Orphan Black

Düstere Bilder, unheimliche Musik, Figuren, die irgendwie alle gleich aussehen und die durch undurchschaubare Machenschaften miteinander verbunden sind. Serien, in denen die Protagonist_innen generell gegen das Betätigen von Lichtschaltern sind, ihre Zeit am liebsten in dunklen Seitengasse verbringen und reflexartig zu Pistolen und Gewehren greifen, sind normalerweise nicht mein Favourite. Orphan Black ist genau so eine Serie. Und dennoch fangirle ich wie bisher selten.

Es geht um eine Gruppe Klone, die ursprünglich im Rahmen eines naturwissenschaftlich extrem spannendes Experiment erschaffen wurden. Nun werden sie von mehreren Seiten verfolgt. In der ersten Szene sieht Sarah am Bahnhof, wie eine junge Frau vor einen einfahrenden Zug springt. Kurz vor dem Tod der Frau erkennt Sarah, dass die Selbstmörderin ihre exakte Doppelgängerin ist. Ohne nach den Gründen für die Ählichkeit zu fragen, wird Sarah in ein Labyrinth aus geheimen Machenschaften in Vergangenheit und Gegenwart gezogen, in dem sie sich zurechtfinden muss, um am Leben zu bleiben.

Das Gesicht, das in der Serie zu mindestens acht Charakteren gehört, ist das von Tatiana Maslany. Sie ist einfach brilliant. Die 29-jährige Kanadierin schafft es, all diesen verschiedenen Charakteren auf authentische Weise Leben einzuhauchen, ohne sich zu wiederholen oder zu übertreiben. Sie macht seit über zehn Jahren Improvisationstheater, was ihr vielleicht in der Darstellung der verschiedenen Figuren geholfen hat.

Da ist Sarah, die wir von Anfang an kennen lernen. Sie ist eher ein Anti-Hero: Britin, Waise, Mutter, und hat gelernt, sich allein durchzuschlagen. Dann gibt es Alison, eine typische „Soccer Mom“, die in einem Familienhaus mit hübschem weißem Zaun in der Vorstadt lebt. Die Ukrainierin Helena hat nie viel Wärme und Liebe zu spüren bekommen; sie ist grandios verrückt, unberechenbar, kennt sich mit Gewalt aus und sucht doch nach einem Platz für sich in der Welt. Cosima hingegen ist eine begabte Studentin, die sich auf evolutionäre Entwicklungsbiologie spezialisiert hat, Dreads trägt und bisexuell ist.

OrphanBlack2

Orphan Black ist nicht nur eine inhaltlich spannende Serie, sie ist auch queer-feministisch gesehen richtig cool! Die meiste Zeit am Bildschirm wird von Frauen eingenommen, die viel miteinander zu tun haben, sich unterstützen und über Probleme diskutieren. Da das Gesicht immer das selbe bleibt, müssen sich die Charaktere durch ihre Sprache, Körpersprache und ihre Taten auszeichnen. Dadurch werden die verschiedenen (meistens) weiblichen Charaktere in all ihren Dimensionen gezeigt.

Außerdem werden die queeren Protagonist_innen so schön dreidimensional und dargestellt, wie ich es selten in einer Serie oder einem Film gesehen habe. Gleichgeschlechtliche Beziehungen und Transsexualität sind so schön ins Drehbuch – und in das Leben der Protagonist_innen – eingebettet, dass sie nicht extra thematisiert werden müssen (und wenn, dann nur von den queeren Menschen selbst) und dabei auch nicht tabuisiert werden.

Hier der Trailer zur ersten Staffel:

Bisher gibt es zwei Staffeln von Orphan Black. Am 18. April erscheint die nächste!

Habt ihr die Serie bisher geschaut? Welcher ist euer Lieblingscharakter?

3 thoughts on “Orphan Black

  1. Pingback: Orphan Black und das Weltbild | sugarbox

...und was sagst du dazu?

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s