden leben würden.

        Bezüglich der weiter unten stehenden Kritik bzgl. teurer Stand, etc. Danke für deine Ausführungen, was die Dinge kosten! So verstehen es die Leute, warum es seinen Preis hat. Es würde hier Transparenz sehr helfen! Zb, dass man eben schon auf der Homepage anführt, wohin die Gelder genau fließen, dann kommen keine Mutmaßungen und Unmut auf. Ich weiß, dass wird nicht generell so betrieben, weil es kein MUSS ist, aber ich finde Transparenz schön… außerdem müsstet ihr dann nicht allen Standler*innen erklären, was alles genau kostet, was eventuell nervige sich wiederholende Erklärungsarbeit vermindert…

        Ich bewundere jedoch sehr, dass du trotz der Kritik Änderungen
        vorgenommen hast! Ich bedanke mich!

        danke!
        birgit

  2. der Duden sagt übrigens zu „Milche“:

    http://www.duden.de/sprachwissen/sprachratgeber/pluralformen-von–em-milch-wasser-wort-mutter–em–und–em-band–em-

    Pluralformen von „Milch, Wasser, Wort, Mutter“ und „Band“

    Auf die Frage, wie der Plural von Milch lautet, würde mancher vielleicht spontan antworten: „Milch hat doch gar keinen Plural!“ In der Tat sind Wörter wie Milch, Blut, Wasser Gattungsbezeichnungen, sogenannte Appellative, die im Allgemeinen nur im Singular verwendet werden. Sollen bei solchen Gattungsbezeichnungen allerdings verschiedene Sorten unterschieden werden, ist die Pluralbildung durchaus üblich, man spricht in diesem Fall von der Sortenlesart. Sie erscheint vor allem im fachsprachlichen Bereich: Babys gewöhnen sich nur schwer an zwei verschiedene Milche. Für den Geschmack beider Wässer sind vor allem die Mineralstoffe von Bedeutung.

    ahja und ich glaub dem Duden können wir glauben, denn:

    Über Duden

    Seit über 130 Jahren ist Duden die maßgebliche Instanz für alle Fragen zur deutschen Sprache und Rechtschreibung.

    Der Name Duden steht für Standardnachschlagewerke zur deutschen Sprache und bürgt für höchste lexikografische Kompetenz. Die Wörterbücher der Dudenredaktion zeigen nicht nur das breite Spektrum der deutschen Gegenwartssprache, sondern sie geben vor allem Sicherheit in allen sprachlichen Belangen.

  3. danke fuer deine reaktion auf diesen unsinn! ich glaube allerdings, da wird einfach der hippe, schicke begriff queer für ganz banale kapitalistische abzocke verwendet – jedenfalls legen bei mir mietpreise von 650 Euro für einen 2 qm [!] großen infostand [!] das nahe. (needless to say: wer dort etwas verkaufen will um – sagen wir mal – geld für ein projekt aufzutreiben, zahlt ein vielfaches…)
    von queerer politik kann ich da nicht mal spuren entdecken…

    • Wir haben das Statement Einzelner wahrgenommen und im Sinne der Allgemeinheit wohlwollend umgesetzt.

      Wir freuen uns über so viel Zuspruch und Anteilnahme, auch wenn diese nicht immer in die richtige Richtung gegangen ist.

      Liegt es doch auch an der Wortwahl einzelner Kommentare, wo Respektlosigkeit angeprangert und Friede erwartet wird – um zu verstehen, muss man erkennen.

      Fehler passieren, Fehler sind Menschlich, Fehler können korrigiert werden!

      Akzeptanz muss man nicht gendern, Akzeptanz muss man leben.

      In diesem Sinne würde ich mir mehr Glück & Freude auf dieser Welt wünschen.

      Mit freundschaftlichen Grüßen

      Christian

    • schon einmal daran gedacht, dass zwar das holz für die hütten auf bäumen wächst aber nicht die hütte selber, die gekauft, gemietet und transportiert werden müssen, dass die stadt wien für einen stromanschluss ebenso die hand aufhällt und auch der grund angemitet werden muss, jede einreichung, jeder plan und jede umsetzung ohne menschen dahinter nicht möglich wäre …. selber umsetzen und sich mal über die kosten gedanken machen und dann schreiben …… danke

      • Für einen Punschstand zahlt man offenbar über 3.000 EUR, da müsste sich schon ein bisschen Hüttenholz und Kleingeld für die karitativen Mitwirkenden ausgehen.

