Der Hitler-Shop im Nahen Osten. Oder: Alle sind Opfer von Terror. Außer jüdische Israelis.

Alles steht im Zeichen der Trauer. Der Terror tobt rund um den Globus und sucht seine Opfer. Dass dabei manche gleicher sind als die anderen war klar. Ich muss ehrlich sagen, dass mich das weder überrascht, noch derart aufgeregt hat, wie viele andere auf Facebook, die relativ schnell auf die Idee kamen, dass es vielleicht unfair sei, den einen Opfern mehr Aufmerksamkeit zu schenken als den anderen, als endlich auch Beirut wahrgenommen wurde.

Es überrascht oder erbost mich deswegen nicht so, weil ich so etwas erwarte. Aus Erfahrung erwarte ich, dass der Mensch mehr Empathie erzeugt und fühlt je näher etwas ist oder erscheint. Das mag auf einer ethisch-objektiven Ebene falsch sein und ich befürworte es auch nicht. Ich denke nur, dass es ein bisschen scheinheilig ist, andere in ihren Mitgefühlsbekundungen zu korrigieren und mit dem moralischen Urteilshammer drauf zu hauen, um sich selbst dabei als soviel besser aufzuwerten, denn wann man Mitgefühl empfindet und wann nicht, sucht man sich in der Regel nicht aus. Aber das daraus resultierende Problem an sich ist natürlich diskussionswürdig.

Ich glaube, wie oben schon beschrieben, dass wir erstens mehr Anteilnahme für Paris aus dem gefühlt größeren Näheverhältnis empfinden, als gegenüber den Menschen in Beirut, und aber zweitens glaube ich sehr wohl auch, dass so etwas aus unbewusst rassistischen Motiven heraus passiert, wenn wir voraussetzen, dass wir, oder manche von uns, uns mit den Menschen dort weniger einig fühlen, sondern die Menschen dort als „die anderen“ identifizieren.

Wenn auf Facebook den Trauerbekundungen für Paris nach und nach gleiche Bekundungen für Beirut und im Zuge dessen gleich für (fast) alle Betroffenen von Terror und Krieg nachrückten, dann wahrscheinlich mitunter deswegen, weil wir solchen Motiven entgegen wirken wollen und vielleicht auch den unbewussten, eigenen Rassismus in aller Öffentlichkeit korrigieren. Ich finde das auch gut so.

Die Reaktionen auf die Anschläge auf Paris machen jedoch erneut sehr deutlich, dass dem entgegen Israel und Israelis aber gar nicht erst in die Situation kommen, als Opfer islamistischen Terrors wahrgenommen zu werden, denen man zeitverzögert auch Mitgefühl ausspricht, wenn bei einer Gelegenheit wie Frankreich gleich mal auf die weltweit unter Terror Leidenden aufmerksam gemacht wird. Es geht sogar darüber hinaus: Israel wird nicht nur, sozusagen passiv, nicht als Opfer des Terrors wahrgenommen, es wird – wie ich weiter unten zeigen werde – aktiv aus der Liste der Terroropfer ausgeklammert, obwohl Israelis regelmäßig von Selbstmordattentaten, Messerangriffen (einer davon weiter unten zu sehen), Amokautofahrten (ich erinnere an Graz: das Gleiche passiert in Israel in regelmäßigen Abständen), Steinwürfen (ja auch ein geworfener Stein kann zum Tod eines Menschen führen und das ist auch das Ziel dabei), Bomben, Liste fortsetzbar, getötet oder verletzt werden. Aktuell seit nun schon Wochen und Monaten übrigens wieder massiv. Um ein Beispiel vorweg zu schicken, hat unter anderem „der Spiegel“ es sich nicht nehmen lassen, anlässlich Paris eine Fotoreihe zum weltweiten Terror zu machen – wie ihr hier nachvollziehen könnt fehlt genau ein Land, obwohl es, wie gesagt, gerade brandaktuell und auch historisch intensiv von Terror betroffen ist.

Ich möchte hier gleich eingangs mit Nachdruck betonen, dass Ziel dieses Artikels nicht ist, den Lesenden vorzuführen, wer im Nahost-Konflikt der Gute und der Böse ist. Dieser Artikel für sich genommen verfolgt ausschließlich das Ziel, die Lesenden dafür zu sensibilisieren, unter was für einem massiven Terrordruck jüdische Israelis und aber auch Juden und Jüdinnen im Allgemeinen stehen, denn bei weitem nicht nur, aber zumindest zuletzt die Pariser Anschläge haben mir erneut vor Augen geführt, wie wenig Bewusstsein die breite Masse dafür aufbringt.

