Werbung machen mit Vergewaltigung – Atze Schröder gehört verklagt.

Gina-Lisa Lohfink, von dem Missy-Magazin zurecht als Heldin tituliert, kämpft für sich und, nach eigenen Aussagen und definitiv für alle Frauen, eine unfassbare Angelegenheit aus: Ihre Vergewaltigung wurde auf Video aufgenommen und landete vor Gericht, weil die Täter es unter dem Titel „Vergewaltigungsvideo von Gina-Lisa!! Nagelneu“ an Pornoseiten verkaufen wollten, deren Betreiber*innen das Material an die Polizei übergaben. Auf dem Video sieht man (laut geschlossen allen Beschreibungen) Gina-Lisa Lohfink offensichtlich stark benommen und immer wieder „Hör auf“ sagen. Mensch möchte meinen, dass dies vor Gericht eine klare Sache ist, leider ist das ein Irrtum. Nicht etwa die Täter wurden bestraft, sondern das Opfer wegen angeblicher Falschbeschuldigung. Ja, wir schreiben das Jahr 2016, ja, die Vergewaltigung gibt es auf Video, ja die Täter verhandelten es unter dem Titel „Vergewaltigungsvideo“, ja das Opfer wurde dafür bestraft und ja, das ist kein Witz.

Und die Vergewaltigung von Gina-Lisa Lohfink ist auch kein Witz. Außer leider für Atze Schröder und ein offenbar unterirdisch unterhalbares Publikum, welches sich durch ein nach allen Regeln der Kunst zu tiefst unlustiges und geschmackloses Werbevideo angesprochen fühlen soll, in dem sich Schröder über eine etwaige Retraumatisierung Gina-Lisa Lohfinks lustig macht.

Mein juristisches Know-How kratzt gerade mal an Grundlagenwissen und das Einzige womit ich operieren kann ist ein Gerechtigkeitssinn, der sich bekanntlich alles andere als in der Gesetzeslage niederschlagen muss. Denn ich finde, dass die Präpotenz, Ignoranz und Gewalttätigkeit so ein Werbevideo zu designen, abzudrehen und allen Ernstes zu veröffentlichen, nur noch die Möglichkeit einer saftigen Klage gegen Schröder und Wiesenhof erträglich machen könnte und nicht einmal dann. Zumindest aber würde es ein deutliches Zeichen setzen gegen die unsägliche frauenhassende und gewaltvolle Machogesellschaft in die sich so ein Spot unbekümmert einbetten kann und auch noch Lacher findet.

Der wahre Witz ist die angebliche Reue des ohnehin unwahrscheinlich schlechten „Komikers“, der das Humornivau eines jeden Kindergartenkindes unterbietet, dem keine Pointe zu tief oder zu witzlos ist und deshalb selbstredend genau wusste, was er da sagt, kurz bevor er es „bereute“. À la eine Vergewaltigung für ein Grillgut bitte, das nach so einem Werbevideo wirklich nur noch einer Klientel schmecken kann, der ich um nichts in der Welt nachts und auch tagsüber begegnen will und auf das sich aber Werbestrateg*innen, in einer bis ins Mark misogynen Gesellschaft, ganz offensichtlich verlassen.

Auch witzlose Witze haben in einer offenen Gesellschaft Platz, selbst wenn sie nur gehirnamputierte und flachwichsende Marathonsäufer erreichen. Keinen Platz dürfen aber „Witze“ haben, die sich über die Traumatisierung vergewaltigter Frauen lustig machen und somit die Traumatisierungskette und Gewalt gegen Frauen prominent fortsetzen und betreiben in einer Gesellschaft, die immer noch (zumindest am Papier) vorgibt, Gewaltverbrechen an Frauen zu verurteilen.

Ich wünsche Wiesenhof & Schröder den Bankrott und das ist noch das Netteste, was mir dazu einfällt.

die göttinnenspeise

7 thoughts on “Werbung machen mit Vergewaltigung – Atze Schröder gehört verklagt.

