Immer wieder die LAMBDA-Nachrichten!

Seit unserem Artikel Die Dunkle Seite der Macht oder: Wie Teile der HOSI Wien es immer wieder schaffen, gewisse Lebensrealitäten auszuschließen und der Generalversammlung 2016 der HOSI Wien sind nun bereits knappe 5 Monate vergangen. Was hat sich seitdem getan? 

Das Team von Gemeinsam für Veränderung, einer unabhängigen Gruppe von HOSI-Wien-Mitgliedern, bat uns folgende Darstellung zu veröffentlichen. Sie erschien bereits in den aktuellen LAMBDA-Nachrichten. Eine weitere Zusammenfassung der Geschehnisse aus der Sicht von zimtschnecke wird in der kommenden Ausgabe der Zeitschrift fiber. Werkstoff für Feminismus und Popkultur unter dem Titel „Geschlossene Gesellschaft“ erscheinen.

45 % für Veränderung!

Über den Verlauf der letzten Generalversammlung der HOSI Wien wurde ja bereits ausführlich in äußerst interessanten Facetten in der letzten Ausgabe der LAMBDA-Nachrichten (LN) berichtet. Dies wird keine Gegendarstellung! Ein Faktum ist: 45 % derer, die ihr Stimmrecht bei der Wahl des neuen Vorstandes genutzt haben, sprechen sich für eine Veränderung aus. Sollte dies nicht Anlass genug sein, sich einmal anzuhören, welche Bedürfnisse diese 45 % haben oder etwa gar, das eigene Handeln zu reflektieren?! Ein vernünftiger Gedanke? So anscheinend nicht für den neuen alten Vorstand der HOSI Wien. Dort werden konkrete Schritte gesetzt, um diese 45 % „mundtot“ zu machen, sie zu diskreditieren, sie auszugrenzen und mit aller Macht ein Anschwellen dieser Zahl zu verhindern. Dies alles geschieht mit einer Selbstverständlichkeit und zugegebenermaßen beeindruckenden Kreativität in der Begründung dieser Maßnahmen.

Was zuvor geschah…

Eine Gruppe von langjährigen HOSI Wien-Aktivist*innen versammelte sich zu informellen Treffen. Antrieb für die Treffen war, dass sich im Verein über die Jahre Dinge ereigneten oder leider auch nicht ereigneten, die diese Menschen so nicht in Ordnung fanden und deshalb anfingen, Diskussionen darüber zu führen. Diese Diskussionen brachten jedoch keine befriedigenden Ergebnisse oder verliefen irgendwann im Sande. Die Unzufriedenheit stieg, so dass sich diese Menschen entschlossen, das bisherige „System“ nicht weiter mitzutragen und sich u. a. auch aus der aktiven Vorstandstätigkeit zurück gezogen haben. Bei diesen Treffen keimte alsbald der Gedanke auf, sich bei der nächsten Generalversammlung mit einer Kandidatur für die relevanten Vorstandspositionen zu Wort zu melden. Geboren war die Liste 2 (übrigens eine Erfingung der HOSI Wien), heute besser bekannt unter Gemeinsam für Veränderung.

Eine legitime Vorgehensweise in demokratischen Verhältnissen? Nicht für die HOSI Wien!

Nach Bekanntgabe der Kandidatur bat das Team von Gemeinsam für Veränderung den Vorstand der HOSI Wien, die Vereinsmitglieder über ihr Vorhaben informieren zu dürfen, z. B. in Form einer Aussendung. Weiterhin gab es die Anfrage, das Vereinslokal Gugg für eine Informationsveranstaltung am 05.04.16 nutzen zu dürfen. Dies alles vor dem Hintergrund, die Mitglieder der HOSI Wien grundsätzlich über die Existenz sowie die Ziele und Pläne der neuen Bewegung zu informieren. Die Anfragen nach einer Mitgliederaussendung sowie zur Durchführung einer Informationsveranstaltung wurden vom Vorstand der HOSI Wien abgelehnt.

Stattdessen wurde die Aufklärung der Mitglieder über die Existenz einer Liste 2 freundlicherweise von der HOSI Wien übernommen: Im Rahmen einer Aussendung wird die Liste 2 mit Formulierungen wie „Propaganda, die geeignet ist, das Ansehen des Vereines massiv zu beschädigen“ oder „die Existenz des Vereins bedroht“ wäre, vorgestellt. Nun ja, über diese Form von Rhetorik lässt sich wie so oft streiten…

In der Aussendung der HOSI Wien wurde auch gleichzeitig die Durchführung eines Infoabends – Achtung! – am 05.04.16 bekannt gegeben. Hier von Zufall zu sprechen, wäre mehr als ironisch. Dass hier denen, die sich wirklich umfassend über das aktuelle Geschehen informieren wollten, von vornherein eine Entscheidung abgerungen wurde und der alternativen Liste kein Platz eingeräumt wurde, zeugt nicht gerade von einem ausgewogenen Demokratieverständnis. Dankenswerterweise ermöglichte die Türkis Rosa Lila Villa, dass die Informationsveranstaltung des Teams Gemeinsam für Veränderung dennoch stattfinden konnte. So geht Community!