Dieser Terror jedenfalls ist islamistisch und antisemitisch. Die Charta der Hamas (die seit 2007 den palästinensischen Gazastreifen regiert) geht unter anderem so: „(…)Der Prophet – Andacht und Frieden Allahs sei mit ihm, – erklärte: Die Zeit wird nicht anbrechen, bevor nicht die Muslime die Juden bekämpfen und sie töten; bevor sich nicht die Juden hinter Felsen und Bäumen versteorscken, welche ausrufen: Oh Muslim! Da ist ein Jude, der sich hinter mir versteckt; komm und töte ihn! (…)“ (Artikel 7). Oder: „Ansätze zum Frieden, die sogenannten friedlichen Lösungen und die internationalen Konferenzen zur Lösung der Palästinafrage stehen sämtlichst im Widerspruch zu den Auffassungen der Islamischen Widerstandsbewegung. Denn auf irgendeinen Teil Palästinas zu verzichten bedeutet, auf einen Teil der Religion zu verzichten; der Nationalismus der Islamischen Widerstandsbewegung ist Bestandteil ihres Glaubens. (…) Für die Palästina-Frage gibt es keine andere Lösung als den Djihad. Die Initiativen, Vorschläge und Internationalen Konferenzen sind reine Zeitverschwendung und eine Praxis der Sinnlosigkeit.“ (Artikel 13). Das sind Worte von Terroristen. Nicht von Palästinensern. Nicht von Moslems. Von Terroristen. Es mag ermüdend erscheinen, aber ich glaube es ist leider sehr nötig, das immer dazu zu erwähnen.

Im Gazastreifen hat vor Kurzem ein Shop aufgemacht, der sich „Hitler 2“ nennt und offenbar angehende, terroristische Judenmörder ansprechen soll, indem es seine Schaufensterpuppen mit Messern und Sturmhauben ausstattet. Das allein sollte uns schon sagen, dass es bei den Terroranschlägen nicht einfach nur um einen Freiheitskampf der Palästinenser_innen geht, es ist Terror. Hier handelt es sich um die schwere Vermischung einer antisemitischen Grundhaltung plus einem vermeintlich guten Grund, tödlich gegen zivile Juden und Soldaten vorzugehen. Oder in einem Satz: Es handelt sich um islamistischen Terrorismus gegen Juden und den jüdischen Staat Israel.

gaza-hitler-store-with-knives

Israel ist also offenkundig und überdeutlich tragisches Opfer antisemitischen und islamistischen Terrors – Warum bewerten wir Israel dann so anders?

Ich weiß es nicht genau, sondern kann es nur vermuten. Den Umstand hinzu genommen, dass es uns ausgerechnet als Europäer_innen und noch enger als Österreicher_innen oder Deutsche, einen Grad mehr interessieren sollte, wie es der jüdischen Bevölkerung heute in Israel ergeht, wo sie nach dem Holocaust großteils hin geflohen ist, macht das Spektrum aus Ignoranz, Abwehr und Anfeindung des jüdisch-israelischen Parts in dieser Region noch unverständlicher. Für mich zumindest.

Ich könnte massenhaft Beispiele liefern, wo, wann und warum Israel und Juden rund um den Globus mit unfairen Mitteln und/oder doppelmoralisch behandelt und bewertet werden, die jüngsten Ereignisse liefern mir jedoch einen guten Rahmen, um die Leser_innen auf ein paar Dinge aufmerksam zu machen, ohne in die Länge eines Buches zu verfallen, denn Material dafür gäbe es genug. Die Doppelstandards, die auf Israel angewendet werden, sind nämlich derart hartnäckig und offenkundig, dass sie mittlerweile Forschungsgruppen, Politikwissenschaftler_innen und andere Medien- und Gesellschaftskritiker_innen in Bücherlänge beschäftigen. Sehr aktuell dazu hat vor kurzem zum Beispiel der Politikwissenschaftler Anton Pelinka sein sehr empfehlenswertes neues Buch „Israel- Ausnahme- oder Normalstaat“ veröffentlicht. In diesem Artikel zeichne ich anlassbezogen sozusagen nur einen Minimalausschnitt eines massiv weitläufigen und komplexen Phänomens nach, das natürlich stark verknotet ist mit Antisemitismus im Allgemeinen, der nach 1945 wahrlich nicht einfach aufgehört hat. Und ich hoffe die Lesenden folgen mir dabei, denn es bereitet mir teilweise buchstäblich schlaflose Nächte.

