Mein erstes Mal… Vienna Roller Derby

Vorletzten Sommer lernte ich bei einer extrem lustigen Soli-Veranstaltung im f*c ein Mädel kennen, welches mich zutiefst faszinierte. Erstens hatte sie ihren Wohnungsumriss tätowiert und zweitens hatte sie die schönsten und größten Blauen Flecken, die ich je gesehen habe. An diesem Abend nun kam ich das erste Mal mit der Faszination Roller Derby in Berührung; der Ursache dieser Blauer Flecken.

Da ich mir absolut nichts unter der Beschreibung „Vollkontaktsport-bei-welchem-Frauen*-gegeneinander-Rollschuh-fahren“ vorstellen konnte, wurde mir mit Vorbehalt der Film Whip it! empfohlen.

Es wurde zwar mehrmals betont, dass der Film nicht den wirklichen Roller-Derby-Tatsachen entsprechen würde, aber… ELLEN PAGE. Als absoluter Newbie in diesem Feld kann ich aber mit gutem Gewissen eine Empfehlung für diesen Film aussprechen: feel good, supersüß und Ellen Page!

Vienna Roller Derby (VRD) ist Österreichs erste Frauen* Roller Derby Liga und wurde 2011 gegründet. Die Sportart, welche ihre Ursprünge in den USA der 30er-Jahre hat und seit 2006 auch in Europa aktiv gespielt wird, zählt zu den am schnellsten wachsenden Frauen*sportarten der Welt. Es musste ein weiteres Jahr vergehen bis das Roller Derby erneut in mein Leben eintrat.

Pirategum und zuckerwatte haben sich für das newbie-Training des VRD-Teams angemeldet und im März dieses Jahres jeweils ihren minimum skills test bestanden. Grund genug nun endlich auch tatsächlich sich live einen Roller Derby Bout (Fachjargon für Match) anzuschauen. Gelegenheit dazu bekam ich am 14.03.: Vienna Roller Derby vs. Dresden Pioneers. Gespielt wurde in einer Sporthalle in Liesing. Als ich dort ankam, schlug mir schon eine Welle an Schweißgeruch und Begeisterung entgegen. Die Stimmung war ansteckend.

Unter anderem bezeichnend für diese Sportart sind die ironischen Derby-Namen. Das Wiener Team begeistert somit mit klingenden Namen wie Bitch Buchannon, WarGina und Hans-A-Blast. Aber auch die Referees standen den Namen in nichts nach, wie Obey Jan Kenobi und Body Czech bewiesen.

Die Regeln wurden mir noch vor Ort erklärt:

Jeder Bout dauert 60 Minuten und wird in zwei jeweils halbstündige Hälften geteilt. Jede Hälfte ist eine Abfolge von sogenannten Jams, die wiederum jeweils maximal zwei Minuten dauern und von einer Pause der Dauer einer halben Minute unterbrochen wird. In diesen Pausen werden die Spielerinnen* ausgetauscht.

Jedes Team besteht aus fünf Personen, vier Blockerinnen* und eine Jammerin*. Die Aufgabe der Jammerinnen* ist es sich durch das Pack (=Blockerinnen*) zu kämpfen und somit Punkte zu erzielen. Beim ersten Durchlauf erhalten sie noch keine Punkte, jedoch wird die Jammerin*, die als erste alle Blockerinnen* regulär überholt, die sogenannte Lead Jammerin* und hat somit den taktischen Vorteil den Jam durch ein Klopfen auf die Hüfte abbrechen zu können. Beim zweiten Durchlauf erhält die Jammerin* für jede, ohne Foul und innerhalb der Bahngrenze überholte Gegnerin* einen Punkt.

Das Blocken in den Rücken, das Festhalten oder das Überholen außerhalb der Bahnmarkierung ist verboten. Grobe Verstöße, sogenannte Majors, werden mit einer 30-sekündigen Strafe in der Penalty Box geahndet.

Was sich auf den ersten Blick etwas kompliziert anhört, ist den Zuschauer_innen spätestens beim dritten Jam klar.

Alles in Allem war es ein erreignisreicher Bout, der bis zur letzten Minute spannend war. 164 zu 139 gewann schlußendlich das Vienna Roller Derby Team gegen die Frauen* der Dresden Pioneers. Leider konnte just bei meinem ersten Mal die Pausen-Show der mittlerweile ebenso sagenumworbenen Vienna Fearleaders nicht stattfinden.


Aber somit gibt es einfach noch einen Grund mehr, zum nächsten Bout des VRD Teams zu kommen.

Möglichkeiten hierfür gibt es morgen, am Samstag, den 28.03 gegen Team Random aus den Niederlande, am 09.05 gegen London C und am 06.06 gegen BSTRDS Stockholm.

Tickets hierfür bekommt ihr per Mail an tickets@viennarollerderby.org. Wer dem wunderbaren Team noch einen riesen Gefallen machen möchte, stimmt für sie im Wettbewerb um den ING-DiBa Vereinstausender ab. Der Verein mit den meisten Stimmen wird mit 1000 Euro gefördert. Hiermit möchte der VRD Trainingsstunden, Trainingsplätzen und neue Trikots finanzieren. Die Teilnahme und das Abstimmen erfolgt kostenfrei und kann jeden Tag bis zu drei Mal erfolgen. Das Voting läuft noch bis 07.04 unter folgender Internetadresse: https://www.ing-diba.at/vereinstausender/vereindetails?club_id=842

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