5 Musikalben von trans Künstlerinnen, die ihr wahrscheinlich noch nicht kennt

Das einzige was noch besser ist, als spannende neue Musik zu entdecken: Wenn die Menschen hinter dieser Musik auch noch miteinander befreundet sind und gemeinsam Kollaborationen und dadurch noch mehr faszinierende Musik machen. Begonnen hat für mich alles damit, dass der kanadische Autor Joey Comeau über eine Band namens Black Dresses getweetet hat. Klang interessant, also wollte ich mal reinhören. Und fiel in eine Art musikalisches Kaninchenloch…

Die fünf Alben, die euch heute hier vorstellen möchte, sind was Musikrichtung und Atmosphäre betrifft sehr verschieden – von zart und veträumt bis rauh und düster – aber jedes davon fasziniert mich auf seine eigene Art und Weise.

Black Dresses – WASTEISOLATION

Starten wir gleich mit dem Album, das für für mich sozusagen der Türöffner war. Black Dresses: Dahinter stehen Ada Rook und Devi „Dizzy“ McCallion, die sich über die Musik kennengelernt haben und mittlerweile ein Paar sind und als Black Dresses vier Alben herausgebracht haben. WASTEISOLATION ist das erste dieser vier und behandelt persönliche Kindheitstraumata, Isolation und Transmysogynie in einem Stil der irgendwo zwischen Industrial und Noise Pop liegt. Musikalisches Neuland für mich, doch mit jedem Hören zog mich das Album immer tiefer in seinen Bann und es fällt mir wirklich schwer, mich für einen Favoriten als Einstiegssong für euch zu entscheiden. Meine Wahl fiel schlussendlich auf „Thoughts and Prayers“ (“Leave us alone / We don’t want to fucking hurt anyone / We just want to feel anything before we’re done.”), ist aber knapp gefolgt von Runner, Wiggle und Tell Me How You Feel.

Katie Dey – mydata

Eine 180° Drehung gegenüber des harten Sounds von Black Dresses liegt dieses Album, eines meiner Lieblinge des Jahres 2020. In verträumten, soften Klängen handelt mydata von den Verbindungen, Liebesbeziehungen und Communities die uns das Internet auch aus der Ferne und über weite Distanzen ermöglicht. Sehr passend für das vergangene Jahr. In Kollaboration mit Devi McCallion hat Katie Dey dieses Jahr auch das Album Magic Fire Brain herausgebracht, der Nachfolger ihres ersten gemeinsamen Albums „Some Other Form Of Life.“ Hier ist der Opening Track von mydata, in den ich mich bereits nach den ersten paar Sekunden verliebt habe:

Ada Rook – Separated From Her Twin, A Dying Android Arrives On A Mysterious Island

Album Nummer drei ist genau genommen wohl kein Album, sondern eher ein Minialbum oder EP. Nur vier Nummern lang ist die jüngste Neuerscheinung aus Ada Rooks breitgefächertem Solo-Werk, in das ich mich bei weitem noch nicht vollständig eingehört habe und das musikalisch extrem variiert. „Separated From Her Twin…“ sind vier melancholische Tracks über Rooks Faszination für fremde, unbekannte Orte und die Magie des Unvertrauten.

Rook & Nomie – Me & You

Me & You ist das zweite gemeinsame Werk von Ada Rook und Riley „Neotenomie“ Rossi, die mittlerweile unter dem Namen ESPer99 Musik macht, und eine hypnotische musikalische Achterbahnfahrt, die mich binnen kurzer Zeit komplett verzaubert hat. Das Album ist definitiv synthpop-lastig aber einfach so vielseitig, dass es mir schwer fällt, hier eine Beschreibung abzuliefern, die ihm in seiner Gesamtheit gerecht wird. Eine bunte, kaleidoskopartige, elektronische Klanglandschaft, in die sich Ada Rook’s Stimme perfekt einfügt. Ich glaube das trifft es ganz gut. Hört am besten einfach selbst rein, hier ist „slime brooch“ einer meiner instant favourites:

Backxwash – God Has Nothing To Do With This Leave Him Out Of It

Zum Schluss wird’s noch mal düster: Backxwash ist Ashanti Mutinta, eine Sambisch-Kanadische Rapperin, die für „God…“ 2020 den kanadischen Polaris Music Prize als bestes Album des Jahres verliehen bekommen hat. Auf dem Album mischt sie Rap mit Metal, Noise und Post Rock, versehen mit religiöser/okkulter Symbolik. In ihren eigenen Worten ist das Album „about my version of forgiveness and things that I need to face in order to reach my version of that“, eine Auseinandersetzung mit ihrer Kindheit und Jugend in einer homo- und transfeindlichen Umgebung, in der Hass und Ablehnung gerne mit Gott und Religion gerechtfertig wurde. Powerful stuff. “Feel like you lost a son, but you gained a daughter/ You think it’s plain and awkward, you think I’m pain and sorrow/ You think I broke your heart, I think it’s for survival.”

Achtung Epileptiker*innen: Dieses Video hat eine Warnung für Photosensibilität

Einige dieser Alben findet ihr neben YouTube auch auf Spotify, allesamt sind sie aber auch auf Bandcamp verfügbar und ich möchte euch hiermit noch auf diese großartige Streaming/Download-Seite hinweisen. Wenn ihr Künstler*innen gerne finanziell unterstützen wollt, seid ihr hier richtig. Man kann Alben mehrere Male gratis hören, danach wird man gebeten sie zu kaufen. Hat man dies getan, kann man das Album entweder weiter streamen oder herunterladen (auch in FLAC Format möglich). Und jeden ersten Freitag des Monats ist „Bandcamp Friday“, wo die gesamten Einnahmen eines Albums direkt an die Künstler*innen gehen.

Viel Spaß beim Hören wünscht

eure sugarbox

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