  1. Das hört sich ja entsetzlich an.

    Welcher Arsch filmt eine Frau bei von ihr als Vergewaltigung empfumdenen Sex (das steht ausser Frage) und stellt das Video dann online?

    Ich mein, ich zucke bei so was aus, solte wer von mir Sexvideos ohne Vergewaltigung gegen meinen Willen online stellen.

    Deswegen frage ich mal nach:

    Soweit ich weiß, darf keiner ohne Erlaubnis der auf dem Video erkennbaren Personen, derart persönliche und intime Videos online stellen, oder?

    Ich las schon vom Fällen, wo Sex-Videos des Ex-Freundes, der Ex-Freundin ohne deren Einverständnis online gestellt wurden und es handelte sich dabei ergo um eine Straftat.

    Hier muss eure Heldin vermutlich ihr Recht geltend machen und klagen.

    Wenn dann irgendwelche Leute bezugnehmend auf das illegal initome Video weitere darauf bezugnehmende Videos veröffentlichen, dann wird das juristisch vermutlich schwieriger, da der Urheber des Folgevideos nicht wissen kann, das die Veröffentlichung des Videos auf das er Bezug nimmt, bereits illegal und rechtswidrig und strafbar war, solange dies nicht allgemein bekannt wäre.

  2. Hallo geht’s noch?

    Stellt euch vor, Sexualpartner von euch Filmen
    gegen euer Einverständnis extremst initome Details und verkaufen (!!!) diesen Content ohne eurer Wissen oder explizit gegen euren Willen.

    Das ist aber so eindeutig eine Straftat, wie es eindeutiger nicht mehr geht.

    Eure He!din soll sich besser eine neue Anwältin suchen und in die nächste Instanz gehen.

  3. Liebe Zuckerbox

    riskiert ihr da nicht eine Strafanzeige, weil ihr von Freigesprochenen behauptet, sie hätten eine Vergewaltigung begangen? Das fragliche Video haben wir ja alle nicht gesehen, können das also gar nicht beurteilen. Wer ist denn „geschlossen alle“? Haben die wirklich das Video gesehen? Laut Begründung war sie eben gerade nicht benommen auf dem Video.

    Also, wegen dieser Falschanzeige wurde ja Gina-Lisa jetzt verurteilt. Nicht dass ihr da auch noch vor Gericht müsst, nur weil ihr den gleichen Fehler macht und ehrenrührige Behauptungen macht, die ihr nicht belegen könnt. Ich meine, das wäre doch wirklich schade.

    Was war übrigens auf obigem Video mit Schröder zu sehen? Es ist nicht mehr abspielbar.

  4. Wenn wir deswegen klagbar sind, dann auch Atze Schröder, der beim Dreh des Videos ebenso davon ausgegangen sein muss, dass Gina-Lisa Lohfink vergewaltigt wurde, wenn er davon spricht, dass die Wurst von Wiesenhof so groß ist, dass sie Gina-Lisa wohl „retraumatisiert“. Dieser Artikel entstand übrigens bevor die Angeklagten frei gesprochen wurden und als man nur wusste, dass Pornobetreiber das Video an die Polizei übergaben, weil sie darin eine Vergewaltigung sahen, was sich offenbar mit der Wahrnehmung der betroffenen Frau deckte.

    Ich wäre ja gespannt ob ich mehr dafür klagbar bin als die „Heute“-Zeitung dafür, dass sie einen Flüchtling erfunden hat, der bei einem erfundenen Event in einem Lokal, das zu diesem erfundenen Zeitpunkt geschlossen hatte, eine erfundene Künstlerin bestohlen hat.

    Ich denke also deine Sorge ist unnötig, aber ich finde deinen Eifer gegen ehrenrührige Behauptungen gegenüber ehrenwürdigen Männern vorzugehen, die gegen den Willen einer Frau ein Sexvideo mit ihr namens „Vergewaltigungsvideo!!“ an Pornofirmen verkaufen wollten und im Netz verbreitet haben, trotzdem sehr bemerkenswert.

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