Peaches in Concert: Rub

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Ich geb’s zu, meine Erwartungen waren zu groß! Ich habe Peaches 2009 das erste Mal live gesehen bei einer Late Night Show im legendären 9:30 Club in Washington DC – an einem ganz normalen Arbeitstag. Sie kam um 23:00 Uhr und ging gefühlt niemals von dieser Bühne hinunter: das Publikum wurde ab 1 Uhr immer weniger, aber Peaches war noch immer on stage. Ich habe die Setliste gesucht und es waren 26 Lieder oben mit drei Zugaben von insgesamt neun Liedern!

Und so war das 2015 in der Ottakringer Brauerei: Es ist ca. 21.10 Uhr. Peaches ist on stage. Etwa eine Stunde später möchte sich eine Freundin ein Bier holen – und kommt ohne Bier wieder, weil es an der linken Bar in der Ottakringer BRAUEREI kein BIER mehr gibt. Zuerst dachte sie, das wäre nur ein komischer Witz, aber nein, da gab’s kein Bier. Also gehen wir in den anderen Raum und kaufen eben dort unsere Getränke. Am Rückweg kommen uns schon total viele Menschen entgegen. Ist die Show aus? Das kann nicht sein! Ich so: „Ähm. Nein, die singt sicher noch weiter! Das gibt’s nicht!“ Tja. Roadies auf der Bühne, Lichter an, und nix mehr mit Peaches. Nach etwa einer Stunde und 15 Minuten und ohne „Lose you“ zu spielen! Oder war ich gerade da am Klo? Ich stehe vollkommen verstört mit meinem komplett vollen Getränk da, bei grellem Neon-Licht und ohne Musik. Dabei war ich auf einen langen Abend mit endlos Tanzen zu Wahnsinns-Musik eingestellt! Stattdessen schmeißt uns die Ottakringer Brauerei quasi um 22.45h raus (bzw. in den Raucherinnen-Bereich, auch nicht besonders nett). Auch die Setlist zeigt für die Rub-Tour nur 17 Lieder.

Natürlich finde ich Peaches trotzdem noch genial. Die Show hat mich wieder an meinen sehnlichsten Kinderwunsch erinnert: Als ich zum ersten Mal das Video zu Michael Jackson’s „Thriller“ gesehen habe, war mir klar: Ich möchte in einem Michael Jackson Video tanzen! Jahrelang habe ich dafür geübt! Nachdem die Verwirklichung meines Wunsches seit 2009 nun definitiv nicht mehr möglich ist, möchte ich ihn jetzt adaptieren: Ich wäre gern eine tanzende Vagina in einem Peaches Video.

Neben viel nackter Haut, Brüsten, Vaginas, Riesen-Aufblaspenis und S&M Outfits beeindrucken die provokanten Details der queeren Performance-Show und die Kostüme: Wo sind da wohl die vorderen Finger? Die Rückseite waren im übrigen natürlich zwei Mittelfinger.

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Provokant und voller Anspielungen ist auch das neue Peaches Video „Rub“: Nein, bitte lieber nicht bei öffentlich einsichtbaren Computern schauen. Gaaanz viel nackte Frauen* („this chick’s dick is in my mouth“), Sexorgien, eine menschliche Barbiepuppe mit Jihadistenbart, im Stehen urinierende Frauen und am Schluss reitet Lady Godiva durch’s Bild. Achja, und eine Person aus Fear and Loathing in Las Vegas leckt eine Stein-Vagina. Die gibt’s übrigens wirklich und heißen Grandmother und Grandfather Rocks. Ich bin für mehr Hinweise und Ideen zur Interpretation dankbar. Soll das blaue Seil, das aus ihr rauskommt einen ob darstellen? Dieses Video ist einfach viel zu dicht an Details! Und nochmals: viel Nacktheit und Provokation. Zitat einer Freundin: „Ich weiß nicht ob ich manches nicht plump finde – was soll denn das aussagen?“ Aber es ist trotzdem einfach faszinierend und toll. Und ich hab da gleich noch einen zweiten Wunsch: ich möchte mit 47 bitte auch so fit und am Puls der Zeit sein wie Peaches! Zum Schluss, weil’s so schön ist:

Quelle Bilder: privat; http://www.austinchronicle.com/daily/music/2015-11-07/fun-fun-fun-fest-peaches/

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