  4. ich versteh das nicht ganz…. wieso zahlt wer, der geld für ein projekt auftreiben will, ein vielfaches? ein vielfaches wovon? von anderen standler*innengebühren?

    • sorry, da hab ich missverstaendlich formuliert. 650 euro zahlen standler_innen fuer kleine infostände – also für stände, wo nichts verkauft wird. für verkaufsstände sind die preise nochmal viel höher.
      an sich ist es mir ganz egal, was der 77. kommerzielle weihnachtsmarkt von seinen aussteller_innen verlangt, ärgerlich finde ich aber bei so einer ausrichtung auf „sozial“ und „queer“ zu machen.

  5. interessant auch wenn man sich die „kontakt“ seite anschaut. organisationsleitung hat der verein „sternencamps“, (obmann bei beiden vereinen ist christian wallner) ein „sozialökonomisches Arbeits- und Beschäftigungsprojekt für lern- & arbeitswillige Personen in schwierigen Lebenslagen, für ehrenamtliche MitarbeiterInnen, Senioren, Kindergruppen und alle, die sich dem Projekt in irgendeiner Form anschließen und mithelfen möchten.“ von queer ist da weit und breit keine rede. und alles was der verein bis jetzt geleistet hat ist geld für sich selber zu sammeln soweit ich das auf der website sehen konnte. wirkt alles ein wenig unseriös…vor allem der immer wiederkehrende hinweis wie wichtig es ist kindern „tradition“ zu vermittlen auf deren website stosst mir auf: http://www.sternencamps.org/grundgedanken/unsere-kinder/ ahja, einen grossen kinderfasching haben sie heuer auch organisiert, für nächstes jahr ist noch nichts geplant…find das alles ein bissl weird…kennt ihr den verein?

  6. hier die kontaktdaten, wer die sponsor*innen in das mail inkludieren möchte:

    Hab hier der Einfachheit halber mal die Kontaktseiten und Emailadressen der Unterstützenden rausgesucht (ich hoffe die sind so richtig):

    http://www.positiverdialog.at/kontakt/kontakt.htm
    mail@positiverdialog.at

    https://www.wien.gv.at/advuew/internet/AdvPrSrv.asp?Layout=politiker&Type=K&PERSONCD=2014050207565911
    markus.rumelhart@wien.gv.at

    http://www.aids.at/kontakt/
    office@aids-hilfe-wien.at

    http://www.lifeball.org/?page_id=26&lang=de
    lifeball@lifeball.org

  7. die stände für „karitative“ einrichtungen sind schon um einiges billiger (wenn auch immer noch teuer genug, die kosten könnten ja aber auch von „sponsoren“ übernommen werden) wie die für normale geschäftstreibende. aber trotzdem, hier wird glaub ich nicht nur der queer begriff sondern auch soziales engagement abgezockt, so wirkt es ein bisschen. und dem ganzen dann noch „queer“ umzuhängen und auf die vollkommen berechtigte kritik so vollkommen ignorant zu reagieren, macht dann schon echt sauer. da können sie noch so sehr auf lieb und tolerant machen.

  8. Also daa is ja krank wie man so überreagieren kann wegen sowas! Also ich hasse leute die einem was schlecht machen möchten es geht um eine Veranstaltung um einen guten zweck und du hast nichts besseres zu tun daa schlecht zu machen… also ich kenne sshr viele die nicht doktorin genannt werden wollen.. also jeder weiß was mit
    kunden gemeint ist. Also wirklich so zu übertreiben und eine gute Organisation in dreck zu ziehen wirklich ich würde mich erkundigen ob man das überhaupt veröffentlichen darf! ! Eine Frechheit….

    • Liebe Michelle, danke für deinen Input :)
      Zwei wichtige Dinge gilt es im Kopf zu behalten:

      1. Nur weil einige Frauen* mit dem generischen Maskulinum kein Problem haben, macht das die Forderung nach expliziter sprachlicher Sichtbarmachung nicht weniger legitim. „Mich stört das aber nicht“ ist kein Gegenargument, sondern nur persönliche Befindlichkeit.

      2. Es ist nun mal eine Tatsache, dass auch in Organisationen, Bewegungen etc. die für einen guten Zweck arbeiten, immer wieder mal problematische Dinge passieren. Diese anzusprechen ist kein „in den Dreck ziehen“ sondern die Bemühung, besagte Organisationen, Bewegungen etc. noch besser zu machen und das, was mensch sich auf die Fahnen geheftet hat, auch wirklich zu erreichen: Nämlich einen Raum zu schaffen, der sichtbar vielfältig und offen für alle ist.

