Ein Blick zurück, ein Blick nach vorn.

Ein Blick zurück.

Im Spätsommer 2012 hatte die Sugarbox ihr Debut, doch der allererste Moment, wo die Idee zu diesem Blog zumindest vage geboren wurde, war ein Jahr zuvor im Winter 2011.

Meine Freundin Claire war über das Wochenende aus London auf Besuch und wir saßen auf meiner Couch und tranken Bulmers Birnencider. Sie erzählte mir von einem queeren Londoner Blog namens The Most Cake und schlug vor, dass ich doch so etwas ähnliches für Wien machen könnte. Eine nette Idee, dachte ich, doch ganz alleine lässt sich so etwas kaum auf die Beine stellen. Trotzdem fingen wir an gemeinsam zu konzipieren, wie dieser Blog aussehen könnte, worüber darin geschrieben werden und wie er heißen könnte. Dieser Möglicherweise-Blog wurde von uns auf den Namen Blake Superstar getauft. Blake weil gerader der Song Blake’s Got A New Face von Vampire Weekend im Hintergrund lief und Superstar weil… Ich weiß es nicht mehr genau. Wahrscheinlich weil der Blog, sollte es ihn irgendwann geben, bestimmt großartig sein würde. Als Logo zeichneten wir ein rundes Symbol mit einem Pony drin. Warum ein Pony? Auch das, liebe Leser*innen, kann ich euch heute nicht mehr sagen…

Claire flog zurück nach London und der Blog blieb vorerst ein gekritzeltes Konzept auf ein paar Blättern Papier. Eine nette Idee, doch könnte daraus wirklich mehr werden? Einige Monate später saß ich mit zwei Personen aus meinem damaligen Freund*innenkreis im Marea Alta. Ich hatte ihnen von der Blog Idee erzählt und die beiden waren ziemlich angetan davon. Bevor die Idee Realität werden konnte, musste aber zuallererst ein Name her. Wir überlegten, und überlegten… Etliche Runden Drinks wurden bestellt, Ideen vorgeschlagen und wieder verworfen. Bis schließlich irgendwann der Name „Sugarbox“ fiel und wir alle drei sofort wussten: Das war er. Unser Blog hatte seinen Namen gefunden. Und danach passierte… erstmal wieder nichts.

Weitere Monate mussten ins Land ziehen, bevor es schließlich wirklich los ging. Im Jahr 2012 war es dann soweit: Wir hatten eine motivierte Gruppe beisammen, voller Ideen und Tatendrang wollten wir den Blog endlich ins Leben rufen. Und so ging im späten Sommer beziehungsweise frühen Herbst 2012, nach langem Herumbasteln an Design und Logo, der erste Blogeintrag online. Und weil so eine Blog-Premiere natürlich gefeiert gehörte, schmissen wir kurz darauf eine Release Party im Marea Alta, die ein unvergesslich schöner Abend wurde.

Wenn ich an diese Zeit zurückdenke, denke ich automatisch auch an die Sugarbox. Untrennbar ist sie mit diesem Lebensabschnitt verbunden. Gerne erinnere ich mich auch an unsere Team-Meetings, die oftmals nahtlos in gemütliche Home-Parties übergingen, oder von denen aus wir ins Marea (damals ein bisschen unser zweites Wohnzimmer), oder aufs G-Spot oder ein anderes queeres Event weiterzogen. Und ebenso unvergesslich natürlich: Unsere eigenen alljährlichen Sugarbox Geburtstagsparties, die allesamt einen ganz besonderen Platz in meiner Erinnerung haben.

Und was geschah dann? Ich sage es ungern, aber es trifft es wohl am besten: Wir wurden erwachsen, oder so ähnlich. Binnen kurzer Zeit trat bei vielen von uns die Vollzeiterwerbstätigkeit in unser Leben. Immer weniger waren wir in der queeren Szene unterwegs und weniger wurde auch die Zeit zum Bloggen. Langsam aber sicher, über Monate hinweg, fiel die Sugarbox in tiefen Schlaf und es wurde still um unser geliebtes Projekt.

Ein Blick nach vorn.

Ja… und jetzt? Wir haben lange überlegt, ob und wie es mit der Sugarbox weitergehen soll. Wollen wir sie weiterführen? Können wir es? Die Antwort auf die erste Frage war eigentlich immer ein klares „Ja“. Die Antwort auf die zweite war oft von Zweifeln begleitet. „Ja, wir wollen. Aber…“ Doch wie wir wissen, kommt nach einem „aber“ oft nichts Brauchbares mehr. Wir haben also beschlossen, das „aber“ zu streichen und es bei „Ja, wir wollen“ zu belassen. Und dann einfach zu machen.

Ja, wir wollen: Über das queere Leben schreiben und das queere Leben feiern. Dabei Queer nicht nur als Kurzform für „nicht hetero“ verstehen, sondern in all seinen Facetten und seiner Vielfalt. Marginalisierteren Gruppen innerhalb der queeren Community den Rücken stärken und eine Plattform bieten. Zusammenarbeiten, uns gegenseitig unterstützen. Gemeinsam Spaß haben. Und irgendwann, wenn Corona vorbei ist, auch wieder gemeinsam feiern.

Und wir freuen uns, wenn ihr, unsere Leser*innen, uns auf diesem Weg weiter begleitet.

Auf viele weitere schöne Jahre!

Eure
sugarbox

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