Das erste Bild, das mir nach den Anschlägen auf Paris auffiel, war Folgendes:

kerze

Ich bin mir sicher, dass den meisten der Fehler im Bild normal nicht einmal auffällt – eine Kerze für Palästina, keine für Israel. Nochmal: keine für Israel, das seit Jahrzehnten beinahe durchgehend Ziel islamistischen Terrors ist mit vielen, vielen, vielen, zivilen, unschuldigen Opfern. Israel ist quasi bestimmt von islamistischem Terror. Und ich bitte alle, die jetzt an Phrasen wie „selber Schuld“ denken, einen Schritt zurück zu machen und nochmal darüber nachzudenken.

Ich behaupte nämlich, dass genau dieser „selbst Schuld“-Gedanke jener Gedanke ist, der wahrscheinlich die meisten Menschen daran hindert, israelische Opfer als Opfer von Terror anzuerkennen. Wir empfinden Israel und Israelis als Täter_innen und wenn schon nicht das, dann zumindest als mit schuld am ununterbrochenen Terror auf die israelische Gesellschaft. Denn irgendwann haben die Medien, ganz auf der Welle des Trends, Israel als Besatzungsmacht zu kritisieren, begonnen, eine breitenwirksame Täter-Opfer-Umkehr zu betreiben, ein Beispiel dafür liefert etwa der Kurier, wenn er titelt:

kurier

Dieser Titel suggeriert, dass 5 unschuldige Palästinenser bei einer Auseinandersetzung umgekommen sind, man könnte dem Titel zu Folge sogar glauben, dass sie die Opfer der genannten Messerattacke sind. Tatsächlich waren diese 5 Palästinenser aber Terroristen aus dem Gazastreifen (übrigens finde ich es genauso problematisch hier von „Palästinensern“ zu sprechen, als ob jede_r Palästinenser_in Terrorist wäre), die bei ihrer Messerattacke auf Israelis daran gehindert werden konnten, eben diese umzubringen. Wer mehr solche Beispiele braucht, um zu glauben, dass eine solche schockierende Verzerrung der Situation des Konflikts im Nahen Osten systematisch stattfindet und wahrscheinlich zur Täter-Opfer-Verkehrung auch in den Köpfen der breiten Masse beiträgt, empfehle ich die Seite „MENA. Medienbeobachtungsstelle Naher Osten.“ wo beinahe täglich ebensolche irreführenden Berichterstattungen dokumentiert werden. Zum Beispiel vermeiden unsere Medien es auch sehr gerne beim Namen zu nennen, um wen es sich denn nun handelt bei den Opfern der Auseinandersetzungen in Israel:

standard

Ein weiteres wirklich unglaubliches Beispiel liefert die APA mit ihrem ersten Absatz bezüglich eines Ereignisses, das sich folgendermaßen verhielt:  Zwei palästinensische Terroristen attackierten Israelis mit der Absicht sie zu töten, woraufhin sie von israelischen Soldaten getötet wurden. Des Weiteren warfen weitere an die 150 Terroristen aus Palästina mit Steinen auf Israelis, wobei ebenfalls einer dieser Terroristen aus nicht ganz klaren Gründen umkam. Zusätzlich gab es Warnungen, weil aus dem Gazastreifen eine Rakete auf Israel abgefeuert wurde, woraufhin die israelische Luftwaffe zwei Stützpunkte der Hamas angriff. Die APA fasst dies wie folgt zusammen:

apa

Kein Wunder also, dass viele hier oder vielleicht sogar die meisten, der Meinung sind, dass es keinen Terror auf Israel gibt, sondern vielmehr Israel der Terrorist ist, wenn wir mit solchen Berichten gefüttert werden.

Wichtig ist aber, diesem „selbst Schuld“- Gedanken auch noch hinzu zu fügen, dass selbst wenn es sich so verhielte, dass Israel der vermeintliche Aggressor ist, der den Terrorismus selbst zu verantworten hat (wie auch immer man auf die Idee kommen könnte, irgendetwas auf der Welt würde diese grausame Art des Terrors rechtfertigen), selbst dann blieben die Opfer des Terrors immer noch die Opfer und die Täter_innen immer noch die Täter_innen. Es ist nicht so, als könnte Palästina es nicht auch unterlassen radikalisierte Terroristen auszusenden um völlig unschuldige jüdische Zivilisten mit Messern und Sprenggürteln umzubringen, denn „frei“ werden sie dadurch ganz sicher nicht (vgl. der Terrorismus ist kein Terrorismus, sondern ein „Freiheitskampf“ bzw. eine „Revolution“ – worin sich übrigens offenbar Neonazis und eine bestimmte Gruppe von Marxist_innen sehr einig sind).

