7 Gründe, warum wir uns immer an Carrie Fisher erinnern werden

She drowned in moonlight, strangled by her own bra.

Mit diesen Worten wollte Carrie Fisher von der Nachwelt erinnert werden. Ob das anthropomorphisierte Monsterjahr 2016 wieder zugeschlagen hat, als die Schauspielerin gestern, am 27.12. in LA verstorben ist, lässt sich vielleicht diskutieren. Tatsache ist, dass eine Welt ohne Carrie Fisher für viele – diese Autorin* eingeschlossen – unvorstellbar scheint.

Was bleibt von Carrie, Schauspielerin, Autorin und von manchen liebevoll „Space Mum“ genannt? Bestätigt ist, dass sie alle ihre Szenen für Episode VII abschließen konnte, was für manche zumindest ein kleiner Trost sein kann, auch wenn die Zukunft von Episode IX und General Organa ungewiss bleibt. Nicht ganz vernachlässigbar die Angst, nächsten Dezember im Kino plötzlich in Tränen auszubrechen, wenn Leia auf der Leinwand erscheint.

Nachfolgend sieben gute Gründe, warum ich Carrie Fisher nie vergessen werde – und für die sie auch von anderen erinnert werden sollte:

7. Sie hat als Prinzessin Leia in Star Wars in einer Zeit, in der starke Frauen* in Science Fiction Filmen noch eine Ausnahmen waren, ordentlich vorgelegt.

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Quelle (etwas polemisch, aber die Autorin* bittet, dies im Angesicht der Umstände zu vernachlässigen)

Für viele junge Menschen war Leia die Erfüllung von Wünschen, derer sie sich nicht einmal bewusst waren – weil sie eine Leerstelle füllte, die das Kino weit offen gelassen hatte. Während die offizielle Kinogeschichte noch davon absieht, von einer Pre-Leia und Post-Leia Zeit zu sprechen, sind sich vor allem ältere Fans einig, dass die Sternenprinzessin ihr Leben nachhaltig zum Besseren verändert hat. Leia weiß, wie sie Konflikte mit Worten und Taten lösen kann – und lässt sich von Nichts in ihrer Mission abhalten.

Carries Karriere wurde durch Star Wars ebenfalls verändert – nicht unbedingt positiv, da sie als Frau* in dieser Zeit durch Leia in eine Schublade gesteckt wurde, die sich für sie nie wieder richtig geöffnet hat. Später hat sie George Lucas offen vorgeworfen, mit Star Wars ihr Leben ruiniert zu haben, nachzulesen in ihrer 2008 erschienen ersten Autobiografie „Wishful Drinking“. Trotzdem hat sie das Big Picture, und das Positive, das sie mit ihrer Rolle geschaffen hat, nie aus den Augen verloren. George Lucas hat sie gekonnt und auf ihre Art die Leviten dafür gelesen, dass er nicht an BHs im Weltraum geglaubt hat -und für andere (sexistische) Dummheiten.

6. Sie hatte ihren eigenen, schwarzen und bösen Humor – und hat damit aufgezeigt, welche Vorurteile in den Köpfen vieler Leute schlummern, wenn es um Frauen* geht, die Humor zeigen.

Manchmal gewöhnungsbedürftig, immer mit einer starken Prise schwarzen Humor, hat sie sich vielen Themen angenommen, die von anderen manchmal lieber verdeckt wurden. Das Leia für viele junge Männer* oftmals eine Masturbationsvorlage war, hat Carrie veranlasst, auch einmal verbal zurückzuschlagen, wenn Fans zu aufdringlich wurden. Außerdem war es ihr (fast) egal, wenn andere Leute sie als peinlich gesehen haben, und ist zu sich selbst gestanden. Wenn es ihr nicht egal war, hat sie sich mit ihrem Humor verteidigt.

5. Sie war nicht nur eine großartige Schauspielerin, sondern eine begabte Autorin.

I always wrote. I wrote from when I was 12. That was therapeutic for me in those days. I wrote things to get them out of feeling them, and onto paper. So writing in a way saved me, kept me company. I did the traditional thing with falling in love with words, reading books and underlining lines I liked and words I didn’t know.

Quelle: Interview mit A.V. Club September 2011

Sie hat neben ihren Autobiografien auch Romane und Drehbücher für Filme geschrieben. Darüber hinaus war sie als Script Doctor tätig – eine Aufgabe, die manchmal tot geschwiegen wird, weil es darum geht, die Drehbücher andere Leute zu lesen und zu korrigieren. Drehbücher, die sie verbessert hat? Hook (1991), Sister Act (1992), Lethal Weapon 3 (1993) und Wedding Sister (1998). Ok, Episode I hat nicht einmal sie retten ganz retten können – aber sie hat’s versucht.

4. Sie ist den Frauen* in Star Wars nach ihr als Mentorin zur Seite gestanden

Unter anderem hat sie Daisy Ridley, der Lead-Schauspielerin in Episode VII, einen wichtigen Tipp gegeben: “Don’t be a slave like I was” – und wie sie in Star Wars Feministin* sein kann.

3. Wenn wir schon bei Episode VII sind: sie hat all jene zurechtgewiesen, die sich über ihr Alter – und ihren daraus resultierenden Körper – 2015 mokiert haben:

2. Sie hat gelernt und gelehrt, offen und ehrlich über ihre psychische Erkrankung zu reden – und war darin ein Vorbild für viele andere.

In einer Welt, die Leute mit psychischen Erkrankungen gerne als Opfer darstellt, hat sie die Narrative über ihre Krankheit an sich gerissen – und war dabei schonungslos ehrlich. Ob Elektroschocktherapie, Aufenthalte in Nervenheilanstalten, Drogenmissbrauch, schwierige familiäre Situationen oder andere Probleme: Carrie hat kein Blatt vor den Mund genommen. Einer ihre letzten Texte war eine Hilfestellung an eine Person, die wie sie eine bipolare Depression hat(te).

1. Sie hat ihren Therapie- und Begleithund Gary so sehr geliebt und gebraucht, dass er unter anderem einen eigenen Twitteraccount hat.

Er war für sie ein wichtiger Teil ihres Lebens, um funktional bleiben zu können, weshalb sie ihn überall hin mitgenommen hat, wo es notwendig war. Damit hat sie der Welt gezeigt, wie sehr Tiere Menschen mit körperlichen und psychischen Problemen unterstützend zur Seite stehen können. Und wie wichtig es ist, dass Menschen als Dank dafür zu ihren Tieren stehen.

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(Quelle: Privatarchiv der Autorin*)

#crazypetpeopleunite

Abschließend möchte ich eine kleine Warnung an 2017 aussprechen – und all jenen Mut geben, die sich vor dem aktuellen Weltgeschehen fürchten: Carrie Fisher und Prinzessin Leia haben uns gezeigt, wie wir Widerstand leisten können: mit Taten und Worten.

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Quelle

Oder in Carrie Fishers eigenen Worten:

10-23-2015-3-28-22-pm

Quelle

Just sayin‘.

leia-the-riveter

Quelle

One thought on “7 Gründe, warum wir uns immer an Carrie Fisher erinnern werden

  1. Spät aber doch, vielen Dank für diesen Post <3 Prinzessin Leia war mindestens 50% der Grund, warum ich Star Wars als Kind soooooo geliebt hab. Zuletzt hab ich ihr auf Twitter gefolgt und fand ihre Tweets immer sooooo witzig und schräg. Jetzt folge ich dem Twitter Account von ihrem Hund Gary.

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