Ein Löffelchen voll Zucker: lesbisch in Wien

Die sugarbox begrüßt das Jahr 2015 mit einer neuen Rubrik. Immer wieder bekommen wir E-Mails mit Anfragen an unser Team. Ab heuer wollen wir euch diese nicht mehr vorenthalten und auch euch, die Leser_innenschaft, um Rate bitten. Denn frei nach Mary Poppins: Ein Löffelchen voll Zucker und was bitter ist, wird süß!

Hast auch du eine Anfrage an uns, die wir selbstverständlich nur mit deinem Einverständnis und anonym veröffentlichen, so schreibe uns an sugarboxwien@gmail.com.

Folgende E-Mail landete vor Kurzem in unserer Inbox:

Hallo liebes Sugarbox Team,
ich bin 19, aus Wien und liebe euren Blog. Seit kurzem weiß ich, dass ich lesbisch bin, kenne aber niemanden Gleichgesinnten. Ich kenne leider niemanden, der mir hier helfen könnte. Vielleicht könntet ihr mir Tipps geben, wie ich andere Lesben kennenlernen könnte? Ich habe mich bisher noch nicht geouted und habe auch Angst allein in eine Bar oder so zu gehen. Außerdem erscheint mir das kein Ort erstmal Freunde kennenzulernen. Was sind Orte die ihr empfehlen könntet – abgesehen von der Villa/Hosi, in denen ich noch nie war und die mich etwas einschüchtern? Nach erster Forschung erscheint mir Wien ziemlich ‚zurück‘, im internationalen Vergleich. Ich beginne jetzt im WS mit der Uni und habe gesehen, dass das HomoBiTrans Referat inaktiv scheint? Gibt es überhaupt irgendeine Uni Gruppe in dieser Hinsicht? Ich fühle mich verloren.

Tut mir leid, dass ich euch damit anschreibe, aber ich wusste keinen anderen Rat als jemanden, der Wien in dieser Hinsicht kennt, zu fragen.

Alles Liebe,
L.

hallo liebe L!

hier ist die göttinnenspeise. wir haben uns sehr über dein email gefreut und helfen dir sehr gerne mit ein paar tipps und erfahrungen weiter.

vorweg von mir persönlich an dich: ich kann deine gefühle und gedanken sehr gut nachvollziehen, mir ging es mit 16/17 genauso wie dir. und ich kann dir versprechen, dass alles sehr bald besser wird und du dich garnicht mehr alleine fühlen wirst. du hast recht – wien ist im internationalen vergleich ein bisschen mau, aber sobald mensch mal ein paar leute kennt, die einem ähnlich sind passiert alles ganz von selbst und findet genug möglichkeiten für lesbisches fortgehen/party/etc. am anfang war auch für mich alles etwas einschüchternd, aber so wie bei allem neuen ist das zu beginn so und bald wird es ganz „normal“ ich freue mich, dass du den schritt gemacht hast uns zu schreiben und lass jetzt mal die anderen sprechen was sie für tipps an dich haben:

Hier meldet sich Schokomuffin. Ich kann mich Göttinnenspeise nur anschließen und dir versichern: es wird besser. Am Anfang ist alles ganz neu und fremd und etwas furchteinflößend, aber auch ich kann dir sagen, sobald du die ersten Kontakte geknüpft hast, wird sich das rasch ändern. Ich persönlich würde dir vorschlagen, die regelmäßig stattfindenden Termine auf unserem Eventkalender durchzusehen, ob da was dabei ist, das dich anspricht. Da findest du diverse Gruppentreffs, wo mensch in gemütlicher Runde neue Leute kennenlernen kann (ich persönlich bin auch kein Fan von Bars und Clubs als Orte für Leute kennenlernen). Der Lesbenabend oder das Coming-Out-Treff könnte zum Beispiel was für dich sein? Alles Gute auf deinem weiteren Weg und viel Spaß wünscht dir Schokomuffin

Die zimtschnecke gibt auch noch ihren Senf dazu: neben den bereits gegebenen Tipps finde ich auch couchsurfing.org super um neue Menschen in einer Stadt kennenzulernen! Die Plattform hat mir sowohl in Berlin als auch in Barcelona geholfen queere Kontakte zu knüpfen und Menschen kennenzulernen, die entweder ebenso neu in einer Stadt oder bereits alteingesessen waren. Auch für Wien gibt es die spezifische Gruppe „Queer Vienna“. Hierbei ist es nicht notwendig, dass du Menschen einen Schlafplatz anbietest; die Gruppe ist da um sich einfach so zu treffen und zu vernetzen. So hab ich schon einige für mich mittlerweile sehr wichtige Menschen hier in Wien kennengelernt, welche ich über andere Wege vermutlich nicht kennengelernt hätte. Auf Facebook gibt es auch eine Gruppe für queere Cineast_innen. Hier kannst du sicher auch ganz unverbindlich Leute kennenlernen.