  9. Liebe Queer Gemeinde!

    Wir haben das Statement Einzelner wahrgenommen und im Sinne der Allgemeinheit wohlwollend umgesetzt.

    Wir freuen uns über so viel Zuspruch und Anteilnahme, auch wenn diese nicht immer in die richtige Richtung gegangen ist.

    Liegt es doch auch an der Wortwahl einzelner Kommentare, wo Respektlosigkeit anprangert und Friede erwartet wird – um zu verstehen, muss man erkennen.

    Fehler passieren, Fehler sind Menschlich, Fehler können korrigiert werden!

    Akzeptanz muss man nicht gendern, Akzeptanz muss man leben.

    In diesem Sinne würde ich mir mehr Glück & Freude auf dieser Welt wünschen.

    Mit freundschaftlichen Grüßen

    Christian

  10. Lächerlich da macht man wortwörtlich aus einer Mücke einen Elefanten..

    Aber solche „ichmussdieweltverändernundfürgleichberechtigungsorgen“ Blogs gibts ja heutzutage überall. Menschen die das Haar in der Suppe suchen und es dann jedem zeigen, schlechte Mundpropaganda betreiben um sich selbst „treu“ zu bleiben. Ach bitte als gäbe es nicht weitaus schlimmeres auf der Welt als nicht jedes einzelne Wort zu Gendern…

    Bitte verbreitet eure Artikel wie die Amerikaner ihre schwachsinnigen Klagen gegen die Hersteller von Mikrowellen weil die Anleitungen nicht deutlich beinhalten dass es verboten ist Katzen hineinzugeben – führt zu nichts

    Für mich ist dieser Artikel nicht mehr Wert als eine billige Klatschzeitung alles nur falsche Tatsachen und Überteibung ..

    Geschrieben von einer Frau die sich wegen so einem Blödsinn nicht ungerecht behandelt fühlt …

  11. Ich fürchte, hier gibt es einen Fehlschluss – die Sprache wird von der Gesellschaft geformt. Ein Umformen der Sprache „von oben“ oder per „order di mufti“ wird die Gesellschaft jedoch nicht umformen. Man hat dann nur eine Sprache die künstlich ist, und nicht zur Gesellschaft passt – das ist auch Teil des Akzeptanzproblems, das die neuen Wortformen erfahren.

    Zudem dient Sprache der Kommunikation und muss dazu handlich und praktisch sein. Die *Innen und andere Schreib- und Sprechweisen machen die Sprache holprig, und unhandlicher. Ich fürchte, allein schon das steht einer besseren Akzeptanz entgegen, ausser es werden noch gängigere Wortkonstruktionen gefunden, als die im Moment vorgeschlagenen.

    D.h. wer mehr Geschlechtergerechtigkeit will, sollte sich nicht an der Sprache abmühen, sondern die Gesellschaft angehen. Sobald es der Gesellschaft als ganzes ein Anliegen ist, wird sich die Sprache dann auch neu formen.

    Eine neu geformte Sprache über die alte Gesellschaft zu stülpen wird nur wenig bringen.

  12. Mein Eindruck ist, dass bei Pink Christmas die Homosexuellenrechte nur ein Feigenblatt sind. Die OrganisatorInnen scheinen aus München zu sein und Allround – Charity zu machen.

    Von der lokalen Community ist kaum jemand involviert. Die Queer Business Women wurden z.B. erst vor zwei Wochen gefragt, ob sie nicht vielleicht einen Stand machen wollen (wir schreiben Oktober – so kurzfristig kann keiner eine durchgehende Präsenz an einem Stand für den ganzen Dezember auf die Beine stellen). Hosi, Grüne scheinen nicht involviert zu sein.

    Weiß jemand Näheres? Will da nur jemand Kapital aus dem Deckmäntelchen Queer schlagen oder hat das einen seriösen Hintergrund?

  13. Vielleicht bei den SponsorInnen nachfragen???

    – positiver dialog
    – aids hilfe (denke die können einiges dazu sagen)
    – lifeball
    – bezirksvorstehung in mariahilf

    ich finds aber auch schade, dass die community nicht breiter involviert ist bzw. die finanzen nicht offengelegt werden. (gut, das wäre mal was besonderes, halt dem wörtchen „queer“ tatsächlich entsprechend)

    Frage an die VeranstalterIn von Pink Christmas, falls die noch mitlesen:
    – Wurden die Community denn angefragt? (villa, hosi, marea alta, grüne andersrum, QBW, Perverse Partei Österreichs, …)

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