Apropos Community: Der Vorwurf an Liste 2, vereinsinterne Dinge nach außen getragen zu haben, führt sich einerseits von selbst ad absurdum, betrachtet man die Verhaltensweise des Vorstandes der HOSI Wien in dieser Phase. Wie sonst, als über alternative Kommunikationskanäle hätte Information und Diskussion durch Liste 2 geschehen können? Der Verdacht, dass dies am liebsten komplett verhindert werden sollte, liegt da sehr nahe. Andererseits unterstreicht diese Verhinderungstaktik den Eindruck, den viele Aktivist*innen bereits seit einiger Zeit haben. Nämlich den, dass die HOSI Wien sich abschottet und den Bezug zur restlichen Community und aktuellen Themen immer mehr verliert.

„Liste 2“ wird zu „Gemeinsam für Veränderung“

Wie eingangs erwähnt, wurde der Verlauf der Generalversammlung am 09.04.2016 bereits ausführlich in den letzten LN geschildert. Wichtig ist, dass ein neuer Vorstand gewählt wurde, und das ist gut so! Das Wahlergebnis war mit 74 zu 61 Stimmen denkbar knapp aber eindeutig. Was tut nun also der neue Vorstand der HOSI Wien mit diesem Wahlergebnis?

Zunächst einmal wird der Liste 2 die Prüfung einer Unterlassungsklage angedroht, weil sie unter dem Namen HOSI Wien neu agiert hat. Interessanterweise hat das vor der Generalversammlung niemanden gestört. Abgesehen davon, dass der Name ohnehin nur vorübergehend benutzt werden sollte, um einen Bezug zur HOSI Wien herstellen zu können, ist dies doch ein eher aggressives Signal an die Gruppe, die auf der Generalversammlung immerhin von 45 % gewählt wurde. Das noch auf der Generalversammlung von der frisch gewählten Obfrau deklarierte „sich zusammen setzen wollen“ und „sich austauschen zu wollen“ erscheint da doch etwas unglaubwürdig. Selbstverständlich und umgehend wird jedoch der Aufforderung nach Namensänderung Folge geleistet. Aus Liste2/HOSI Wien neu wird Gemeinsam für Veränderung.

Auf den ersten folgt der zweite Streich…

Die erste Vorstandssitzung nach einer Generalversammlung dient in der Regel dazu, die Referent*innen der einzelnen Arbeitsgruppen in den Vorstand zu berufen. So war es natürlich auch in diesem Jahr vorgesehen. Allerdings mit einer Ausnahme:

Die Referent*innen der queerconnexion wurden nicht kooptiert. Die Begründung stützt sich auf „finanzielle Unregelmäßigkeiten“ in der Gruppe. In den Finanzberichten – soeben noch in der Generalversammlung ausführlich vorgetragen – war davon jedoch überhaupt keine Rede. Im Gegenteil! Die Buchführung der HOSI Wien wurde von den Rechnungsprüfer*innen in den höchsten Tönen gelobt. Hier drängt sich doch eher die Vermutung nach Verbannung unliebsamer Que(e)rulant*innen aus dem Vorstand auf.

…und der dritte folgt zugleich

Menschen, die sich engagieren wollen, können natürlich auch Mitglied der HOSI Wien werden. Hier unterscheiden die Statuten neben der Ehrenmitgliedschaft auch zwischen einer ordentlichen und außerordentlichen Mitgliedschaft. Der Unterschied besteht im Stimmrecht, das ein ordentliches Mitglied hat und ein außerordentliches nicht. Die HOSI Wien hat nun einfach eben mal die Beitrittserklärung dahin gehend geändert, dass neue Mitglieder ausschließlich eine außerordentliche Mitgliedschaft erwerben können. Der Vorstand behält es sich vor, jeden Antrag auf ordentliche Mitgliedschaft im Einzelfall zu prüfen, so die Begründung. Kriterien dazu, wer und warum dann einen positiven Bescheid erwarten darf, gibt es nicht. Die Mitglieder über diese Veränderungen zu informieren, wird – trotz Aufforderung an den Vorstand – ebenfalls als nicht notwendig erachtet.

Machterhalt statt Diskurs

Abgesehen davon, dass diese Strategie einen Verein ja auch schwächen kann, ist es doch eine höchst ignorante und ja – auch arrogante Haltung, willkürlich Menschen auszugrenzen, die einem vielleicht gerade mal nicht in den Kram passen. Das Team von Gemeinsam für Veränderung hat vor kurzem erneut den Vorstand der HOSI Wien angefragt, ob es einige Termine für einen Stammtisch im Gugg reservieren kann. Auch diese Anfrage wurde wiederum mehrheitlich vom Vorstand abgelehnt. Da ist es doch nun wirklich berechtigt, einmal nachzufragen, was die HOSI Wien denn eigentlich sein will. Es wird Zeit, dass sich der Verein kritisch mit sich selbst auseinander setzt. Und es kann nicht sein, dass eine Minderheit die Organisation derart dominiert und sich über alles und alle stellt.

Vor diesem Hintergrund hat Gemeinsam für Veränderung mit Unterstützung von mehr als 10 % der Mitglieder einen Antrag auf eine außerordentliche Generalversammlung gestellt. Es bleibt spannend!

Wer nun Lust hat das Team von Gemeinsam für Veränderung persönlich kennen zu lernen, hat am Dienstag, den 30. August um 19 Uhr im Top Kino die Möglichkeit dazu.

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