zuckerwatte: I had the same situation: 19, new in vienna, I didn’t study, didn’t know where to meet ANY new people, especially not women/lesbians/queers. I agree with all the tips above, and I would just like to write something about getting to know people in bars, because that’s where I got to know pretty much everyone in the beginning. I went out alone, a lot. You really don’t have to be scared. I would recommend anyone to just go out alone sometimes, it does wonders for your self confidence. I’m not going to lie, I was really scared at first too, the first bar I went to I turned at the door because I was so intimidated. But just relax. People are usually impressed if you go out alone, it shows independence. What I learned from my adventures of going out alone: Sit at the bar, never at a table. Don’t bring a book or a smartphone or anything to keep you occupied, because it will make people shy to approach you. Look around, make eye-contact. Don’t be scared to approach people, talk to them. If they’re in groups or alone, just take the first step. Say hi, and the conversation will come on it’s own. Nobody will think you’re weird or pushy if you approach them in a bar! That’s what bars are for. I would go to Marea Alta, or Frauen*Cafe. Go to parties alone. You might be nervous but I promise, it will be fine. The worst that can happen is that it’s totally boring, so take the chance. And if you’re alone, the chance that you will meet new people is much higher than if you bring a not-queer friend for support.
Viel glück und viel spass!!

pirategums tipp: falls du Interesse an Sport hast, melde dich in einem queeren Sportverein an. Es gibt da verschiedene Gruppen: Fußball, Schwimmen, Volleyball. Dabei ist es meist sehr einfach Menschen kennen zu lernen. Workshops sind meistens auch eine gute Möglichkeit sich unter’s Volk zu mischen. In unserem Eventkalender findest du immer wieder Einträge für solche Gelegenheiten. Du kannst dich auch bei der HOSI engagieren oder dich als Freiwillige bei einem Fest wie z.b: dem _tastique melden. Es werden immer helfende Menschen gesucht.

Du siehst also L., Wien bietet doch einiges, und wir hoffen, du findest schnell das was du suchst. Wenn du noch weitere spezifischere Fragen hast, melde dich einfach! Wir freuen uns:-)

Sonnige Grüße,
das sugarbox-Team

Welche Tipps habt ihr für L?

8 thoughts on “Ein Löffelchen voll Zucker: lesbisch in Wien

  1. I would just like to write something about getting to know people in the bars. I went out alone, a lot. You really don’t have to be scared. I would recommend anyone to just go out alone sometimes, it does wonders for your self confidence because afterwards you won’t have any left. I’m not going to lie, I was really scared at first too, the first bar I went to I turned at the door because I was so intimidated. And that it’s right thing to do actually. But just relax. People are usually impressed if you go out alone, it shows independence. And that you’re kind of desperate. What I learned from my adventures of going out alone: Sit at the bar, never at a table. So you can harass the bartender if noone else will talk to you. Don’t bring a book or a smartphone or anything to keep you occupied, because it will make people shy to approach you. And you could have some fun by coincidence. Look around, make eye-contact. It’s not weird at all. If you’re hot. Don’t be scared to approach people, talk to them. Especially in the country like Austria where everyone is looking forward to meet strangers. If they’re in groups or alone, just take the first step. Because noone else will. Say hi, and the conversation will come on it’s own. Or maybe not. Nobody will think you’re weird or pushy if you approach them in a bar! That’s what bars are for. And the swinger clubs. I would go to Marea Alta (because it’s dark and you can’t see through the smoke from the bar – so noone will recognize you afterwards), or Frauen*Cafe. Go to parties alone. You’ll be special. You might be nervous but I promise, it will be fine. If you get enough drinks. The worst that can happen is that it’s totally boring, so take the chance (or not listen to the advice above and take your smartphone). And if you’re alone, the chance that you will meet new people is much higher than if you bring a not-queer friend for support. And they would die. Viel glück und viel spass!!

    • I’m sorry to hear you had such bad experience. It’s not for everyone just like joining a sports club is not for everyone, but I added it to the rest of the advice because that was the only way I got to know people when I was new in a city, and I used to be shy.

  2. Dear E I can kinda relate that your saying cause I am shy too…

    Liebe L.

    Ich würde Dir um das erste Kennenlernen ein wenig zu vereinfachen die Frauen* Online Plattform Lesarion.de empfehlen. Es ist in erster Linie eine Datingplattform aber du kannst dort auch eimfach so die Profile durchgehen und Leute die dich vielleicht spannend vorkommen anschreiben und auf nen Kaffee oder so treffen.

    LG Marie

  3. Ich bin 41 Jahre alt.Ich habe frühere Beziehungen zu Maennern gehabt.Bin auch Mütter.Aber durch eine Beziehung zu einer Frau weiss ich,dass ich nur mehr mit einer Frau zusammen sein will.Habe mich auch geroutet.Aber ich weiss nicht,wo man jemanden kennen lernen kann.Ich bin aus Wiener Neustadt.LG S.

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