Es fällt schwer diesen Artikel zu verfassen, ohne der Versuchung nachzugeben, auf die politischen und historischen Umstände im Nahen Osten einzugehen, die diese Problematik natürlich stark betreffen. Ich halte deswegen bewusst Abstand davon, weil es womöglich wiederum davon ablenkt, dass Opfer von Terror dort trotz allem Opfer bleiben, wofür ich in diesem Beitrag sensibilisieren will.

Übrigens – denn vielleicht ist es wichtig das zu betonen, da diese Debatte erfahrungsgemäß mit vielen Emotionen verbunden ist – meine ich nicht, dass irgendjemand, der halbwegs bei Trost ist (und das setze ich bei unserer Leser_innenschaft voraus) aktiv bestreiten würde, dass von Terror getötete Israelis Opfer sind. Ich möchte hier das Phänomen der „abers“ behandeln. Dieses „aber“ drückt sich für mich auch dann aus, wenn, wie oben, auf eine Kerze für Israel – ich behaupte (in Anbetracht der Kerze für Palästina) bewusst – verzichtet wird. So eine Kerze würde ja noch nicht bedeuten Israels Politik gut zu heißen, wenn man zu den sogenannten Israelkritiker_innen gehört. So eine Kerze leuchtet für die Opfer des Terrors auf diesem Bild. Entweder der_die Gestalter_in dieses Bilds weiß nichts von dem Umstand, dass seit Jahrzehnten Juden und Jüdinnen in Israel Opfer dieses Terrors sind, was erstens verwunderlich und zweitens bezeichnend wäre, oder aber er_sie erkennt diese Opfer nicht als Opfer an. Oder zumindest nicht als ebenbürtige Opfer.

Ähnliches ließ sich nach den Charlie Hebdo Anschlägen beobachten. Die vier getöteten Juden im Supermarkt (die getötet wurden, weil sie Juden waren) wurden um Dimensionen weniger betrauert als die Redakteure von Charlie Hebdo. Ich musste damals mit der Lupe in den österreichischen Medien nach der Erwähnung der jüdischen Opfer dieses Anschlags suchen. Ganz selten wurde meine Suche mit einem gerade mal Nebensatz belohnt. Und diese Juden und Jüdinnen waren nicht weit weit weg angesiedelt im Nahen Osten, sondern sie waren französische Pariser. Die Redakteure von Charlie Hebdo waren „wir“, deswegen der Schock. Die Juden und Jüdinnen befanden sich offensichtlich außerhalb dieses „wir-Kreises“, trotz selbiger Staatsangehörigkeit, selbiger Stadt und Opfer des selben Anschlags der selben Täter. So wie Frankreich-Korrespondent Stefan Brändle im Online-Standard beschreibt, dass der jüngste Terror auf Paris sich dadurch auszeichne, dass es diesmal „unbescholtene Normalbürger“ getroffen hat, im Gegensatz zu Charlie Hebdo, wo die Opfer als Juden einer „Sonderkategorie“ von Menschen angehörten – so als müssten Juden ja damit rechnen abgeschlachtet zu werden, weil sie Juden sind und viel grausamer, wenn es „unbescholtene Normalbürger“ trifft. Französische, unschuldige Staatsbürger_innen jüdischen Glaubens gehören offenbar nicht dieser Kategorie der unbescholtenen Normalbürger_innen an.

Ein weiteres Beispiel dafür, dass Israel in der öffentlichen Wahrnehmung nicht betroffener Teil des tödlichen Kanons islamistischen Terrors ist, zeigt dieses Bild:

chomsky.jpg

Wieder: wer hat den Fehler gefunden? Dieses Bild soll offenkundig darstellen, wie sehr zu Unrecht Europa sich nur auf die Opfer seines eigenen Kontinents konzentriert, während weiter östlich der Terrorismus und Krieg noch verheerender tobt. Wieder sieht man Palästina eingezeichnet, nicht aber Israel. Dieses Bild wurde zu tausendfach geliked und geteilt, niemandem fiel dieser „Schönheitsfehler“ auf und mein Hinweis darauf blieb unkommentiert (und natürlich auch un-geliked). Dafür befand sich in den Kommentaren folgendes Bild:

isis.jpg

Spätestens das sollte endgültig das Gerechtigkeitsempfinden unsereins auf den Plan rufen – einer Gruppe von Menschen, die Fokus des Terrors sind und die täglich in Angst und Schrecken vor diesem Terror leben zu unterstellen, sie führen diesen Terror an, ist die wahrscheinlich gemeinste Methode jemanden zu verumglimpfen und dem Hass auszusetzen, die man sich überhaupt einfallen lassen kann. Vor allem wenn sie aus dem Nichts gegriffen ist und noch dazu anknüpft an die Behauptungen einer angeblichen jüdischen Weltverschwörung im Nationalsozialismus.

Solche Bilder schließen übrigens auch unmittelbar an die Manier der Verschwörungstheorien direkt aus der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA) an, wo der Anschlag auf Paris, ganz im Sinne der jüdischen Weltverschwörung, Israel in die Schuhe geschoben werden soll: „It is clear that its ‘Mossad’ will burn Beirut and Paris in order to achieve [Israeli Prime Minister Benjamin] Netanyahu’s goals. He, who challenged the master of the White House, hides in his soul enough evil to burn the world.” Und außerdem direkte Vergleiche zwischen ISIS und Israel gezogen werden. Übrigens ist die verlinkte Seite zu diesem Zitat eine weitere sehr gute Quelle für alle, die mehr brauchen, um sich überzeugen zu lassen, dass nicht einfach nur die israelische Politik, sondern maßgeblich antisemitische Hetze der PA, in einer Qualität, die wir großteils nur mehr aus den Geschichtsbüchern kennen, verantwortlich für den Terror auf Israel sind.

Und trotz allem hat die globale Gemeinschaft keinen Funken Mitleid, Solidarität oder Loyalität über für Israel, obwohl es tagtäglich dem brutalen Gesicht des Terrors ins Auge sieht und in Angst davor lebt. Welche Verletzungen es bei Israelis hinterlässt, wenn viele Menschen sogar Verständnis bekunden für die unzähligen Terrorakte, denen sie täglich zum Opfer fallen. Nach den Anschlägen in Tel Aviv am 19.11.2015 (von unseren Medien übrigens weitläufig ignoriert), als insgesamt 5 unschuldige Israelis ihr Leben ließen, fand ich auf Twitter den Blog einer Israeli, wo sie nach Signalen bittet, dass sie (Israel und Israelis) nicht alleine sind und es Menschen gibt, die mit ihrem Mitgefühl und Gedanken auch bei ihnen sind: „… And how easy it is for us to choose fear over hope right now because we have every reason to be scared. And it’s easier still to go that direction toward a dark corner when we feel no one in the whole entire world cares. So please – if you’re listening – tell us you care. Tell us it’s unacceptable to you that innocent people are murdered. It’s true, terror doesn’t happen in a vacuum.  It doesn’t. But neither does our choosing leaders who fear monger and make things worse because when they tell us we are alone we believe them because we are scared and we feel all alone, so we choose fear over hope, and it only gets worse. Which is why we need to know we aren’t alone – that you’re listening. That our lives matter too.“

Ich kenne die twitternde Person nicht, weiß aber, dass sie ausdrückt, was sehr viele Juden und Israelis plagt und kränkt und einsam macht. Ich habe auf Facebook keine einzige Person Mitleid oder Anteilnahme ausdrücken sehen, obwohl auch gegenwärtig seit Wochen und Monaten, bis inklusive diesem Zeitpunkt während ich in diese Tastatur tippe, Israel einer Welle des Terrors unterliegt. Und wie ich eingangs geschrieben habe, und hier schließt sich der Kreis, erwarte ich kein großartiges Mitgefühl Menschen gegenüber, die so weit weg leben. Ich wünschte vielleicht, dass Menschen ein bisschen mehr so programmiert wären, dass sie für einen Menschen, mit dem sie gefühlt kaum bis nichts gemeinsam haben, ebensoviel Mitleid entgegenbringen können, wie einem Menschen, mit dem sie sich sehr verbunden fühlen. Hier aber geht es darüber hinaus, denn mit Bildern wie oben hebt mensch geradezu hervor, dass Israel bewusst aus der Reihe der zu Betrauernden ausgeschlossen wird. Und das betrauere wiederum ich sehr.

die göttinnenspeise

6 thoughts on “Der Hitler-Shop im Nahen Osten. Oder: Alle sind Opfer von Terror. Außer jüdische Israelis.

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