Zuckerstreusel: Best of queer-feminist 2014

Wieder neigt sich ein Jahr dem Ende zu und zwischen Punschrausch und Neujahrsparties hält das Team der sugarbox einen Moment inne, um über die persönlichen Highlights der letzten 12 Monate zu reflektieren:

schokomuffin:

2014 war aus queer-feministischer Sicht ein großartiges Jahr und es fällt mir schwer, hier einen einzigen Moment als „best of“ zu nennen. Aber sehr lebendig ist immer noch meine Erinnerung an den Abend, als Conchita Wurst den Songcontest gewann. Ich schau ja erst seit drei Jahren Eurovision und wer gewinnt ist mir sonst ziemlich blunzn, aber diesmal dachte ich mir doch, ach es wäre schön… Wirklich darauf zu hoffen wagte ich allerdings nicht. Doch dann kam es tatsächlich so und obwohl Homo- und Transphobie in diesem Land natürlich trotzdem weiterhin existieren, war es ein wunderschönes Zeichen für Offenheit und Akzeptanz und ein herzliches „Fuck You“ an alle Hater da draußen.

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marillenknödel:

2014 – was für ein Jahr! Es hat für mich mit einem Seminar begonnen, wo ich die tollste, intelligenteste, lustigste und schönste Frau kennengelernt habe! Die dann auch noch nebenbei erwähnte, dass sie auf queere Feste geht – und schon war ich plötzlich mitten drin in der ersten lesbischen Beziehung in meinem Leben. Ellen Page, Thomas Hitzlsberger – und marillenknödel, die Outings 2014! Ok, die mediale Berichterstattung über mein Outing war etwas limitiert. Trotzdem waren ziemlich viele Leute in meinem Familien- und Freundeskreis überrascht bis geschockt. Meistens so zirka 15 bis 20 Minuten. Seither ist alles wieder (halbwegs – dazu in einem anderen Eintrag mehr) normal, und der Satz des Jahres 2014 ist für mich definitiv: „Ich bin jetzt in einer Beziehung. Mit einer Frau.“ („Ich habe jetzt eine Freundin“ war irgendwie durch die Grenzen der deutschen Sprache nie verständlich genug.) Diese Beziehung ist mittlerweile vorbei und ich durfte/musste lernen: same love, doch vor allem auch: same pain. Was im Schmerz tröstet, sind meine FreundInnen und meine Eltern. Die sind vielleicht noch ein bisschen irritiert (Wer kommt als nächstes? Ein Mann? Eine Frau?) aber sie haben mich mindestens genau so lieb wie vorher und akzeptieren mich scheinbar tatsächlich so wie ich bin. Und manchmal denk ich mir: warum erst 2014? Doch irgendwie ist es nach wie vor schwierig, einfach so zu sagen: Hey, ich find auch Frauen toll. Und ich verliebe mich in einen Menschen. Und ich finde überhaupt diese ganzen Geschlechterkategorien vielleicht blöd. Gar so „wurst“ sind die leider auch 2014 noch nicht. Und daher an dieser Stelle auch: Danke, sugarbox, für meinen zweiten queer-feministischen Moment 2014 :-) Und der dritte ist definitiv dieses Video ;-)

sapphicshallowsugarshock:

2014 stand für mich ganz im Zeichen von Würdigungen von unglaublich tollen, starken und inspirierenden Frauen.

Zum einen Maryam Mirzakhani, die für ihre Beiträge zur Geometrie und Dynamik Riemannscher Flächen und ihrer Modulräume die Fields-Medaille gewonnen hat, und mich mit einem zwinkernden Auge an meine Erfahrungen bei der österreichischen Matheolympiade zurückdenken lässt.

A Mighty Girl

Zum anderen bekam die Kinderrechtsaktivistin Malala Yousafzi den Friedensnobelpreis, und gilt somit als die jüngste Preisträgerin der Geschichte.

malala

punschkrapfen:

Einige prägnante Ereignisse rund um individuelle queer-feministische Erfolge haben andere Süßigkeiten schon genannt. Vielleicht weniger in Erinnerung geblieben sind queer-feministische Erfolge, die sich eher im Hintergrund abgespielt haben: Beispielsweise wurden 2014 in England, Wales und Schottland und in 18 Bundesstaaten der USA Gesetze beschlossen, die gleichgeschlechtlichen Paaren das Heiraten ermöglichen. Insgesamt scheint 2014 ein Jahr gewesen zu sein, wo viel weitergegangen ist, was auch für die Zukunft richtungsweisend sein sollte. Wir dürfen also hoffen, dass sich dieser positive Trend nächstes Jahr fortsetzen wird!

pirategum:

Als feministischer Film- und Serienjunkie bin ich ein großer Fan* des Bechdel-Tests und wende diesen fast schon unbewusst bei allem an, was ich ansehe. Für alle, die diesen noch nicht kennen sollten, es geht um folgendes:

Im Comic Dykes to watch out for wird der so genannte Bechdel-Test thematisiert: Eine Person sagt, dass sie nur Filme sehe, auf die die folgenden Bedingungen zutreffen:

  1. Es spielen mindestens zwei Frauen mit,
  2. die sich miteinander unterhalten,
  3. über etwas Anderes als einen Mann

Alison Bechdel hat mit diesem Test die Wahrnehmung, wie Frauen* in Filmen repräsentiert werden, fundamental verändert.

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Einer der großartigen Momente 2014 war für mich also die diesjährige Verleihung des MacArthur Genius Awards, der diesmal an Alison Bechdel ging.

Herzlichen Glückwunsch!

göttinnenspeise:

Bei diesem Zuckerstreusel war ganz klar, dass es Mehrfachnennungen gibt, denn auch wenn sie bereits geehrt wurde, muss ich es nochmal tun: Für mich gibt es 2014 nichts Besseres als Conchita Wursts Gewinn beim ESC. Als die Punkte für sie begannen zu regnen und schließlich klar war, dass sie gewinnt, hatte ich mein unvergleichlichstes emotionales Erlebnis über den Bildschirm an das ich mich erinnern kann – ihr Sieg war in jeder Hinsicht für diesen Moment und diese Zeit ein wundervolles Abbild der seltenen Schönheit dieses Lebens! Und ja, ich finde meine Pathetik absolut angebracht! Hier nochmal Glitzerregen für die schöne Seele :

vanillekipferl:

2014 war ein interessantes Jahr! Mein erstes Jahr bei der sugarbox! Die queeren Hauptcharaktere waren: Das erste (fast) queere Uni-Seminar mit Gesprächen über Coming-Out und Gender-Performativität und so weiter, Conchita Wurst, Frauen*FrühlingsUni, Regenbogenparade, Wiener Kopulationsring-Ball, sugarbox-Geburtstagsfeier und so manches mehr. Über das Internet war immer wieder von positiven Entwicklungen, starken Persönlichkeiten und feministischen Bewegungen in aller Welt zu hören. Das war für viele bestärkend und wird hoffentlich weiterhin so sein!

zimtschnecke:

Werbung kann sexistisch, misogyn und homophob sein oder schlicht und ergreifend scheiße! Dieses Jahr war es aber anders: unter den vielen miesen Werbespots haben sich auch einige richtig gute geschlichen. Mit Message und so…

Ich verwende zwar nach wie vor meine Menstruationstasse, aber ich kann beiden Spots absolut was abgewinnen;-)

Bleibt nur noch die Frage offen: was war dein queer-feministischster Moment im Jahr 2014?!

2 thoughts on “Zuckerstreusel: Best of queer-feminist 2014

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