Inter*-Solidaritäts-Tag: 08. November 2016

Am 8. November findet auch in Wien der Inter*-Solidaritäts-Tag statt.

Das Inter* Solidaritäts Komitee, bestehend aus inter* Menschen und Allies, will hier vermehrt auf die Lebenssituation intergeschlechtlicher Menschen aufmerksam machen, da intersexuelle Kinder und Jugendliche in Österreich weiterhin chirurgische und/oder hormonelle Eingriffe erfahren, für die sie sich nicht frei und vollumfassend aufgeklärt entscheiden können.

Inter*, Intergeschlechtlich, Intersex, Zwischengeschlecht,… – was ist das?
Die Gesellschaft – und somit auch die Medizin – hat sehr enge Vorstellungen davon, was ein „Mann“ und was eine „Frau“ ist.

Ein „Mann“ hat XY-Chromosomen, Testosteron und Spermien produzierende Hoden in einem Hodensack unterhalb seines Penis, der bei der Geburt größer als 2,5 Zentimeter ist und in dessen Eichel die Harnröhre mündet. Sein Körper reagiert auf das Testosteron in der Pubertät mit Haarwuchs, Stimmbruch und Muskelwachstum.

Eine „Frau“ hat XX-Chromosomen, weibliche Hormone und Eizellen produzierende Eierstöcke, eine in eine Gebärmutter mündende Scheide unter ihrer bei der Geburt weniger als 0,7 cm großen Klitoris und der darunterliegenden Harnröhre. Ihr Körper reagiert auf die weiblichen Hormone mit der Produktion von Eizellen und Brustwachstum.

Manche Menschen werden allerdings mit uneindeutigen Genitalien geboren oder besitzen Geschlechtsmerkmale (chromosomal, anatomisch und/oder hormonell), die nicht den „klassischen Idealen“ eines rein männlichen oder weiblichen Körpers entsprechen – sie sind Inter*. Es gibt also auch nicht den einen intergeschlechtlichen Körper – im Gegenteil, es gibt eine sehr große Vielfalt!

Die Geschlechtsidentität intergeschlechtlicher Menschen kann inter* sein, muss aber nicht. Sie können auch eine männliche, weibliche, trans* oder andere Identität haben.

Quelle: Vimoe – Verein Intergeschlechtlicher Menschen Österreich

Wie werden Inter*s in der Medizin heute behandelt?
Es kommt natürlich darauf an, in welchem Alter Menschen damit konfrontiert werden und unter welche Diagnose sie bei Ärzt*innen fallen. Je nachdem wird den Eltern oder den Jugendlichen aber von Mediziner*innenseite geraten, sich für eines der beiden anerkannten Geschlechter zu entscheiden. Die Option, einfach so zu bleiben wie mensch ist, wird meist nicht angeboten.

Stattdessen werden die Möglichkeiten aufgezeigt, den intergeschlechtlichen Körper chirurgisch und hormonell zu verändern: Gonaden entfernen, eine „zu große Klitoris“ verkleineren bzw. einen „zu kleinen Penis“ vergrößern, die Harnröhre verlegen, eine künstliche Vagina angelegt, Pubertätshemmer verabreichen, weibliche oder männliche Hormone geben. Keimdrüsen zu entfernen bedeutet in jedem Fall, dass der*die Betroffene ein Leben lang auf Hormonersatztherapie angewiesen ist und fortpflanzungsunfähig ist. Geschlechtszuweisende Eingriffe richten oft großen Schaden an wie z.B. Sensibilitätsstörungen.

Viele Betroffene berichten von frühen, traumatisierenden Eingriffen und Behandlungen und haben oft Probleme mit dem verordneten Geschlecht, weil dieses als aufgezwungen erlebt wird.

Quelle: Vimoe – Verein Intergeschlechtlicher Menschen Österreich

Das heißt, dass Menschen, deren Geschlechtsmerkmale dem vorherrschenden Mann/Frau-Körperschema nicht entsprechen, gewaltsam angepasst und unsichtbar gemacht werden – das muss sich ändern! So fordern die Verantsalter_innen ein Gesellschaftsbild und ein Personenstandsgesetz, das Intergeschlechtliche anerkennt. Am Inter*-Solidaritäts-Tag werden nun gemeinsam mit Inter-Aktivist*innen Forderungen thematisiert und zum Thema informiert. Intergeschlechtlichkeit darf nicht länger ein Tabu sein!

Treffpunkt : Museumstrasse 7, 1070 Wien (Justizministerium)
Uhrzeit: Sammeln um 18:00
 Uhr und Abmarsch um 18:30

 Uhr
Nähere Infos auf Facebook

Ebenso findet am nächsten Tag, am 9. November, Wiens erster Inter*Stammtisch statt.

Du bist intergeschlechtlich geboren, suchst Menschen wie dich zum Reden, Austausch, gegenseitigem Stärken, zum Lachen, Freuen und Feiern : )
Dann gibt es jetzt einen Ort für dich
und zwar den Intersex-Stammtisch im Türkis Rosa Tipp.
Der Stammtisch ist prinzipiell als themenoffener Abend geplant und organisiert.
Zur besseren Planung freuen wir uns über eine Anmeldungsmail von dir unter wien@vimoe.at (du kannst aber auch einfach so vorbeikommen).
Wir, das sind Tinou und Knorri
Wo, Rosa Lila Villa, Türkis Rosa Tipp, 1. Stock
Linke Wienzeile 102, 1060 Wien
Wann, jeden zweiten Mittwoch im Monat um 19:00 Uhr, Start 9.11. 2016

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